Es wird ernst..

Nach der längeren Sendepause fängt der Spaß erst richtig an. Der Tag des Abfluges rückt näher, wird greifbar (sogar meine Tickets sind schon da! 🙂 ) und ich hänge in der Schwebe. Alle Ausflüge und Aktivitäten vor Südafrika liegen hinter mir und ich habe nichts mehr vor.

Diese Woche kam ich aus der Mädchenfreizeit zurück, die sehr entspannt abgelaufen ist. Mit herrlichem Wetter und 26 motivierten Kindern (und 5-7 Mitarbeitern) waren wir in einem schön gelegenen Gruppenhaus in Olpe und konnten den umliegenden Wald und die Pferdekoppeln nutzen. Ob es den Anwohnern so gut gefallen hat, dass nachmittags plötzlich eine Sirene heult und Seuchen oder Aliens angekündigt werden, woraufhin Kinder mit Mundschutz, den Armen auf dem Kopf und auf einem Bein hüpfend über den Hof gefegt sind, weiß ich nicht, aber die Bremsen liebten uns und es hat riesigen Spaß gemacht. Nur die Wasserspiele mussten weggelassen werden, denn wie gerufen fing es am falschen Nachmittag an zu regnen und wir konnten das Programm nicht sinnvoll tauschen ohne unsere Geschichte der Zeitreise zu verwirren. Dafür hat das Wetter für die Geländespiele, den Waldlauf und fast alle Mahlzeiten gehalten, sodass ich mir einen schönen Sonnenbrand zulegen konnte.
Etwas übermüdet, mit Lachmuskelkater und ein bisschen genervt, weil wir einen Lausfall hatten, ging es viel zu schnell wieder zurück nachhause und in die stressigeren Vorbereitungen. Ein paar Formalitäten wie die Notfallkontakte, mein Konto für das Taschengeld oder die Anmeldung bei elefand mussten erledigt werden und die Abrechnung der Freizeit lief über mein Konto. Alles vor allem Fleißarbeit und seit gestern soweit wie möglich erledigt.

Und jetzt ist mein Terminkalender leer… bis auf Freunde treffen, die letzten Besorgungen machen, die Haare noch ein Stück kürzer schneiden und die Packliste noch dreimal überarbeiten. Das Nervige daran ist, dass es noch zu früh ist um mir den Koffer zu schnappen und konkret einzuräumen, sondern nur sehr exakt aufzuschreiben was genau ich mitnehmen werde. Der erste Nervenkitzel wird es auch sein den vollgepackten Koffer zu wiegen. Ich darf 23kg normales und 8kg Handgepäck mitnehmen und ich spiele mit der Idee alle Klamotten einfach anzuziehen, sodass es weder Hand- noch anderes Gepäck ist. Natürlich kann ich das unmöglich umsetzen außer ich habe vor zu schwitzen und die Nerven aller Mitreisenden zu strapazieren, wenn ich bei den Sicherheitskontrollen alles ausziehen muss und dabei auch noch durch die vielen Schichten unbeweglich bin. Immerhin meine Wintersachen werde ich wohl schon für den Flug anziehen, schließlich fliege ich in den Winter. Der allerdings auch eher mild ausfällt und es nur nachts sehr kalt werden kann. Zu viele Schichten werden da also auch nicht gebraucht.

Eigentlich muss ich mir noch nicht einmal so viele Gedanken um das Packen machen denn anders als bei Marie muss ich mir keine Sorgen um Shampoo, Sonnencreme oder Regale machen, da ich in eine Stadtregion komme und alles besorgt werden kann. Mir wurde sogar empfohlen möglichst viele Klamotten einfach dort zu kaufen und nur das Nötigste mitzunehmen, aber ohne wirklich Bescheid zu wissen wie das Klima dort wirklich ist (obwohl ich endlich mal mein Schulerdkundewissen anwenden konnte und alle Klimadiagramme und Wettervorhersagen studiert habe) möchte ich auf alle Eventualitäten vorbereitet sein! Außerdem gilt es auch persönliche Gegenstände wie Fotos und Dokumente auszusuchen und zumindest die Dokumente als Kopie, digital und als Original mitzunehmen. Alles sehr banale Fragen und ich kann sogar einen Tag lang darüber grübeln, ob ich besser eine stabile Handtasche oder einen Tagesrucksack mitnehme. Bald geht es auch für die Gastgeschenke nach Mainz in der Hoffnung noch ein wenig inspiriert zu werden und nicht nur Gummibärchen und Schokolade mitzubringen. Wenn ich überhaupt nichts finden sollte, können es ja wenigstens besondere Gummibärchen und eine besonders hübsch geformte Schokolade sein. Etwas anderes als Essen zu kaufen traue ich mich aber uach nicht richtig, weil ich die Projektleiter für die das Geschenk ist noch nicht einmal irgendwie kontaktiert habe. Bisher lief alles über das Mosaic Programm in Potch, dass schon etabliert und ausgebaut ist, während bei uns alles noch in Kinderschuhen steckt und die Leiter keine Zeit hatten zum Vorbereitungsseminar zu kommen.

Dazu wurde Marie von ihrer Vorfreiwilligen empfohlen einen leeren Kalender mitzunehmen und jeden Tag eine Erfahrung/Gedanken oder ähnliches hineinzuschreiben. Vielleicht muss jetzt auch noch ein Kalender in meinen Koffer passen, eventuell binde ich die Idee auch einfach nur in den Blog ein. Wieder etwas zum Nachdenken, Grübeln und Abwiegen oder auf die Spontanität vertrauen und hoffen, dass ich dort einen Kalender finde. Zu sehr möchte ich mich aber auch nicht auf die Möglichkeit dass ich im zweifelsfall Alles vor Ort kaufen könnte, da ich mir vorstellen kann, dass wir uns vor allem in der Anfangszeit erst einmal orientieren müssen bevor wir auf Shoppingtouren gehen.

Neben den ganzen Grübeleien werden natürlich auch die letzten Tage in Deutschland mit den Freunden und der Familie genossen und mindestens ein unpädagogischer Tag vor dem Fernsehr und mit viel zu viel Süßem muss vor der Abreise drin sein. Genauso wie eine kleine Abschiedsfeier mit meinen Freundinnen, die dann ja irgendwie auch in Frankreich oder in Tansania sind oder anfangen zu studieren. Und schon freue ich mich auf das erste Gruppenskypen, wenn wir alle in verschiedenen Ländern sind- Gerade liebe ich das Internet!

Feiern und Packen

Danke für die vielen Glückwünsche!

Letzte Woche Mittwoch und Donnerstag wurde das Abitur dann offiziell gefeiert und mir mein Zeugnis überreicht.
Mittwochs war die eher festliche Akademische Feier mit Zeugnisübergabe und den Lehrer-, Schüler- und Elternreden, sowie viel Musik, während donnerstags dann der Abiball und die Afterballparty stattgefunden hat. Noch gibt es kaum Bilder, da ich selbst keine machen konnte und der engagierte Fotograf seine gemachten Bilder noch nicht weitergeleitet hat. Es kann also sein, dass ich etwas aus dem Zusammenhang nochmal ein Bild von den Feierlichkeiten hochlade 🙂

Unser Motto war ABI Potter- 13 Jahre durchgemuggelt und natürlich durfte das Logo (das Wappen von Hogwarts modifiziert) auf dem Abiball nicht fehlen!

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Die feierliche Übergabe des Zeugnisses und im Auftrag von meiner Mutter etwas Prahlerei: Mein Abidurchschnitt ist 1,1 und die Plackerei in Physik hat sich gelohnt. Ich wurde für Bestleistungen im Fach Physik geehrt. Eine fantastische Gelegenheit es allen Lehrern, die an meiner LK-Kombi gezweifelt haben, zu zeigen und ihnen mit selbstzufriedenen Blicken „SIEHSTE“ zuzubrüllen.

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Es war wunderschön und sehr lustig, so hat sich zum Beispiel ein Lehrer extra für die Lehrerrede als Dumbledore verkleidet und uns weise Zukunftstipps gegeben . Am Abiball hat sich dann traditionell jeder Kurs mit einem kurzen Kursvideo vorgestellt (den Link zu unserem gibt es hier!) und bei leckerem Essen das Männerballet genossen. Unser Kursviedeo hatte sogar mal ein Ende, leider musste das aber wegen begrenzter Zeiten weggeschnitten werden.  Auf der AfterballParty konnte dann noch getanzt werden, wobei hier die meisten Eltern sich schon verzogen hatten, um der Jugend Platz zu machen.

Nächstes Bild: Ich fix und fertig geschminkt und gestylt und mein Opa, der unbedingt ein Bild von seiner herausgeputzten Enkelin braucht, da er mich sonst eher im Alltags-/Schlumberlook kennt. Im Hintergrund ist mein kleiner Bruder und Oma Eis (lange Geschichte wie sie zu ihrem Namen kam). Zum Abiball war aus Platzmangel leider nur die engste Familie (Eltern, Geschwister) zugelassen, dafür durfte man auf der Akademischen Feier so viele Personen mitbringen wie man wollte oder eben kannte.

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Zu guter letzt ein Abschlussbild von allen 169 Abiturienten. Jetzt wissen wir wie sich Stars fühlen, wenn sie im Blitzlichtgewitter stehen und langsam aber sicher einen Krampf vom vielen Lächeln bekommen. Alles in allem zwei wunderschöne Feiern und auch das Aufräumen war weniger schlimm als erwartet.

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Meine Schulzeit ist damit wirklich erfolgreich beendet und meine gesamte Konzentration kann auf die weiteren Zukunftspläne gerichtet werden. Zum Beispiel habe ich angefangen in meinem Kleiderschrank herumzuwühlen und lege alles für den Jakobsweg Benötigte in Haufen auf meinen Schreibtisch (brauchen tue ich ihn ja jetzt erst einmal nicht mehr), hake fleißig die Packliste ab und stelle eine Einkaufsliste mit Dingen zusammen, die ich noch kaufen muss. So drücke ich mich jetzt schon seit längerer Zeit vor dem Kauf einer Sonnenbrille- warum weiß ich überhaupt nicht, aber morgen muss ich doch noch losziehen und meine Billig-Sonnenbrille, die es kostenlos zum ABI-Pulli gab, ersetzen.
Mein Schreibtisch sieht jetzt so aus:IMG_1510

Mein Schlafsack ist schon in den Rucksack gequetscht und nimmt da doch mehr Platz weg als ich erwartet hatte. Ich denke, solange ich nicht ausversehen meinen Schreibtischkram wie den Karton für unseren Kater Franz einpacke, sollte alles hineinpassen. Den Drucker habe ich heute auch schon heiß laufen lassen, damit ich von allen Tickets und Dokumenten Kopien dabei habe und mich etwas sicherer fühle.
Samstag kommt dann Pilgerfreundin 1 oder 2 oder einfach Marie vorbei und wir packen zusammen und überprüfen, ob wir alles haben. So haben wir beschlossen uns einfach ein paar Reiseutensilien wie Duschgel, Shampoo oder Sonnencreme, sowie unseren Proviant gemeinsam zu nutzen und möglichst gerecht auf jeden zu verteilen. Natürlich wird auch auf die andere Pilgerfreundin Raika verteilt, aber sie vergnügt sich bis Sonntag noch mit Skifahren, dass heißt sie darf unsere Entscheidungen nur abnicken ;D

Ansonsten heißt es Freunde verabschieden und fleißig eine Adressenliste schreiben, um auf jeden Fall Postkarten schreiben zu können.

Kurze Lernpause

Da meine Motivation zu lernen doch stagniert, versuche ich es mal mit dem Aufschieben und drücke mich, indem ich mich mal wieder melde.

Letzte Woche hat die Zukunft an meiner Tür geklopft. Natürlich nicht wirklich, aber irgendwie wurden die gesamten Zukunftspläne greifbarer und das war dann doch etwas erschreckend. Ich habe mit Freunden im Foyer gesessen und wir haben festgestellt, dass wir in weniger als einem halben Jahr auf vier unterschiedlichen Kontinenten sein werden. Die Vorstellung so weit weg zu sein war dann doch etwas erschreckend aber gleichzeitig auch fantastisch. Ich gebe zu, dass ich mittlerweile Leute verstehen kann, die die Schulzeit vermissen. Es ist schon merkwürdig nicht mehr in die Schule zu müssen (außer für die letzte Prüfung am Mittwoch- es steht jetzt fest) und man realisiert, dass man nicht mehr alle Mitschüler treffen wird und wahrscheinlich den Kontakt zu ihnen verliert. Klar ich werde mit meinen Freundinnen in Kontakt bleiben, aber es ist illusorisch zu glauben, dass man knapp 170 Schüler nicht aus den Augen verliert. Vor allem wenn wir uns eben in alle vier Windrichtungen zerstreuen.
Wirklich traurig bin ich allerdings noch nicht oder werde ich nicht sein, denn gerade überwiegt einfach die Freude auf alles Kommende.
So macht es unheimlich Spaß Urlaub ohne die Eltern zu planen und man kommt sich unheimlich erwachsen und reif dabei vor, bis man dann eben doch noch einmal nachfragt was sie davon halten.

Im Hinblick auf das Pilgern bin ich abwechselnd entspannt, gespannt und dann aufgeregt nervös. Unsere Packliste ist modifiziert, wir sind weiterhin fest entschlossen und ich fühle mich eigentlich vorbereitet. Wobei die Betonung natürlich auf ‚eigentlich‘ liegt. Beim Probewandern (na gut sagen wir Probespaziergang) ohne großes Gepäck im Rucksack mit Pilgerfreundin/Nummer 1 oder 2 bin ich 10km gelaufen und habe mir prompt Blasen geholt. Beziehungsweise ich habe die schon vorhandenen Blasen noch verschlimmert, indem mein Blasenpflaster verrutscht ist. Mein Ziel für die nächsten Wochen ist es also meine Blasen heilen zu lassen und mir bloß keine neuen Wunden zu laufen, denn in meinen Wanderschuhen laufe ich blasenfrei, nur in gefühlt allen anderen Schuhen reiben sich meine Füße blutig. Ich beäuge schon sehr nervös meine Ballschuhe.
Außerdem haben wir gelernt, dass man sich a) nicht auf Wegweiser verlassen kann und wir b) definitiv Karten brauchen, da wir einen leicht zu verwirrenden Orientierungssinn besitzen. Trotz Landstraße, ungefähre Kenntnis der Gegend und der Tatsache, dass wir in die richtige Richtung geschubst wurden, haben wir uns nämlich doch etwas verlaufen und mussten einen Umweg nehmen. Oder um es schönzureden: Wir haben unbewusst die landschaftlich reizvollere Strecke genommen. Ich versuche mir einzureden, dass wir, da wir von der Geburtstagsfeier einer Freundin mit Übernachtung zurückliefen und doch etwas übernächtigt waren, einfach nicht richtig wach waren und unser Orientierungssinn noch nicht hochgefahren war. Richtig Überzeugen kann ich mich selbst jedoch nicht, schließlich bin ich ohne einen Blick auf den Stadtplan auch in Städten, die ich seit Jahren kenne, hoffnungslos verloren.

Ünermüdet und mal wieder orientierungslos.. mit einem grauenhaften Selfie festgehalten, denn normalerweise sind wir wunderschön!
Übermüdet und mal wieder orientierungslos.. mit einem grauenhaften Selfie festgehalten, denn normalerweise sind wir wunderschön! (rechts ich-links Pilgerfreundin1 oder2)

Einen zweiten Blick auf unser Laufexperiment gibt es jetzt auch, Pilgerfreundin 1 oder 2 schreibt nämlich auch im Netz und zwar hier! Dahinter steht vor allem die Verwandtschaft, die unbedingt wissen will wo das Kind über einen Monat im Ausland durch die Gegend stapft.
Die tollsten Neuigkeiten kommen aber von der anderen Pilgerfreundin. Sie hat sich auch über weltwärts für einen Freiwilligendienst beworben, wurde endlich genommen und ist in Tansania gelandet! Das liegt in Ostafrika und macht uns meiner Meinung nach damit zu Nachbarn. Ich freue mich riesig für sie und nochmal für mich, weil es soviel schöner ist, sich zusammen auf etwas zu freuen. Ein riesiges Gesprächsthema fürs Pilgern ist also schon verfügbar 😉
Auch die Büchersuche beginnt,denn wir versuchen Bücher für unser Tolino/ Kindle zu kaufen, die der jeweils andere noch nicht hat, um dann zur Not tauschen zu können. Denn wir glauben, dass wir nicht den ganzen Tag miteinander reden oder still vor uns Hindenken können ohne uns mal auf die Nerven zu gehen. Gerade abends werden wir Kartenspiele oder Bücher brauchen und es ist wirklich schwierig jetzt Bücher zu kaufen und sie NICHT zu lesen. Allein schon im Internet nach Büchern zu suchen und einzuschätzen, ob ich in ein paar Wochen Lust darauf habe, finde ich schwierig. Toll finde ich auf jeden Fall die Onleihe für Ebookreader, denn damit kann ich die ersten zwei Wochen schon mit vielen Büchern füllen und vielleicht wird sich ein kostenloser Hotspot zum Ausleihen neuer Bücher finden.

Meine Lernmittel rufen, ich kehre zu Ethiken, Wirklichkeitsperspektiven und der Frage nach Gerechtigkeit zurück, denn auch wenn es nicht mehr um das Bestehen des Abiturs geht, möchte ich die letzte Prüfung doch auch noch sauber über die Bühne bekommen.
Danke für die gedrückten Daumen!

Die Post ist daaa!

Nachdem ich im letzten Artikel so über die Post gewettert habe, brachte sie mir heute vor allem tolle Briefe vorbei.
Mit im Paket für meine Mutter war eine Karte von Südafrika dabei! Danke dafür 🙂 Denn neben der traditionellen Karte sind auch Tipps für sehenswerte Orte gleich mitgeliefert worden und da mir mindestens 21 Tage Urlaub zustehen, habe ich hoffentlich auch die Gelegenheit viele davon umzusetzen. Jetzt kann ich mich nicht mehr verlaufen, falls einmal das Internet ausfällt (was wohl öfter vorkommen kann), denn ohne Stadtpläne bin ich ziemlich orientierungslos.

Danke auch an alle weiteren Spenden <3, ich kann es jedes Mal auf Neue nicht fassen, dass Sie mich unterstützen und ich bin unfassbar dankbar dafür!

Ein Brief mit etwas anderem Inhalt war auch mit dabei: mein Pilgerausweis. Den brauche ich natürlich nicht für Südafrika, sondern für die jetzt noch endlos andauernde Zwischenzeit. Mitte März werde ich mit Abitur und viel freier Zeit dastehen und ich habe vor diese zu nutzen.

Mit zwei Freundinnen möchte ich von Saint Jean Pied de Port nach Santiago de Compostela pilgern, Ende März geht es los. Durch Zufall hatten wir alle gleichzeitig den Reisebericht „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling gelesen und spontan beschlossen es ihm nachzutun.


Mein Pilgerausweis 🙂

Dass wir so früh losgehen hat den Vorteil, dass wir möglicherweise den größten Menschenmassen entgehen, andererseits kann noch Schnee auf den Wegen liegen. Die eigentliche Herausforderung ist es jedoch zu packen beziehungsweise sich für alle Eventualitäten einzudecken ohne die 10kg Grenze zu knacken und keinen Esel mieten zu müssen. Unsere ersten Packlisten waren leider auf Sommer ausgelegt, da uns erst der Bericht über Schnee die Augen für die eigentlichen Temperaturen geöffnet hat.
Jetzt versuchen wir das Ganze auf das hoffentlich effizientere Zwiebelprinzip umzuplanen, denn Ende April, Anfang Mai kann es eben auch warm werden. Allgemein kann es auch beim Laufen wärmer werden und da es keine Kleidung gibt, die sich von alleine auf jedes Wetter einstellt, müssen wir uns mit Fragen herumschlagen wie: Brauchen wir wirklich Handschuhe, Skiunterwäsche oder Hirschtalgsalbe?
Das Internet spuckt massenweise Vorschläge und Geheimtipps aus, die sich durchaus widersprechen können, was es leider noch komplizierter macht.
Also versuchen wir uns nur daran zu orientieren, nerven meinen Vater, der selbst eine Tour mit Freunden durch Schweden gemacht hat und werden letztendlich auf gut Glück losziehen. Schließlich sind wir ja nicht in der abgeschiedenen Pampa, sagt meine Logik. Trotzdem will mein Bauchgefühl, dass alles perfekt durchgeplant ist.
Immerhin: meine neuen Wanderschuhe passen perfekt und werden fleißig eingelaufen und die Tickets sind gebucht.
Das richtige Packen und in den Rucksack basteln wird nochmal aufregend. Vielleicht spiele ich zur Vorbereitung noch etwas Tetris und braucht man wirklich ein Notfallzelt?

Erste Anlaufschwierigkeiten

Mein erster Blogartikel!
Ich bin zwar immer noch am Rumbasteln und Formatieren, aber mit dem ersten Blogeintrag wird meiner Meinung nach alles eingeweiht und damit eröffnet!
Herzlich Willkommen also zu meinem neuen und ersten Blogeintrag 🙂

Und auch zu meinem ersten Bericht über unerwartete Probleme.

Ende Januar wurde mir mein Vertrag über einen Freiwiligendienst in Südafrika zugesandt und ich sollte ihn unterschrieben zurücksenden. Kein Problem! Ziemlich aufgeregt habe ich die Bedingungen und Informationen gelesen und habe das Gefühl genossen meinen ersten richtigen Vertrag zu unterschreiben. Außerdem war es für mich in diesem Moment der letzte Schritt, nachdem es kein Zurück mehr geben soll und ich mich endgültig für das Auslandsjahr entscheide.
Am folgenden Montag habe ich dann auch gleich den Vertrag zur Post gebracht, denn es sollte eine Frist eingehalten werden. Bis Freitag vor Fassenacht sollte der Vertrag da sein mit der Bemerkung, dass spätere Verträge nicht berücksichtigt werden.
Auf der Post wurde ich gefragt, ob ich den Super-Express-wirfahrendeinePostinderLimousinevorbei Dienst nehmen möchte, dann wäre der Vertrag am nächsten Tag da, oder ob ich ein normales Einschreiben bevorzugen würde.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch 4 Tage Zeit bis die Frist abläuft und dachte blauäugig, da 2-3 Tage Lieferung reichen, nehme ich das Einwurfeinschreiben.
Das Tolle am Einwurfeinschreiben ist, dass man einen Code für eine Sendungsverfolgung erhält und prüfen kann, wann der Brief ankommt. Normalerweise ist ein Einschreiben genauso lang wie ein Brief unterwegs und ich blieb optimistisch, als mein Schreiben dienstags schon bearbeitet war.
Als es aber donnerstags immer noch bearbeitet wurde und anscheinend mit Samthandschuhen hin und hergereicht oder gestreichelt wurde ohne es in das 2-Stunden Zugfahrt entfernte Bad Bonnef zu liefern, bekam ich langsam Panik.
Mit meinen Eltern beschloss ich noch bis Freitag zu warten, morgens nachzuschauen, ob es geliefert wurde und notfalls dort anzurufen. Ich verzog mich also in die Schule, während meine Eltern schließlich vormittags anriefen und mit einem liebenswürdigen Anfrufbeantworter reden konnten, der ihnen mitteilte, dass das Büro bis Aschermittwoch nicht besetzt sei.
Meine Panik erreichte ihren Höhepunkt. Ich hatte Angst, dass ich meinen Platz deswegen verliere und ja ich bin dann der Typ Mensch, der sich Vorwürfe macht warum ich es nicht anders gemacht habe. Ich habe mich also geärgert nicht die Expresssendung zu nehmen und habe ein bisschen verzweifelt überlegt, was ich denn machen würde wenn alles schiefgeht. Mein Wochenende war mäßig entspannt.
Samstags kam dann die Nachricht, meine Sendung läge zur Abholung in der Postfiliale vor Ort bereit und es läge ein Zettel im Briefkasten. Keine wirkliche Erleichterung meinerseits, aber Immerhin ist mein Brief angekommen, auch wenn ein Einwurfeinschreiben einfach in den Briefkasten eingeworfen werden kann. Meine Alternativlösungen wie schnell hinfaxen/mailen, Brieftauben losschicken oder doch einfach hinfahren und es persönlich abliefern, konnten also verworfen werden.
Also hieß es warten bis das Büro besetzt wird und zuversichtlich bleiben. Das schreibst sich so leicht, war aber das Schwierigste.

Heute sollte das Büro wieder besetzt sein und wir riefen erneut an. Alles in Ordnung der Vertrag ist da, ich bin jetzt ganz offiziell angenommen.
Vielleicht bin ich vor Erleichterung auch ein bisschen abgehoben als das Alles von mir abgefallen ist.

Aufgaben für die nächsten Tage: Vorfreuen!

Und an alle da draußen, die mich schon mit einer Spende unterstützt haben, einen riesigen Dank!
Für meinen Freiwilligendienst benötige ich nämlich auch Spenden, da nur 75% der Kosten vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) getragen werden und mein Trägerverein es sonst aus eigenen Mitteln finanzieren müsste. Da das DSJW (siehe Trägerorganisation) ein Verein mit knapp über hundert Mitgliedern ist und ca 50 Freiwillige losschickt, kann man sich vorstellen, dass die Kosten unmöglich zu tragen wären.
Der Freiwilligendienst soll aber trotzdem für jeden offen sein (unabhängig von der finanziellen Situation des Einzelnen oder der Organisation), weshalb die Restkosten eben als Spenden gesammelt werden sollen.
Ohne Spenden komme ich also nicht nach Afrika, weshalb jeder, der etwas gibt mich sozusagen auf die Reise schickt!
Noch gibt es den Spendenbutton allerdings nur bei Frau Mutti (das Blog meiner Mutter).
Und weil ich es nicht oft genug sagen kann: DANKE <3