Frühling und Geburtstage

Viel passiert letzte Woche und ich habe nie die Motivation gefunden direkt alles aufzuschreiben..  Abends war ich immer zu müde und mittags zu faul, also gibt es einen zwei Wochenbericht.

Wir werden mittlerweile routinierter was unsere Aufgaben angeht und lösen auch den Alarm des Zentrums nicht mehr ausversehen aus. Die Kinder haben sich mittlerweile an uns gewöhnt, die Namen kann ich auch schon einigermaßen und es wird immet entspannter das Programm vorzubereiten und dann auch durchzuführen. 

Als neuen Zusatz zum Programm wird auch ein Mittagessen angeboten, sodass ich Papp mit Milch zumindest mal gesehen habe 😀 Einfach etwas Zucker und Milch darüber gießen und das geschmacksneutrale Papp wird zur Süßspeise!

Die Woche endete samstags mit e einer Geburtstagsfeier bei Nozuko, ihre Mutter feierte mit der ganzen Familie und lud uns ein auch zu kommen. Da wir etwas mitbringen durften, beschlossen Lars und ich ein paar Vorurteile über Deutsche zu bestätigen und kauften fleißig alle Zutaten für einen Kartoffelsalat ein. Speckwürfel haben wir zwar keine gefunden und auch bei den Ölen wurden wir nicht recht fündig, da es entweder sehr teures Oliven- oder nur billiges Bratöl in 3 Liter- Kanistern gab. Wir entschieden uns alternativ für Avocadoöl und einen Streifen Bauchspeck, liehen uns eine Plastikschüssel ( Tupper rules!)  von Yolandi und schnippelten los. Für unseren ersten Kartoffelsalat ist er sogar recht gut gelungen und auch gut angekommen. Ob das am Geschmack lag oder weil es etwas Deutsches war, beurteile ich jetzt mal nicht 😀

Nach einer kurzen Fahrt nach Paarl wurden wir herzlich von Nozukos Familie begrüßt und ich wurde zu den Ladies auf das Sofa gesetzt, Lars zu den Männern an den Küchentisch. Nach einem süßen Mixed Beer (etwas gewöhnungsbedürftiger Ananas- und Zitronengeschmack) wurden wir mit Abendessen versorgt. 

Reis mit einer Art Gulasch, Linsen in einer süß-sauren Soße, Nudelsalat, Kartoffelsalat und nicht auf dem Bild ein Rote-Beete-Salat mit Ziegenkäse und viel Kuchen!

Der Abend verging schnell mit lauter Musik, ein wenig Tanz, unverständlichen Gesprächen in Xhosa, langen Gesprächen in Englisch und endete mit der Einladung jederzeit wiederkommen zu dürfen, wenn uns langweilig ist, wir ihre Hunde als Haustierersatz knuddeln wollen, wir Hunger haben oder Gesellschaft brauchen. Also eigentlich immer.

Die Heimfahrt war etwas gruselig, wir sollten in der Nähe des Townships alle Ampeln ignorieren und die Kreuzungen auch bei Rot ohne anzuhalten überqueren. Die Wahrscheinlichkeit nachts einen Unfall zu bauen ist hier anscheinend geringer als in Gefahr zu geraten, wenn man brav an der Ampel wartet und wirklich überfahren hier alle Autofahrer nachts die Rotphasen. Ein schlechtes Gefühl hatte ich trotzdem dabei, da bin ich wohl noch zusehr Fahranfänger in der Probezeit 😀

Montag war der wichtigste Tag der Woche: Mein Geburtstag! Der das erste Mal im Frühling war! Somit bin ich ab sofort ein Frühlings- und Herbstkind 😉

Mein selbstgekaufter Geburtstagskuchen:

Etwas andere Geburtstagstafel im Office als von Zuhause gewohnt, aber auch mit mindestens genauso lieben Menschen 🙂
Dienstags würde nachträglich zu meinem Geburtstag mit Lars auswärts im Under Oaks gegessen mit einem fantastischen Ausblick. 

Zum Ausblick Cider und Pizza und ich konnte meinen Geburtstag perfekt ausklingen lassen 🙂

Die Woche verging alltäglich und das ist ein neues Gefühl hier Alltag zu haben. Das Afterschoolprogramm nimmt den ganzen Nachmittag ein Man freut sich sogar auf die Ferien, denn dann geht es nach Kapstadt! Drei Tage der einwöchigen Ferien werden noch durch ein kleines Ferienprogramm für die Kinder belegt und dann haben wir Zeit für einen viertägigen Trip 🙂

Diesen Samstag wurde eifrig geplant  und langsam aber sicher machen wir uns auch daran die langen Sommerferien zu organisieren. Das dauert aber alles noch und wir feiern erstmal mit Nozuko, Yolandi und dem Rest der Familie den Braai-Day (der nationale Feiertag der das kulturelle Erbe des Grillens (Braai) ehrt). Ich kann Deutschland als Grillnation jetzt leider nicht mehr Ernst nehmen.

In diesem Sinne: Happy Braai Day ihr Amateur-Griller in Deutschland!

Swopshop!

Würde ich meine Artikel veröffentlichen anstatt sie in den Papierkorb zu verschieben, könnte ich sogar behaupten mich wöchentlich zu melden!
Heute gibt es also zwei Beiträge, einer frisch geschrieben der andere aus dem Papierkorb recycelt und von letzter Woche.

Der Montag fing an wie geplant mit einer Bürostunde. Alle Mitarbeiter sollen sich montags über den Verlauf der Woche absprechen, sodass diese geplant ist und jeder bescheid weiß. Das hat nicht wirklich geklappt und es ging dennoch drunter und drüber, aber wir haben uns nett unterhalten und uns fest vorgenommen mit Nielen joggen zu gehen. Hat auch nicht geklappt und letztendlich waren Lars und ich alleine unterwegs. Leider passt unser Tempo nicht, ich muss also eine andere sportliche Betätigung finden, denn hinter Lars herzuhecheln macht weder mir noch ihm Spaß.

Apropos, hier einmal das Afterschool-Team!DSC_0380

Ganz rechts Lars, dann Yolandi, Nozuko (Ich wurde belehrt wie man ihren vollen Namen richtig schreibt) und ich 🙂

Diese Woche war ich für den Sport zuständig und das Sportprogramm zu gestalten macht deutlich mehr Spaß als die Kinder an den Computern zu beaufsichtigen! Wir haben keinen richtigen Sport wie Fußball spielen gemacht, sondern uns mit Zombieball, Hahnenkampf (frei von mir in chickenfight übersetzt) und Ausbrechen vergnügt. Mittwoch fing dann das Chaos an als wir plötzlich mit allen Kindern nochmal Sport gemacht haben, was nicht geplant war und die Abmachung an einem Mittwoch nur Englisch zu sprechen irgendwie torpediert hat, da man alle Spiele erklären musste und das auch verständlich für die Jüngeren. Vielleicht klappt es ja nächste Woche…

Zwischendurch haben wir versucht Blut zu spenden, was leider nicht geklappt hat, weil wir zu spät ankamen und haben unsere Sachen gewaschen! Ich habe noch nicht ganz aus meinen früheren Erfahrungen mit dem Waschen gelernt und prompt meine einzigen Handtücher abgegeben um dann zu erfahren, dass wir die Wäsche erst am nächsten Tag abholen können. Duschen und auch nur das Händewaschen macht ohne Handtuch nicht viel Spaß 😀 und natürlich wollte ich genau an dem Tag duschen. Vorausdenken kann ich also immer noch nicht., aber immerhin habe ich nicht wie beim letzten Mal wirklich alle Klamotten abgegeben. Ich bilde mir ein, dass das schon ein kleiner Lernerfolg ist.

Donnerstag wurde dann ein wenig gebastelt und danach in den Bible Studies viel gesungen- alles eher unaufregend nur sehr angenehm ruhig.
Am Freitag startete der herbeigesehnte SWOPSHOP!

Dafür wurde einer der Container aufgeräumt und Lebensmittel, Spielzeuge und Hygieneartikel je nach Wert in die Kategorien 5, 10, 15, usw eingeteilt.

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Dann wurden noch Pizzaböden abgeholt, die eine Pizzeria in Wellington extra für diesen Anlass aufhebt und Karotten gekauft. Obwohl die Aktion erst um halb drei startete, sammelten sich die Kinder und auch Erwachsenen schon ab 1 Uhr vor dem Tor und warteten geduldig bis es losging. Als der Müllwagen ankam durften die ersten Leute ihre Müllsäcke abgeben. Die werden dann erst Art des Leerguts, das sich darin befindet, gewogen und dann in Punkte umgerechnet. Für 10 Punkte darf man sich dann etwas aus der Kategorie 10 aussuchen oder eben zwei Dinge aus der Kategorie 5 und so weiter. Vorher müssen allerdings die Hände gewaschen werden, denn den Kindern werden direkt das Pizzabrot und eine Karotte in die Hand gedrückt. Reicht das Gewicht der Flaschen nicht einmal für 5 Punkte aus was vor allem bei den wirklich kleinen Kindern vorkommt, die nur ein oder zwei Flaschen mitbringen, steht noch eine kleine Kiste mit Krimskrams bereit.

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Bis 5 Uhr wurde umgetauscht und ausgesucht und ich machte eifrig von meinen zwei Sätzen Afrikaans gebrauch : Ek is jammer, ek kan net Afrikaans praat nie (hoffentlich so geschrieben und nichts anderes als: Es tut mir leid, ich kann kein Afrikaans sprechen). Die Leute mussten also mit mir Englisch reden oder zumindest verstehen, wenn ich ihnen das System erklärt habe. Hat bis auf ein paar mal aber prima geklappt und viel Spaß gemacht 🙂
Manche Mütter haben ganze Haushaltseinkäufe mit dem Swopshop erledigt und davor auch über 100 Punkte an Flaschen gesammelt, was ungefähr 30kg an Plastikflaschen ist. Der Shoüp wird also schon als richtiger Einkaufsladen betrachtet 😉 . In erster Linie ist er aber dazu da den Kindern eine Beschäftigung zu geben, gleichzeitig ein wenig Müll zu beseitigen und dann die Sammler zu belohnen.

Samstag kamen dann Mitarbeiter der ENP, einer kirchlichen Organisation aus der Gegend, um Blumentöpfe mit den Pleinkies (den Kindern aus dem township) zu bepflanzen. Ab 9 Uhr standen wir also wieder im Mosaic Center und gaben Schaufeln und Schubkarren aus.

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Leider gab es für uns danach nicht mehr viel zu tun und es wurde sehr sehr anstrengend zu warten, da keine Hilfe gebraucht wurde und wir nur im Weg herum standen. Nach Hause gehen konnten wir aber auch nicht, da wir die nach dem Programm alles wieder abschließen sollten . Dazu wurde ich noch richtig hungrig und wer mich kennt, weiß dass ich dann sehr schlecht gelaunt werde. Umso glücklicher war ich also als die letzte Pflanze in den Pott gesetzt war und wir abschließen konnten. Duschen, essen, lesen, schlafen und dann war der Tag auch schon wieder vorbei. Sonntag ist mal wieder nichts geplant außer das nächstes freie  Wochenende zu verplanen!

Einleben :)

Grüße an das Alltagsleben zuhause! Eine der Dinge, die ich noch nicht vermisse: den Alltag, denn noch ist alles neu und aufregend, sodass ich jede kleinste Kleinigkeit spannend und erwähnenswert finde. Sollte ich also zu sehr ausschweifen liegt das vor allem an meiner Begeisterung :D.

Unser erstes Wochenende hier in meinem neuen Zuhause wurde direkt mit einem Ausflug zum West Coast National Park begonnen. Denn nur für drei Wochen im Jahr blüht dort alles und genau jetzt ist eben Blümchenzeit! Um 11 Uhr schnappten Lars und ich etwas Brot oder besser gesagt etwas gesünderes Toast, etwas Käse und fuhren los! Laut Google Maps brauchen wir 2 Stunden dorthin und nachdem wir das Autoradio zum funktionieren gebracht hatten, wurde die Fahrt auch nicht zu langweilig. 1km vor der Abzweigung standen dann plötzlich sehr viele Autos auf dem Seitenstreifen und nach kurzem Überlegen verstanden wir, dass alle diese Leute auch zum Park wollten! Das hätte uns eigentlich vorher klar sein können, schließlich ist Wochenende und es gibt nur diesen schmalen Rahmen für die Blumenzeit. Etwas dreist quetschten wir uns in die Reihe und machten uns ein wenig Sorgen um den Wohnwagen zwei Autos hinter uns, der unablässig dampfte wie Trockeneis. Nach einer knappen Stunde warten konnten wir endlich in den Park hinein und über den Hinweis schmunzeln, dass Schildkröten hier Vorfahrt haben. DSC_0263

Neben vielen Blumen, gibt es in dem Nationalpark auch einen fantastischen Strand und Viehzeug! Ich bereue es doch ein wenig keine echte Kamera oder ein Fernglas mitgenommen zu haben, denn mein Handyzom ist grauenhaft und die Tiere meist weiter weg. Leider auch das Zebrababy 🙁
Alles in allem gab es sehr viel zu sehen und wer weiß vielleicht nutzen wir nächstes Mal auch eine der Braai-Feuerstellen am Strand oder bringen Badeklamotten mit:

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Die Woche startete mit vollem Einsatz und wir wurden direkt eingespannt! Was sehr gut tut und viel mehr Spaß macht als erstmal nur zuzuschauen.
Bis auf einen kleinen Ausflug nach Malmesbury und der Tatsache, das es hier regnen und kalt sein kann, lief die erste Woche sogar schon so ab wie es in den nächsten Monaten laufen soll und ich es aktualisiert in meine Projektbeschreibung geschrieben habe. Natürlich haben wir noch nicht alles selbstständig geplant und es wird noch dauern bis alles reibungslos läuft (falls das jemals der Fall sein sollte) und wir uns auch mit den anderen Mitarbeitern Tuz und Yolandi eingespielt haben.

Freitag wurde ich dann ins Belegsystem eingeführt. Alle Ausgaben müssen belegt werden und dann beschriftet nach Potch geschickt werden. Mit einem Scanner und Internet wäre das kein Problem, ohne fotografierte ich sie mit dem Handy ab und es ging mit Nielen nachhause, um sie zu versenden. Mein Handy ist jetzt also voller Bilder von Belegen und ich musste sehr viele Emails schicken, weil die Bilder so viel Platz verbraucht haben. Wlan sollte eigentlich schon letzte Woche eingerichtet werden, aber hier braucht alles etwas länger und auf jeden Fall lerne ich hier geduldig zu sein.
Danach wäre eigentlich Möbel kaufen angesagt, aber kurzfristig schauten wir uns einfach eine komplett neue Wohnung an. Für das gleiche Geld hätten wir dann neben eigenen Zimmern auch Küche und Bad. Das wäre zwar richtig cool, aber der Vermieter will ausdrücklich keine Studenten und es gibt noch einen weiteren Interessenten. Also heißt es abwarten und hoffen. Unsere jetzige Wohnung ist zwar fantastisch, um neue Leute kennenzulernen, aber ein paar Kleinigkeiten wie die Küche, in der man alles nochmal abspülen muss bevor man es benutzt , machen es etwas unwohnlich. Klar kann man sich arrangieren, doch eine Alternative wäre prima vor allem jetzt, wenn man weiß das sie existiert!

Freitagnachmittag ging es mit einem Teil der Kinder zu einem der wöchentlichen „Outings“ auf eine Krokodilfarm namens „Le Bonheur“. In welchem Zusammenhang das französische Wort für Glück mit Krokodilen steht, hat sich mir zwar noch nicht ganz erschlossen, aber ich war genauso aufgeregt wie die Kinder. Zuerst dachte ich, dass wäre ein Touristenausflugsziel bis unser Führer dort erklärt hat, das die Farm eigentlich dazu da ist Krokodile zu züchten und dann  das Fleisch zu verkaufen und dass das Touristengeschäft nebenher läuft. Mittlerweile kann man in einem Käfig ähnlich wie beim Hai-Beobachten mit den Nil-Krokodilen ins Wasser gehen. Unsere Tour hingegen blieb über der Wasseroberfläche auf einem Steg hin zu den Krokodilkindern, die man auch anfassen durfte, wenn ihnen das Maul mit einem Gummi zugebunden wurde. Dazu wurde uns wirklich viel über Krokodile erzählt und uns wurde empfohlen im Sommer noch einmal vorbeizuschauen, da dann die Krokodile gefüttert werden können, da sie in den Wintermonaten kein Essen verdauen. Praktischerweise gab es alle Erklärungen auf Afrikaans und nachdem ich wohl sehr verloren ausgesehen habe auch auf Deutsch.

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Das Wochenende wurde zum Entspannen genutzt, um Lars und meine Erkältung auszukurieren. Die südafrikanischen Killer-Schnupfenviren haben uns voll im Griff und ich bin sehr glücklich über meinen Nasensprayvorrat und die Onleihe, die mich mit Büchern versorgt. Eigentlich wollten wir noch Wellington erkunden, ein paar Geschäfte anschauen und eine Post, einen Buchladen und einen Waschsalon oder ähnliches ausfindig machen. Die kleineren Geschäfte schließen samstags aber schon um 12:00 Uhr und da wir viel zu spät (4 Uhr) losgelaufen sind, waren wir direkt unmotiviert weiterzusuchen und landeten in der Gecko Lounge. Dort haben wir dann etwas getrunken und sehr früh zu Abend oder zu spät zu Mittag gegessen :D.

Soweit so gut, der Sonntag wurde vor allem verschlafen und verlesen und morgen geht es wieder los mit der Action!

Erste Arbeitstage

24.08.16

Montagmorgen um 6:20 Uhr aufstehen. Das ging zu Schulzeiten einfacher und jetzt bin ich einfach nur müde und friere, da das Haus immer kalt ist und die Sonne noch nichts aufwärmen konnte. Jammern bringt aber nichts und sobald alle fünf Mosaic Freiwilligen im Auto saßen, war ich doch wach und aufgeregt und wir wurden direkt quer durch das township Ikageng gefahren. Bis auf die Ledermanufaktur Made by Mosaic und die Bäckerei haben wir also ganz Mosaic Potch kennengelernt und nebenbei die Regeln, die für die Kinder im Afterschoolprogramm gelten beigebracht bekommen. Verstößt ein Kind gegen eine der Regeln bekommt es zum Beispiel einen Red Dot und darf freitags nicht an der besonderen Aktion (wie einen Film schauen oder im Kinderheim schwimmen gehen) teilnehmen. Ich durfte die Regeln direkt wieder vergessen, denn ich landete bei den Juniors, den Kindern im Kindergartenalter. Das war doch sehr anders als erwartet, vor allem weil die meisten besser Setswana als Englisch sprechen konnten und das Prinzip stillsitzen oder zuhören noch nicht verstanden haben. Außerdem stand ich erst einmal etwas ungeschickt daneben, um überhaupt erstmal den Ablauf kennenzulernen, der anscheinend immer variiert. Grundsätzlich soll den Kindern aber erst etwas beigebracht werden wie das Alphabet, die Zahlen oder warum man Zähne putzen muss, es wird etwas vorgelesen und dann gespielt. Das einzig Unangenehme war, dass die Kinder natürlich nicht wie kleine Engel mitgemacht haben, sondern spontan und unwillkürlich geklatscht oder geschrien haben oder aufgestanden sind und dann von ihrer Betreuerin geschlagen wurden. Das war kein fester Schlag ins Gesicht, sondern „nur“ ein leichter auf die Hand und obwohl ich darauf vorbereitet war, dass das hier Sitte ist (NICHT bei den großen Kindern im Afterschoolprogramm),  war es doch irgendwie krass. Besser gehört haben sie trotzdem nicht..

Müde vom ersten Tag, fielen wir schon um sieben ins Bett (gefühlte 10 Uhr) und zumindest ich schlief prima, sodass wir am nächsten Tag direkt mit unseren eigenen Ideen ins Afterschoolprogramm starten konnten. Für die Juniors wurde ein Winnie Pooh Buch herausgesucht und das Lied Head and Shoulders trainiert, während wir uns für die gemeinsame Zeit nach den Hausaufgaben und dem Lernen unter dem Thema Arts and Crafts Anleitungen für Papierflieger ausdruckten. Mitzugestalten und mitzumachen hat dann direkt mehr Spaß gemacht als nur zuzuschauen und ich glaube unser kleiner Papierfliegerwettbewerb kam bei den Kindern auch recht gut an. Viele kannten noch nicht einmal einen simplen Papierflieger, sodass wir sie vielleicht auf eine destruktive  Idee gebracht haben, was den Schulunterricht angeht ;).
Nach nur zwei Tagen kennenlernen und liebgewinnen mussten Lars und ich uns schon wieder verabschieden und haben zu einem Gruppenfoto genötigt, dass irgendwie alles einfängt. Niemand kann still stehen und ein Teil ist überbelichtet.

Mittwoch ging es endlich nach Kapstadt! Beziehungsweise nach Wellington und ins dortige township Mbekweni.  Nach einem zweistündigen Flug wurden wir von Meyer abgeholt und sind direkt weitergefahren zur Baustelle von Mosaic. Dort werden gerade mit Hilfe von 24 weiteren deutschen Freiwilligen (ganzen Familien) die ersten Häuser gebaut und wir wurden direkt mit eingespannt und durften verputzen. Genau das richtige nach einem langen Flug und viel rumsitzen!

Danach wurde noch etwas die Gegend bewundert. Im Gegensatz zu Potch ist es hier wunderschön grün mit tollen Bergen! Eine Stunde entfernt sollen wir schon am Strand sein, also werde ich mich als ewig unentschlossener Meer.- und Bergfan sehr wohl fühlen!
Morgen fliegt Meyer wieder zurück nach Potch, sodass Lars und ich direkt alle Arbeiter abholen und zur Arbeit bringen dürfen, nachdem uns der Weg einmal gezeigt wurde. Zum Glück ist der Weg nicht zu schwer, also sollte das machbar sein und am Freitag kommen Meyer und Louise schon wieder nach Wellington, da dort gerade eine große Ablösung stattfindet und wir so schnell wie möglich eingearbeitet werden sollen.

Blick aus dem Zimmer!

Trotzdem haben wir morgen bis zum Afterschoolprogramm Zeit unsere Zimmer einzurichten, die bisher noch recht trist aussehen und deren Schränke schon besser ausgesehen haben. Im Vergleich zu den Unterkünften in Potch sehen sie ziemlich traurig aus, aber ich glaube sobald die Wände behängt sind, wird das langsam wohnlicher. Louise kommt nach dem Wochenende mit uns die nötigsten Sachen wie einen Mülleimer und einen Kühlschrank einkaufen.

Ab nach Potch!

21.08.16

Gestern morgen wurden dann die Koffer wieder zusammengepackt und irgendwie muss mein Koffer geschrumpft sein oder meine Sachen müssen sich vermehrt haben, denn der Koffer ging kaum noch zu. Ich habe schon ein bisschen Angst vor Mittwoch, wenn es dann wieder ins Flugzeug geht und ich Gepäckmaße und die Anzahl der Gepäckstücke einhalten muss. Fürs erste mussten die Koffer aber nur in den Kofferraum von Lance, einem der Projektleiter von Mosaic Potch passen und wurden nach einer halben Stunde ruckeliger Fahrt über Staubpisten in das Cottage in Louises und Meyers (Leiter von Mosaic) Garten ausgeladen. In ihrem kleinen Gartenhüttchen dürfen Lars und ich bis Mittwoch wohnen, obwohl sie selbst erst diesen Sonntag wieder nach Hause kommen.

Nachdem unser Gepäck abgeladen war, ging es zum Kinderhaus Abraham Kriel, wo wir unser Mittagessen abholen sollten und das Gepäck der anderen Mosaic Freiwilligen umgeladen haben. Daa wurde dann schonmal zu ihrem Haus gebracht und wir verbrachten den restlichen Tag mit warten, erzählen und das Gelände erkunden bis Lance herausgefunden hatte, wo wir unser Essen abholen können und was der allgemeine Plan für heute ist.

So haben wir noch weitere Freiwillige aus Deutschland kennengelernt, die für drei Monate im Abraham Kriel arbeiten und uns ein bisschen was über die Arbeit im Waisenhaus erzählen konnten, die wahrscheinlich härter ist als bei unseren Mosaic Projekten, da wir nicht 24h auf der Arbeit sind und so riesige Gruppen an Kindern selbstständig betreuen müssen.

Perfekt zur Mittagszeit konnten wir dann auch unser Essen abholen und bekamen noch riesige Pakete an Essen mit, sodass wir uns über das Wochenende selbst versorgen können und den Mengen nach zu urteilen die Nachbarschaft gleich mit. Zumindest für Lars und mich haben sie sich etwas vertan, da wir genauso viel Essen mitbekommen haben wie die vier anderen Mosaic Freiwilligen.

Also steht schonmal fest, dass wir sonntags (heute also) zu ihrem Haus laufen und gemeinsam kochen. Die Gegend wurde uns gestern schon ein wenig von Lance gezeigt, der uns auch schon die Einsatzplätze im township gezeigt hat. Dabei hat er versucht uns auch mit den Straßen vertraut zu machen und die leicht anderen Straßenregeln zu erklären. Außer das man am Stoppschild als guter Freiwilkiger auch wirklich stoppt und die Geschwindigkeitsbegrenzungen einhält, gilt nämlich an Kreuzungen „wer zuerst kommt fährt zuerst“, was doch ungewohnt ist. Nachdem Lance auch noch diebisch gelacht hat als wir immer von der falschen Seite ins Auto steigen wollte, waren alle Veränderungen, die mit dem Linksverkehr einhergehen abgedeckt und er ging mit uns und seiner Tochter in die Mooi Rivier (Schöner Fluss) Mall ein Eis essen.

Eigentlich mehr warme Zimtschnecke als Eis, aber trotzdem sehr sehr lecker :).  Dann war der Tag auch schon rum und wir sind bei unseren Häusern abgesetzt worden und eigentlich direkt ins Bett gefallen mit dem Ziel AUSSCHLAFEN!

Das hat sogar geklappt und nach einem Frühstück mit Müsli <3 liegen wir gerade noch faul in der Sonne und machen uns dann so um 1 Uhr auf zu den anderen Freiwilligen einkaufen und Mittagessen kochen. So weit sind unsere Tage hier noch sehr entspannt und ich fiebere auf mein Projekt hin! Vor allem freue ich mich darauf in meinem neuen Zuhause anzukommen und meinen Koffer für ein Jahr nicht mehr packen zu müssen!.
Ein kleines nachträgliches Bild von unserem spontanen Braai mit den anderen Freiwilligen am Abend:

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