Anne allein zu Haus

Melde dich mal bitte wieder, sagte mein Opa und hiermit gibt es ein kleines Update aus Wellington:

Für zwei Wochen bin ich das erste Mal alleine im Projekt unterwegs, Lars macht nämlich gerade Urlaub in den Drakensbergen.
An sich ist die Arbeit alleine zu bewältigen (es ist eben anstrengender), nur bei unserer Building Site bin ich nicht gerne alleine und werde dort von Nielen unterstützt.
Etwa mehr Arbeit als sonst gibt es auch, weil wir pünktlich zu Lars Abreise mit einem weiteren Teil des Mosaic Programmes, der Job Creation starteten. Zwar können wir gerade keine Bäckerei oder Lederwerkstatt wie in Potchefstroom eröffnen, aber zumindest zwei unserer Mosaic Omas konnten einen kleinen Job bekommen.
Die Firma Betafence hat uns das Angebot gemacht, uns dafür zu bezahlen Probeboxen für sie herzustellen. Wie der Name verrät produziert Betafence weltweit Sicherheitszäune und bevor der Kunde einen Zaun wirklich kauft, kann er die Qualität erfühlen und sich eine grobe Vorstellung von Farbe und Aussehen machen, indem er unseren Minizaun in der Probebox bekommt. Zwei unserer Omas bekommen also die großen Zaunteile handlich kleingeschnitten, feilen, schmirgeln, bessern die Farbe aus und packen sie ansprechend in die Boxen.

Eine nicht allzu anstrengende und perfekte Arbeit für die beiden und Lars und ich drücken die Daumen, dass sich Betafence nach diesen Probewochen für uns entscheidet.
Bisher läuft es natürlich noch nicht glatt und ich pendele zwischen Betafence und dem Mosaic Center hin und her, auch unser Arbeitsplatz ist noch nicht ideal. So wollen wir einen weiteren Container-Anbau als Werkstatt neben unser Center stellen, damit wir mehr Platz und Lich haben. Derzeit arbeiten wir provisorisch mit dem alten Gerätecontainer, der sowohl düster als auch staubig ist, sodass wir keine fertigen Materialen dort lagern können.
Falls jemals wieder langweilige Phasen am Center aufkommen, kann ich jetzt also einfach mithelfen Zäune zu feilen und dabei mein Afrikaans verbessern, weil beide Oumas nicht einsehen Englisch zu reden. Ich glaube sie mögen es einfach, wenn ich mich mit gebrochenem AfrikaansEnglischDeutsch abmühe, denn zumindest eine der beiden kann sehr wohl Englisch verstehen und sprechen :D!

Im Afterschool läuft es wie immer geplant und chaotisch, die erste Examensphase hat für die älteren Schüler begonnen und wir versuchen ein paar ihrer Schulen zu besuchen und nach Arbeitsmaterialien oder Lehrbüchern zu fragen, um einen besseren Überblick zu bekommen, wo wir wie helfen können.
Lars Abwesenheit wurde im Afterschoolprogramm kaum bemerkt, denn wir hatten direkt belgische Unterstützung durch Max, der zufällig an einer der Schulen in der Umgebung zu tun hat und uns freiwillig ausgeholfen hat, um seine Praktikumsstunden zu füllen.

Ansonsten planen wir eifrig einen Flohmarkt, um Geld für unser Ferienprogramm zu verdienen und eine kleine Talentshow für die Eltern/Oumas/Tannies der Kinder. Ich bin gespannt wie das alles so klappt und hoffe, dass zur großen Aufführung auch wirklich alle kommen können, da manche unserer Kinder weiter weg wohnen und der Transport schwieriger werden könnte.

Die Wochenenden ohne Lars habe ich mir direkt mit Lisa, dem neuen AuPair und Alex-Ersatz verplant. Wir hatten viel vor, denn perfekt zum Ende des Sommers haben wir endlich die Pools im Bainskloof Pass entdeckt und uns in sie verliebt.

Bisher haben wir nur zwei Wanderer getroffen und hatten sogar am Wochenende den kleinen Pool für uns.

Natürlich haben wir direkt einen Ausflug mit den älteren Kindern des Afterschoolprogamms zu den Pools gemacht und jeder Ab- und Aufstieg zur Straße ist die Mühe wert!


Hoffentlich halten die sonnigen Tage noch ein klein wenig an, damit wir unser kleines Paradies noch ein wenig genießen können.
Und ein wenig Vorfreude habe ich auch: Bald kommt die Familie zu Besuch!

 

Halbzeit!

Wie die überaus kreative Überschrift schon andeutet: 6 Monate sind um, ab jetzt geht die Zeit (viel, viiiiel) zu schnell vorbei!

Pünktlich zur Hälfte ging es mal wieder nach Potchchefstroom auf die Manzinifarm. Wie auch unser erstes Vorbereitungsseminar fand dort unser Zwischenseminar statt und es war herrlich alle Leute wiederzusehen und zu erzählen und zu erzählen. Neben mehreren Einheiten über südafrikanische und deutsche Politik, Probleme und Problemlösungen in den Projekten und Themen wie Energieieinteilung, Sicherheit und Sinn/Zweck/Ziele der Entwicklungsarbeit, war das Austauschen mit anderen Freiwilligen auf jeden Fall einer der wichtigsten Punkte. Vielleicht auch einer der Gründe warum es immer gleich zwei Kaffepausen zwischen den Einheiten gab!
Insgesamt war es eine sehr schöne Ruhepause nach dem anstrengenden Urlaub 😉 und noch habe ich nicht realisiert wie schnell diese 6 Monate verflogen sind und das DSJW schon nach Nachfolgern für die Projekte sucht. Komisches Gefühl an die Abreise zu denken, vor allem weil sich hier dei Vorausplanung des eigenen Lebens auf höchstens eine Woche (eher zwei Tage) voraus beschränkt und ich auf dem Seminar viel zu vielen Leuten mit klaren Plänen für Studium und Ausbildung begegnet bin. Immerhin habe ich jetzt eine Beschäftigung für ungenutzte Office-Stunden: Ich google Unis und Studiengänge!

Zurück im Projekt hat sich im Afterschool mittlerweile eine kleine Routine eingespielt und wir kommen immer besser mit der großen Menge an Kindern zurecht und haben weniger Stress. Vor allem durch Asanda, eine neue sehr willkommene Freiwillige, nimmt uns viel Arbeit in der Küche ab. Schließlich wird zweimal die Woche für die Kinder gekocht und zweimal müssen Brote geschmiert werden und allein das Abwaschen konnte den gesamten Nachmittag dauern. Jetzt müssen wir nur noch herausfinden wie wir am besten die Building Site abschließen, da Lars gerade mitten im Programm wieder dahin muss und an blöden Tagen überhaupt nicht mit seiner Gruppe arbeiten kann und stattdessen kurzfristig herumfahren muss. Nervig nicht nur für ihn, sondern auch für uns alle und die Kinder, weil wir seine Abwesenheit irgendwie ausgleichen müssen. Wir hoffen auch eine Gelegenheit mit Nielen zu sprechen, derzeit hüpft er aber von Termin zu Termin und in den nächsten Wochen sieht es noch schlechter aus, da uns Meyer und Louise (unsere Bosse vom Boss sozusagen) besuchen kommen und Wallung verursachen.

So ging es es am Dienstag erstmal zu einem Workshop zur Mitarbeiterweiterbildung, in dem wir lernen sollten/können wie man Bibelstunden für Kinder gestaltet. Ein sehr begeisterter Pastor leitete die Übung an und an sich war es spannender als gedacht, nur ein konnten wir uns mit ein paar Ansichten einfach nicht anfreunden. So gerieten wir letztendlich mit Yolande und Nozuko in einen Streit darüber, ob die Evolution mit dem Christentum zu vereinbaren ist, wer oder was (wenn nicht Gott) bestimmt, wann eine Frau schwanger wird und ob andere Religionen falsch liegen müssen oder nur einen anderen Ansatz haben.
Das Erschreckende daran war, dass Nozuko und Yolande nicht einmal wussten, worum es in der Evolutionstheorie geht und sie nur ablehnten, weil sie gelernt haben, dass nur die Theorie der Gotteschöpfung stimmt. An sich habe ich damit kein Problem, wenn jemand daran glaubt, dass die Welt in einer Woche erschaffen wurde, so wie ich hoffe, dass niemand ein Problem mit mir hat, nur weil ich an die Evolution glaube. Nur die Tatsache, dass manche Leute gar nicht wissen wie die alternativen Theorien aussehen und so keine wirkliche Wahl mit ihrem Glauben getroffen haben, macht mich stutzig.
Genauso wie es vorkommt, dass lieber gebetet wird, anstatt gehandelt. Ein Beispiel war ein Einbruch auf unserer Baustelle. Damals haben wir, anstatt bessere Umzäunung zu kaufen oder einen besseren Nachtwächter anzustellen uns in alle vier Ecken des Grundstücks gestellt und dafür gebetet, dass Gott es beschützt. Nicht ganz meine Art Dinge zu lösen und erst nach einem größeren Einbruch bei dem wir einen Verlust von ca R10 000 hatten, wurde eine Alarmanlage eingerichtet.
Andererseits gibt dieser blinde Glauben vielen Menschen hier auch einfach Kraft und Hoffnung und damit die Stärke mit ihrer Situation klarzukommen und dann ist dieses Vertrauen wiederum bewundernswert. Bibelstunden für Kinder werde ich hier trotzdem nicht geben, dafür bin ich wohl auch nicht mehr christlich genug 😀

Dafür starteten wir heute mit dem Life Skills Training für unsere Eltern im Mosaic. Morgens werden ab jetzt alle Oumas und Tannies eingesammelt und bis zum Mittagessen mit Vorträgen wie Geldeinteilung, Erziehung weitergebildet und natürlich über biblischen Themen (wir sind schließlich in Südafrika) informiert. Danach kommt noch eine Fragerunde, es gibt Essen und wir tauschen die Eltern gegen ihre Kinder ein, denn das Afterschoolprogramm startet direkt danach. Das Life Skill Training ist eine Mischung aus guter und bedrückender Stimmung, die Teilnehmer sollen einander kennenlernen und im Laufe der Zeit von ihren Problemen berichten, sodass gemeinsam ähnlich einer Selbsthilfegruppe Lösungen gefunden werden können.
Schon am ersten Tag hatten wir gestandene, sehr starke Frauen und Omas weinend an unseren Tischen sitzen. Einfach weil sie einmal über alle ihre Sorgen reden können und gehört werden, sprechen sie mit Nozuko über ihre Tick- Abhängigkeit, Probleme mit Ehemännern und über die Familie. Lars und ich stehen ein wenig hilflos daneben, einfach weil es so merkwürdig und etwas unangenehm  ist, so viele und so tiefe Gefühle und Gedanken von unseren immer fröhlichen Mosaic-Mamis mitzubekommen, während man selbst keinerlei vergleichbare Erfahrungen hat, in einem ganz anderen Lebensabschnitt steckt und ich es mir niemals vostellen könnte auch nur irgendeinen Rat oder Tipp zu geben.
So verziehe ich mich wohl die nächsten Wochen in die Küche und helfe schnippeln und kochen und beschränke meine Mithilfe beim Trösten auf das Taschentücher und Süßigkeiten einkaufen.

Ein anderes Problem betrifft Lars und mich jetzt leider konkret: es gibt ein paar Leute, die in unseren Garten einsteigen und alles mitgehen lassen, was sie in die Finger bekommen. Neben mehreren kleinen gestohlenen Dingen wie FlipFlops, Zigaretten, Gläsern und allem was man eben über Nacht auf einer Terrasse liegen lässt, nervt vor allem dieses Gefühl der Unsicherheit. Man sitzt nicht mehr allzu entspannt draußen, hat immer die Wäsche im Auge und man muss sobald man ins Haus geht, direkt das Türgitter zuschließen. Gerade wenn ich einmal in der Mittagspause kurz alleine Zuhause bin, ist das ein unangenehmes Gefühl.
Dazu kam noch ein Arbeiterstreik im township, bei dem Farmarbeiter für einen höheren Mindestlohn demonstriert haben. An sich eine gute Sache, leider wurden aus den Streiks Mobs, die andere Arbeiter, die versucht haben trotzdem zur Arbeit zu kommen, niedergeprügelt und in zwei Fällen umgebracht haben.
Anpassen und Aufpassen ist hier unsere einzige Strategie. Wir bekommen jetzt wahrscheinlich einen Elektrozaun um unser Haus oder eine Außenalarmanlage und unsere Arbeiter haben wir während der Streiks nicht wie sonst hinten auf dem Bakkie mitgenommen, sondern unseren Condor benutzt und die Fenster und Türen verriegelt.
Immerhin brennt es jetzt nicht mehr und der Sommer und damit die Trockenzeit ist bald überstanden.
Nein, langweilig und blöd finde ich es hier auch nach einem halben Jahr immer noch nicht und ich freue mich immer noch immer wieder auf die Kinder!
Bis auf diese Tage an dem ich wirklich von allen Kindern genervt bin, nie wieder Jugendarbeit machen werde, Kinder noch nie mochte und mich dann eines dieser Nervensägen anlacht, umarmt, stolz die geschafften Hausaufgaben zeigt oder wir mit der gesamten Gruppe verrückt singend und tanzend durch den Raum ziehen und ich direkt vergesse woher meine schlechte Laune kam.

There’s a fire on the mountain

Run, run, run!
Eines der vielen Kinderspiele, die wir auf dem Seminar kennengelernt haben, fängt genau so an und hier wird es ein bisschen zu echt. Es brennt in und um Paarl und Wellington seit 2 Wochen. Durch den nicht vorhandenen Regen und einen kräftigen Wind kann man den gesamten Tag mindestens zwei Feuer in den Bergen betrachten die einfach nicht aufhören zu brennen. Das führt dazu, dass das ganze Tal voller Rauch ist und der Himmel so aussieht:

Die Feuerwehr kommt nicht mehr zur Ruhe und in Supermärkten kann man direkt Essen und Trinken an die vielen Helfer spenden.

Auf den vielen außerhalb gelegenen Weingütern kann man die Feuer noch besser sehen, ein kleiner Dank an Alex für die Bilder.

Ein wenig gruselig ist es schon, wenn es so viel brennt und nur mit Bedacht gelöscht wird, da noch immer eine Wasserbegrenzung gilt.
Das Problem ist auch, dass es nicht nur außerhalb in den Bergen brennt, sondern auch innerhalb des townships hin und wieder.
So es auch bei einer unserer Mosaic-Familien Mitte Dezember gebrannt, wir versuchen jetzt mit Kleinigkeiten zu helfen.
Vorgestern und heute hat es wieder ein bisschen geregnet und ich habe auch jeden Fall gelernt mich sehr über Regen zu freuen. Dann noch ein richtiges Sommergewitter in den nächsten Tagen und ich wäre glücklich.

MItte Dezember fing auch wieder unser Afterschoolprogramm an und damit es nicht zu einfach wird haben wir jetzt 47 statt den anfänglichen 17 Kindern und leider noch keine weiteren Helfer. Bisher ist der Anfang noch ein  bisschen ruckelig, die Kinder können noch nicht rechtzeitig kommen, wegen unterschiedlichen Schulzeiten und auch wir brauchen ein bisschen Zeit, um uns von Gruppen mit vier Kindern auf 12 Kinder einzustellen. Glücklicherweise können fast alle Xhosa-Kinder ein recht gutes Englisch sprechen, mit Afrikaans konnte ich mich anfreunden aber den Klicklauten im isiXhosa gebe ich mich geschlagen.

Vor allem die vielen Xhosa-Namen sind noch eine Herausforderung und das wir drei Zwillingspärchen haben vereinfacht die Sache nicht gerade. Das wir viel, viel mehr Kinder haben, merke ich vor allem an der Hilfe die ich noch anbieten kann. Vorher konnten wir mit einem oder zwei Kindern alle Hausaufgaben druchackern und ihnen das Multiplizieren noch einmal in Erinnerung rufen, jetzt springt man von Kind zu Kind und kann nur noch bei ‚kleineren‘ Problemen helfen. Noch haben wir nicht mehr die Zeit die gesamte Past Tense mit einem Kind durchzugehen, wir probieren übernächste Woche einen neuen Zeitplan aus bei dem das vielleicht geht. Dafür können wir endlich die ganzen Sportspiele spielen, für die wir immer zu wenige Mitspieler hatten. Außerdem konnten wir endlich das Talent Development Programm angehen und organisieren jeden Montag Freiwillige, die den Kindern je nach Interesse Theater, Singen oder Aerobic beibringen. Da sowieso jedes Lied, das im Radio kommt, eifrig mitgeschmettert wird, wird Singen für die Kinder perfekt sein und vielleicht findet sich auch noch jemand, der Lust hat den Kindern Trompete oder Posaune beizubringen. Dann würden auch die gespendeten Musikinstrumente genutzt und stünden nicht so einsam im sonst leeren Regal.

Zu guter Letzt habe ich jetzt auch schon meine erste Arzt und Klinik Odyssee hinter mir. Ich wollte mich bei einer Frauenärztin auschecken lassen (gleich vorweg: mir geht es supergut und alles was herauskam ist unbedenklich), denn bei Veränderungen in der Brust gehe ich lieber auf Nummer sicher. Nach zwei erfolglosen Terminen in einer Klinik bei denen ich je drei Stunden wartete und nichts bei rum kam,wurde ich nur immer unsicherer und musste Google meiden. In Deutschland hatte ich das alles noch nie und wer mich kennt weiß das ich mir sehr viele Gedanken machen kann. Tollerweise habe ich aber eine Nozuko als Arbeitskollegin, die die Zügel in die Hand nahm und genauso rasant hatte ich dann wenige Tage später die Meldung, dass alles in Ordnung ist. Ohne ihre Beziehungen hätte das alles wohl viel länger gedauert und ich muss zugeben es hat mich doch ziemlich belastet nur zu wissen, dass Krebs unwahrscheinlich wäre, ich brauche Gewissheit. Ganz ohne Arztbesuche scheine ich mich im Ausland also irgendwie nicht wohlzufühlen und mit meiner Mama ein wenig hysterisch werden hat ja auch noch gefehlt.
Es wird hoffentlich die erste und letzte Arztgeschichte hier in Südafrika sein!

Zum Abschluss ein Blick in unsere neue Küche bevor es morgen auf das Zwischenseminar geht. Dann ist auch schon die Hälfte meines Freiwilligendienstes vorbei und die Zeit rast nur so weg:

 

 

Sommerurlaub im Winter

Dezember! Weihnachts-, nein Sommer- und Urlaubszeit!

Ohne viel Zeit zu verlieren nahmen Lars und ich an unserem ersten freien Tag unsere Bagpacker und machten uns aus dem Staub!

Erstmal flogen wir  hoch nach Johannesburg und besuchten Rebecca, Philipp, Lea und Juliana in Potchefstroom. Sie arbeiten dort auch bei Mosaic und da wir am Anfang eine Woche mit ihnen gearbeitet haben und uns sehr gut verstehen beschlossen Rebecca und Philipp sich uns anzuschließen. Da ihre Ferien leider erst eine Woche später begannen vertrieben wir uns die Zeit damit andere Projekte wie die MRDP Farm, eines der Abraham Kriel Waisenhäuser und die Thlolego Farm zu besuchen.

Zuerst ging es zur MRDP Farm, die wir nach einer abenteuerlichen Fahrt durch unsere fantastische Google Navigation mit vielen Umwegen fanden.
Auf der MRDP Farm leben ungefähr 10 DSJW Freiwillige (unter anderem Klara und Ann-Christine) mit einem unserer Mentoren und helfen entweder vor Ort oder in den umliegenden Kindergärten.

Unter anderem gibt es eine kleine Fahrradfabrik auf der Farm und es werden von den umliegenden Dörfern diese Beads gefädelt, die von den Farmmitgliedern geprüft und gezählt werden. Eine Freiwillige kümmert sich zusätzlich noch um die Besorgung des Materials und die Abrechnung. Beim Zählen und Überprüfen der Armbänder durften wir direkt mithelfen und rumpelten mit einem alten Bakkie nach Venture, wo wir je hundert Armbänder mit korrekten Vorbildern abglichen und nach Fehlern suchten. Ein ziemlich eintöniger Job, aber auch nicht der schlimmste.

Am nächsten Tag beschlossen wir mit drei ehemaligen Freiwilligen, die gerade die Farm besuchten, ans Groot Marico Eye zu fahren. Das ist ein Wasserloch, dass rund 2 Stunden Fahrt von der Farm weg ist oder für südafrikanische Verhältnisse eigentlich schon neben der Farm liegt. Mit lauter Musik und Badesachen machten wir uns also auf den Weg und bekamen noch vor der Abfahrt eine selbstgezeichnete Karte mit einer Wegbeschreibung von Arno, dem MRDP Farm Besitzer mit. Das wir wirklich irgendwo im Niergendwo herumfuhren erkannten wir sehr früh an den kreativen Angaben auf der Karte wir “ an der T-Kreuzung mit dem großen Baum und den vier Felsen an der linken Seite fahrt ihr auch links“  und erstaunlicherweise waren die Angaben doch so genau, dass wir ohne weitere Probleme den Weg fanden und unser Mietauto nur einmal aufsetzten.
Durch einen Gang voller Schilf bahnten wir uns noch trampelnd um mögliche Schlangen zu verscheuchen den Weg zum Teich und der Weg hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Glasklares und vor allem eiskaltes Wasser erwartete uns und kein einziger anderer Mensch war zu sehen.

 

 

Nach der MRDP Farm ging es weiter zur Thlolego Farm, wo wir Lenart aufsammelten, der auch mit uns mitreist. Zuerst besuchten wir jedoch für einen Tag Paul, Rieke und Jule im Abraham Kriel Waisenhaus. Leider waren alle Kinder gerade auf einem Ausflug ins Schwimmbad und Paul war aus seinem Haus ausgesperrt, sodass wir uns stattdessen ein wenig die Umgebung angesehen haben und durch das anliegende Dorf gewandert sind.

Am 15.12 fuhren wir wieder nach Potch und holten Philipp und Rebecca ab.
Unser Roastrip begann damit offiziell!

Erster Halt sollten diverse Attraktionen am Blyde River sein, die wir spontan auswählen wollten. Zuerst entschieden wir uns an den Pothole’s zu schwimmen, da wir alle trotz Klimaanlage überhitzt waren.

God’s Window wollten wir uns auch nicht entgehen lassen und bogen ab, obwohl die offiziellen Öffnungszeiten schon vorüber waren. Es war jedoch nur das Kassenhäuschen nicht besetzt, ansonsten alles frei zugänglich und auch die kleinen Marktstände waren noch aufgebaut, sodass wir ohne Eintritt einfach hineinmarschiert sind. Vom Parkplatz aus steigt man dann durch einen Regenwald den Berg ein Stück hoch und kann je nach Lust und Laune sogar nach God’s Window höher steigen. Haben wir gemacht und auch ohne Ausblick würde sich der Weg an sich schon lohnen.

Aufstieg zu God’s Window:

Nächster Halt: 4 Tage Krüger National Park
Dank unserem Visum und einer sehr sehr lieben Angestellten durften wir den den conservation fee für die Einheimischen zahlen und machten so wett, dass wir es völlig verpeilt hatten vor dem Krüger Proviant zu kaufen und wir uns vollständig selbst verpflegen müssen und so auf die überteuerten Supermärkte in den Camps angewiesen waren.

Gleich am ersten Tag fuhren wir nachmittags noch einmal los und wurden mit einem Leoparden, der sich im Busch versteckte und später auf einen Baum hüpfte belohnt.

Das Bild wurde mit unserer unvergleichlichen Fernglas-Handykamera Kombinatoin geschossen

Wir beschlossen am nächsten morgen sehr früh loszufahren, mittags Siesta zu machen und nachmittags noch ein zweites Mal zu starten und behielten diese Routine für die restlichen Tage bei. Zwar gab es hin und wieder kein Tier zu entdecken und selbst die Impalas, die sonst immer zu finden sind, ließen sich nicht blicken, am Ende hatte sich die Fahrt dann wegen einer fantastischen Aussicht gelohnt oder wir trafen doch noch ein Löwenrudel oder eine Elefantenherde.

Die Killerschildkröten: Sobald wir anhielten kamen sie aus dem Teich und krochen an unser Auto.

Nach zwei Tagen hatten wir alle Big Five bis auf den Büffel gesehen und wurden ein bisschen verzweifelt, da wir Angst hatten ausgerechnet eines der häufigsten Tiere nicht zu sehen. Wobei man die meisten Tiere auch nicht selbst entdeckte, sondern man von weitem eine Ansammlung an Jeeps erspähte aus denen Riesenkameras rauslugten. Dann gab es auf jeden Fall etwas zu sehen und zu fotografieren, hätten wir eine Kamera dabei gehabt. So improvisierten wir und fuhren mit unserem Superjeep dem Toyota Avanza nah ran und benutzten unser Fernglas als Zoom.
So sehr ich es liebte, dass wir weder ein Safarieauto noch Safarieklamotten hatten, vermisste ich eine gute Kamera schon ein wenig.

Unser treuer Avanza!


Vom Krüger aus fuhren wir nach Swasiland und bekamen erstmal unseren ersten Strafzettel. Wir fuhren 100km/h statt 80km/h, einach weil wir ein Schild übersahen. Das passiert halt mal, wir wurden herausgewunken und aufgefordert mit zur nächsten Polizeistation zu kommen und die Strafe zu zahlen. Da wir bereits zwei Stunden zu spät waren, fragten wir nach, ob es möglich ist später zu zahlen und bekamen einen Zettel in die Hand gedrückt der ohne Durchdruck ausgefüllt wurde und eine Kontonummer angibt. Dort soll der Betrag innerhalb eines Jahres hin überwiesen werden. Etwas merkwürdig kam uns das schon vor und wir haben Nielen gefragt, ob wir das Geld bezahlen müssen. Er meinte wir sollen einfach nichts tun und schauen was passiert.
In Swasiland hatten wir einen Bagpacker mitten in einem Nationalpark gebucht und hin und wieder mussten ein paar Gazellen wieder aus dem Garten gescheucht werden.

In St Lucia blieben wir für zwei Tage und genossen das Meer.

Der Indische Ozean ist herrlich warm und es hat viel Spaß gemacht in die Wellen zu laufen bis der Haialarm kommt. Glücklicherweise waren wir nie im Wasser, wenn Haie gesichtet wurden und konnten so entspannt die Haie vom Ufer aus beobachten. Nach den Alarmen ging es direkt wieder ins Wasser und irgendwie war das Ganze sowohl gruselig als auch klasse.

Natürlich machten wir auch die obligatorische Bootsfahrt und beobachteten ein paar Nilpferde. Während der ganzen Fahrt rätselten wir über die Schwimmtechnik der Nilpferde, da wir uns nicht vorstellen konnten wie sich die Tiere mit ihrem klobigen Beinen über Wasser halten, geschweige den fortbewegen. Irgendwann wurden wir von unserem Guide von dieser Frage befreit: Nilpferde können nicht schwimmen.Wieder was gelernt. 🙂


In Durban feierten wir Weihnachten und es fühlte sich etwas komisch an zu wissen, dass die Familie zuhause feiert. Das Wetter dagegen benahm sich richtig Deutsch vielleicht um uns ein bisschen das Heimweh zu nehmen. Auf jeden Fall war es grau, kalt und es regnete.

Wir stiegen aus und wollten einfach Richtung Meer laufen, wurden jedoch direkt von mehreren Einheimischen angesprochen und darauf hingewiesen, dass es hier nicht sicher ist als Touristen herumzulaufen. Als uns sogar der Parkwächter erklärte wir und unser Auto sind in dieser Gegend nicht sicher suchten wir gezielter nach den touristischen Gegenden. Die, die wie fanden, waren jedoch eher auf Familien und Kinder ausgelegt und durch das schlechte Wetter war unsere Laune gedrückt, sodass zumindest ich froh war als es weiter ging.

Danach machten wir nur noch kurze Übernachtungsstopps nach Kapstadt:

In East- London bekamen wir erst einmal Probleme mit unserer Buchung, booking.com hat seine Seite erneuert, während sich gleichzeitig das Hostel umgebaut hat und so unsere Buchung zwar angekommen ist, uns jedoch nie Bescheid gegeben wurde, dass das Hostel so nicht mehr existiert und teurer geworden ist. Nach vielem hin und her kamen wir dann in einem Nachbarapartment unter und hatten eine Wohnung für uns.

Der Ausblick auf den Strand von East-London entschädigte das Fiasko ein wenig.

Auf unserer Weiterfahrt machten wir noch einmal am Strand halt und gingen in Kenton on Sea schwimmen bevor wir in Alexandria ankamen und über eine Dirtroad in das Naturreservat zu unserer Hütte.

Der Weg von unserer Hütte zum Strand führte in den Addo Elephant Park und an den wohl schönsten Strand an dem ich bisher war.



Ein richtiges Wüstengefühl kam hoch und wir blieben bis zum Sonnenuntergang einfach nur auf unserer Düne sitzen oder rannten sie nochmal bis zum Meer hinunter, weil es so viel Spaß machte.


Am nächsten Morgen ging es weiter nach Krysna.
Dort übernachteten wir ein letztes Mal „on the way“ und genossen während der Fahrt die Garden Route so sehr, dass ich kaum Fotos davon habe.


Am nächshsten Tag fuhren wir mit einem kurzen Abstecher an Betty’s Bay  zu unserem Endziel Kapstadt!

Pikkewyne (mal wieder ;))

Wir verbrachten unseren ersten Abend an Camp’s Bay rannten ins Meer und mit erfrorenen Zehen genauso schnell wieder raus.

Die nächsten Tage tingelten wir ein wenig durch die Stadt und besuchten die Waterfront, wer wollte machte einen Fallschirmsprung.
Hoch motiviert kletterten wir auf den Lion’s Head und quälten uns trotz Hitz und vielen Menschen den Weg entlang. An sich ist der Aufstieg nicht allzu schlimm, doch das Warten vor Leitern und schwierigeren Passagen hat doch genervt.

Zum Glück waren auf dem Gipfel nicht so viele Menschen wie erwartet und wir konnten ungestört die Aussicht genießen.

Plötzlich war das Jahr schon wieder vorbei und
wir feierten Silvester auf einer Hausparty eines Capetonian mit herrlichem Ausblick und viel zu wenig Feuerwerk, aufgrund von Brandgefahr in der ganzen Kapregion.

Frohes Neues Jahr noch einmal!

Zum Neujahrsbeginn und als Weihnachtsgeschenk ging ich mit Lea Paragliden und wir segelten vom Signal Point herunter in den Stadtteil Sea Point. Das Grinsen habe ich nicht aus dem Gesicht bekommen, man durfte kurz selbst lenken und wenn man wollte (ich wollte) gab es eine kleine Achterbahneinlage!

Natürlich ging es auch nochmal zum Cape Point und sogar weiter zum kleinen Leuchtturm ganz vorne an der Halbinsel.


Für einen Tag wurde sogar noch das kleine Wellington besucht und seit dem 4. Januar sind wir schon wieder voll im Mosaic Center eingespannt. Noch kommen zwar keine Kinder und es sind noch Ferien, doch die Küche will eingerichtet und gestrichen, ein zweites Büro umgeräumt und alle Sachspenden wollen sortiert und weggeräumt werden. Da nichts geplant werden muss und keine Kinder dabei sind, die einen Plan gerne umschmeißen, ist unsere Arbeit bisher sehr entspannt und noch habe ich ein bisschen das Feriengefühl, auch wenn Lars und ich jetzt schon unsere chaotische Reisetruppe vermissen!

Und zu guter letzt immer mit dabei in jedem unserer Mietautos und unser Ehrenmitglied:

Ein Stickeez aus dem Supermarkt als Glücksbringer!

Es weihnachtet

eher weniger.

Mir ist zu warm und auf Plätzchen und Schokolade habe ich auch keine Lust. Nur auf dem festival of lights in Paarl kam ein wenig Stimmung auf. Mit einem großen Fest, Life-Musik und mit vielen kleinen Ständchen wird der weihnachtliche Straßenschmuck angeschaltet und ab jetzt ist hier auch Adventszeit.
Sogar einen kleinen Weihnachtsmarkt gab es hier in Wellington, der in der Kirche stattfand und darin kleine Stände aufgebaut waren. Mit Einkaufskorb und Kasse am Ausgang hatte man eine witzige Mischung aus Ständchen schauen und normalem Supermarkt, aber herumbummeln konnte man auf jeden Fall.

Lars und ich werden unsere Weihnachten sehr idyllisch mit Rebecca, Philipp, Lenart und Lea im Auto verbringen. Ab diesen Donnerstag geht es für uns nämlich in die langen Sommerferien und unsere Trip durch Südafrika beginnt! Ich warne schon einmal vor, dass ich noch nicht weiß wie regelmäßig ich mich dann melden werde, auf Instagram werde ich aber hin und wieder ein paar Bilder posten!

Neben dem Lichterfest haben wir dieses Wochenende nichts unternommen, der spontanen Idee sonntags ins Cafe zu gehen und einen Kaffe zu trinken wurde durch die Öffnungszeiten einen Strich durch die Rechung gemacht. Nichts tun war auf jeden Fall sehr entspannnend und nach zwei anstrengenden, aber schönen Wochen zumindest für mich mal wieder nötig.

Durch die Americans arbeiteten wir morgens weiter auf der Baustelle, zu meinen besonderen Fähigkeiten auf dem Lebenslauf darf ich jetzt auch „kann Ziegelsteinmauern setzen“ schreiben und bisher steht die Wand sogar noch!

Mit den Kindern ging es ausnahmsweise an einem Dienstag ins Tuberkulose Krankenhaus in Paarl, um gespendete Puppen weiterzuschenken. Zum Glück waren derzeit nur sehr wenige Kinder auf der Station, manchmal ist sie sogar überbelegt.

Am meisten hat uns aber der Fall eines kleinen Mädchen getroffen, die mit Tuberkulose hergebracht und nie abgeholt wurde. Sie lebt bisher immer noch im Krankenhaus und man wartet nicht mehr ganz optimistisch auf die Eltern.
Ein etwas bedrückender Ausflug, aber auf jeden Fall super für die Kinder, sowohl für unsere als auch die Patienten dort.

Das Wochenende verflog mit einem Ausflug nach Franchoek von dem ich kein einziges Bild finden konnte, weil es wahrscheinlich nicht viel zu fotografieren gab. Bestehend aus einer Hauptstraße mit vielen Touristengeschäften und vielen imposanten Wohnhäusern ist Franchoek sehr überschaubar und schön anzusehen, mehr aber auch nicht. Die Nacht auf Sonntag und den Sonntag über habe ich dann krank immer in Reichweite der Toilette verbracht. Krank sein ist sehr blöd und ich fand es mehr als bescheiden, da ich zu meinem Glück auch noch einen Ausflug in die Kirche im township und nach Kapstadt verpasste. Es ließ sich aber nichts daran ändern und ehrlich gesagt bin ich fast froh einmal krank gewesen zu sein. Das war einer der Punkte wovor ich mich noch ein wenig gefürchtet habe, weil es doch anders ist in der „Fremde“ krank zu sein, wo sich Mama nicht um mich kümmert und ich gerade mit Magen und Darm Geschichten schlechte Erfahrungen habe. Es war aber alles halb so wild und ein weiterer Vorteil im Wg-Leben ist wohl auch, dass immmer jemand zuhause ist und einen alle zwei Stunden fragen kann, ob man noch am Leben ist und etwas braucht.

Pünktlich zum Wochenbeginn ging es mir wieder besser und es ging zurück auf die Baustelle und zum Afterschoolprogramm. Direkt mit Angepackt habe ich Montag nicht, sondern habe lieber einen Teil der Americans zur Nederburg Primary School in Paarl chauffiert.
Neben der Naledi Christian Academy in Potch habe ich hier in der Region noch keine Schule besucht und ein wenig hat sie mein Klischeedenken erfüllt. Zum Beispiel haben die Schüler in manchen Klassenräumen wirklich diese alten Holzpulte zum Aufklappen, andererseits gibt es auch eine Computerklasse und die Lehrer mit denen wir gesprochen haben waren sehr motiviert sie auszubauen.

Irgendwie stand diese Schule ein wenig im Kontrast zu den Geschichten über die Schulen auf denen unsere Afterschool Kinder sind. Dort erscheinen Lehrer nicht mehr nach der Examenszeit und die Schüler bekommen keinen Unterricht mehr, haben also frei. Der ehemalige Schüler in mir rebelliert zwar etwas aber mir tut es für die Kinder Leid, dass die Lehrer so wenig Lust auf Schule haben und einfach keinen Unterricht mehr machen wollen. Bertho (unsere WG-Student) studiert auch Lehramt und meinte, dass Lehrer in Südafrika von 7 Uhr morgens bis 7 Uhr abends arbeiten, da alle Nachmittagsangebote wie Sport oder Musik ihr Aufgabenbereich sind und man dafür einfach zu wenig Geld bekommt. Durch die hohen Studiengebühren hat man dazu auch noch Schulden oder man gibt auf und ist frustriert, weil auch die Kinder nicht lernen wollen und ständig die eigene Autorität in Frage stellen.
Er selbst zieht jetzt nach seinen letzten Prüfungen nach Dubai, arbeitet dort an einer Schule und kommt zurück, wenn er etwas Geld gemacht hat.

Der Besuch von Nederburg, Bertho und natürlich die um mich herumspringenden Afterschool Kinder, die schon jetzt nicht mehr zur Schule gehen, obwohl erst am 7. Dezember Ferien sind hat mich einfach nachdenklich gemacht, natürlich kann ich nicht wissen ob das nur Berthos Meinung ist, andere Schule besser sind und ich nur die schlechten/guten Beispiele haben, aber so bekomme ich hier nun einmal das Konzept Schule mit.
Dienstag und Mittwoch wurde wieder ein wenig am Haus herumgewerkelt und unsere Küche wurde endlich vom Zoll freigegeben, nachdem sich das Fiasko um die mysteriösen in China hergestellten Plastik-Flip Flops aufgelöst hat. Das hatte für ein wenig Verwirrung, eine Strafe von R200 und eine einwöchige Verzögerung gesorgt. Jetzt ist er aber da und ich finde, dass das Center schon viel schöner damit aussieht!

Donnerstags wurde von Anneke eine kleine Weihnachtsfeier für die Kinder im Afterschoolprogramm organisiert und so gab es es schon diese Woche eine kleine Bescherung.

Statt Tannenbaum, kramten wir den selbstgemalten Handabdruck-Baum heraus und natürlich gehört es zum südafrikanischen Weihnachten dazu zu braaien/grillen.

Das neuste und wohl schönste neue Spielzeug ist eine Plastikplane und etwas Spülmittel. Den gesamten Nachmittag wurde darauf geschlittert und gespielt. Wäre die Wasserrechnung nicht irgendwann zu hoch und Wasser kostbar.

Nebenbei wurde auch der Swopshop-Container ein wenig verschönert:

Die Hände wurden auch nur sehr kurz auf die Wand gedrückt, da sich der Container den ganzen Tag aufheizen konnte. Die nächste Bemalaktion sollten wir also in die Nacht verlegen oder Handschuhe anziehen.
Fast perfekt um 5 Uhr waren wir mit unserem bunten Programm auch schon durch und konnten uns ans aufräumen machen, was doch länger dauerte als gedacht, der Spaß davor machte den Aufräumstress aber auf jeden Fall wett!

Freitags lud Rebekka die Kinder zu einem Outing zur Lion Farm ein und mit einem gemieteten Minitaxi ging es mit lauter Musik und abgedrehtem Singen los.

Dort angekommen wurden unsere eigentlich sehr aufgedrehten und ungehorsamen Kinder plötzlich serh zahm als sie vom ersten Löwen angebrüllt wurden und wir hatten einen sehr entspannten Tag. Der Drakenstein Lion Park nimmt Löwen und Tiger auf, die in menschlicher Gefangenschaft wie in Zirkussen, Zoos oder Privathaltung waren und die nicht mehr asugewildert werden können. Durch schlechte Behandlung der vorherigen Besitzer mögen die meisten Tiere Menschen nicht wirklich und auch diese kleine Information hat die Kinder ganz ruhig und folgsam gemacht.

Ich bin in Versuchung einen Löwen für unser Afterschoolprogramm zu kaufen 😀

Zum Abschluss noch ein Gruppenbild von allen 17 Kindern, die gerade im Afterschoolprogramm sind und natürlich mit uns drei Deutschen.
Nächstes Jahr sollen mindestens 10 Kinder dazukommen und ich bin sehr gespannt wie wir damit klarkommen.

Für uns heißt es jetzt aber erstmal Sommerpause und Mitte Januar geht es dann mit noch mehr Motivation und neuen Ideen weiter! 🙂
Ich wünsche Ihnen allen eine besinnlichere Adventszeit als meine, viel Schnee und ich melde mich dieses Jahr bestimmt nochmal!