ABI-2016

Abi ist geschafft! Die Schulzeit ist jetzt endlich richtig vorbei und das wurde mit dem Abistreich von Donnerstag auf Freitag gefeiert.

Donnerstags um 15 Uhr ging es Richtung Schule um Luftballons aufzublasen:

 Zumindest solange bis ein Sportverein in der Halle Sport machen wollte. Also wurden die 7 Kompressoren abgebaut und riesige Luftballonwürste über den Schulhof ins Foyer geschleppt. Der weitere Abend beziehungsweise die Nacht wurde mit aufpusten, Kabelbinder festziehen und Luftballons hochtragen verbracht. Ich träume immer noch von dem dann doch penetranten Gummigeruch.

Arbeitsplatz: Foyer. Mit lauter Musik und viel Proviant und Cola, damit die Nacht überstanden wird.

Und der Lehrergang (Gang der zum Lehrerzimmer, dem Sekretariat und zu diversen Büros führt) füllte sich langsam aber stetig mit vielen bunten Luftballons. Alle mit irgendwelchen Druckfehlern, sodass wir eine lustige Mischung aus Hochzeits-, McDonalds- oder anderen Werbeluftballons hatten.

Eine Luftballonwurst wird geleert. Das funktioniert ein bisschen so wie das Zahnpastatuben ausquetschen, nur dass Luftballons den Plastiksack partout nicht verlassen wollen.

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Viel höher konnten wir die Ballons nicht stapeln, da die Lampen zu heiß waren und die Luftballons daran zerplatzten. Insgesamt haben wir 25000 Luftballons aufgeblasen plus/minus ein paar zerplatzten oder von Beginn an kaputten Exemplaren.

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Ich im Luftballonhaufen und jetzt weiß ich wieder warum Bällchenbäder so toll waren 🙂

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4 Uhr morgens: Der Gang ist voll! Natürlich wurden nicht nur Luftballons aufgeblasen, sondern auch das Sekretariat geschmückt:

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Mit vielen Post-It Zetteln wurden die Wände mit Smileys und Sinnsprüchen verschönert, da der Arbeitsalltag doch recht stressig sein kann und unsere Sekretärinnen eine Aufmunterung bestimmt benötigen.
Der Haupteingang wurde zum Bahnhof mit dem Gleis 9 3/4 umfunktioniert, durch den die Schüler in Einkaufswägen durchgefahren wurden:

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Und zu guter letzt schleppten wir noch Tische aus dem Schulgebäude, um noch einmal ganz laut zu brüllen: Wir haben ABI! ABI-2016!
Nach einem letzten Schultag, der nur 24h dauerte, verabschiede ich mich jetzt also endgültig von dieser Schule!
Es war eine wunderbare Zeit und ich werde die Schulzeit ein wenig vermissen… aber nur ein klitzekleinesbisschen 😀

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Kurze Lernpause

Da meine Motivation zu lernen doch stagniert, versuche ich es mal mit dem Aufschieben und drücke mich, indem ich mich mal wieder melde.

Letzte Woche hat die Zukunft an meiner Tür geklopft. Natürlich nicht wirklich, aber irgendwie wurden die gesamten Zukunftspläne greifbarer und das war dann doch etwas erschreckend. Ich habe mit Freunden im Foyer gesessen und wir haben festgestellt, dass wir in weniger als einem halben Jahr auf vier unterschiedlichen Kontinenten sein werden. Die Vorstellung so weit weg zu sein war dann doch etwas erschreckend aber gleichzeitig auch fantastisch. Ich gebe zu, dass ich mittlerweile Leute verstehen kann, die die Schulzeit vermissen. Es ist schon merkwürdig nicht mehr in die Schule zu müssen (außer für die letzte Prüfung am Mittwoch- es steht jetzt fest) und man realisiert, dass man nicht mehr alle Mitschüler treffen wird und wahrscheinlich den Kontakt zu ihnen verliert. Klar ich werde mit meinen Freundinnen in Kontakt bleiben, aber es ist illusorisch zu glauben, dass man knapp 170 Schüler nicht aus den Augen verliert. Vor allem wenn wir uns eben in alle vier Windrichtungen zerstreuen.
Wirklich traurig bin ich allerdings noch nicht oder werde ich nicht sein, denn gerade überwiegt einfach die Freude auf alles Kommende.
So macht es unheimlich Spaß Urlaub ohne die Eltern zu planen und man kommt sich unheimlich erwachsen und reif dabei vor, bis man dann eben doch noch einmal nachfragt was sie davon halten.

Im Hinblick auf das Pilgern bin ich abwechselnd entspannt, gespannt und dann aufgeregt nervös. Unsere Packliste ist modifiziert, wir sind weiterhin fest entschlossen und ich fühle mich eigentlich vorbereitet. Wobei die Betonung natürlich auf ‚eigentlich‘ liegt. Beim Probewandern (na gut sagen wir Probespaziergang) ohne großes Gepäck im Rucksack mit Pilgerfreundin/Nummer 1 oder 2 bin ich 10km gelaufen und habe mir prompt Blasen geholt. Beziehungsweise ich habe die schon vorhandenen Blasen noch verschlimmert, indem mein Blasenpflaster verrutscht ist. Mein Ziel für die nächsten Wochen ist es also meine Blasen heilen zu lassen und mir bloß keine neuen Wunden zu laufen, denn in meinen Wanderschuhen laufe ich blasenfrei, nur in gefühlt allen anderen Schuhen reiben sich meine Füße blutig. Ich beäuge schon sehr nervös meine Ballschuhe.
Außerdem haben wir gelernt, dass man sich a) nicht auf Wegweiser verlassen kann und wir b) definitiv Karten brauchen, da wir einen leicht zu verwirrenden Orientierungssinn besitzen. Trotz Landstraße, ungefähre Kenntnis der Gegend und der Tatsache, dass wir in die richtige Richtung geschubst wurden, haben wir uns nämlich doch etwas verlaufen und mussten einen Umweg nehmen. Oder um es schönzureden: Wir haben unbewusst die landschaftlich reizvollere Strecke genommen. Ich versuche mir einzureden, dass wir, da wir von der Geburtstagsfeier einer Freundin mit Übernachtung zurückliefen und doch etwas übernächtigt waren, einfach nicht richtig wach waren und unser Orientierungssinn noch nicht hochgefahren war. Richtig Überzeugen kann ich mich selbst jedoch nicht, schließlich bin ich ohne einen Blick auf den Stadtplan auch in Städten, die ich seit Jahren kenne, hoffnungslos verloren.

Ünermüdet und mal wieder orientierungslos.. mit einem grauenhaften Selfie festgehalten, denn normalerweise sind wir wunderschön!
Übermüdet und mal wieder orientierungslos.. mit einem grauenhaften Selfie festgehalten, denn normalerweise sind wir wunderschön! (rechts ich-links Pilgerfreundin1 oder2)

Einen zweiten Blick auf unser Laufexperiment gibt es jetzt auch, Pilgerfreundin 1 oder 2 schreibt nämlich auch im Netz und zwar hier! Dahinter steht vor allem die Verwandtschaft, die unbedingt wissen will wo das Kind über einen Monat im Ausland durch die Gegend stapft.
Die tollsten Neuigkeiten kommen aber von der anderen Pilgerfreundin. Sie hat sich auch über weltwärts für einen Freiwilligendienst beworben, wurde endlich genommen und ist in Tansania gelandet! Das liegt in Ostafrika und macht uns meiner Meinung nach damit zu Nachbarn. Ich freue mich riesig für sie und nochmal für mich, weil es soviel schöner ist, sich zusammen auf etwas zu freuen. Ein riesiges Gesprächsthema fürs Pilgern ist also schon verfügbar 😉
Auch die Büchersuche beginnt,denn wir versuchen Bücher für unser Tolino/ Kindle zu kaufen, die der jeweils andere noch nicht hat, um dann zur Not tauschen zu können. Denn wir glauben, dass wir nicht den ganzen Tag miteinander reden oder still vor uns Hindenken können ohne uns mal auf die Nerven zu gehen. Gerade abends werden wir Kartenspiele oder Bücher brauchen und es ist wirklich schwierig jetzt Bücher zu kaufen und sie NICHT zu lesen. Allein schon im Internet nach Büchern zu suchen und einzuschätzen, ob ich in ein paar Wochen Lust darauf habe, finde ich schwierig. Toll finde ich auf jeden Fall die Onleihe für Ebookreader, denn damit kann ich die ersten zwei Wochen schon mit vielen Büchern füllen und vielleicht wird sich ein kostenloser Hotspot zum Ausleihen neuer Bücher finden.

Meine Lernmittel rufen, ich kehre zu Ethiken, Wirklichkeitsperspektiven und der Frage nach Gerechtigkeit zurück, denn auch wenn es nicht mehr um das Bestehen des Abiturs geht, möchte ich die letzte Prüfung doch auch noch sauber über die Bühne bekommen.
Danke für die gedrückten Daumen!

Endspurt

Das Wichtigste zuerst: von ganzem Herzen DANKE für die vielen Spenden! Ich kann es nicht oft genug sagen und hoffe, dass meine Freude auch richtig rüberkommt. Genauso freue ich mich auch über die vielen Ermutigungen und Tipps fürs Pilgern.

Diese Woche war mein letzter regulärer Schultag, dass heißt jetzt muss ich nur noch zum mündlichen Abitur antanzen und darf hin und wieder in die Schule gehen, um mich mit meiner Religionslehrerin zu treffen . Mit ihr gehen wir dann die Prüfungsthemen durch und üben gemeinsam für übernächste Woche Montag, Dienstag oder Mittwoch, denn meine mündliche Prüfung findet in Religion statt. Fest steht der Termin erst nächste Woche Freitag. Bis dahin heißt es mal wieder lernen! Etwas entspannter als vor dem schriftlichen ABI bin ich aber schon, einerseits weil ich dafür Mathe, Physik und Deutsch lernen musste und andererseits mein ABI schon in der Tasche habe. Sollte ich also ein totales Blackout haben und mit Null Punkten aus der Prüfung gehen, habe ich trotzdem mit einem sehr guten Schnitt bestanden.
Noch geht es nicht ganz in meinem Kopf rein, dass ich jetzt wirklich fast fertig bin mit der Schule und nie mehr in den Unterricht muss. Vielleicht bin ich deswegen noch nicht so sentimental wie einige meiner Mitschüler, die Erinnerungsfotos von der Schule machen.
Auf jeden Fall genieße ich schon die neue freie Zeit, die erfolgreich von meinen Eltern für Hunderunden ausgenutzt wird.
Bei Sonnenschein und blauem Himmel ist ein Spaziergang allerdings keine allzu lästige Pflicht:

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Auch das Lernen wird richtig schön, wenn man im warmen Wintergarten liegen kann. Frühling, ich freue mich gerade ungemein auf dich! Da mein Wunsch nach viel Schnee im Winter nicht in Erfüllung gegangen ist, darf sich das matschige Grau gerne in frühlingshaftes Grün verwandeln.
Allen ein schönes, sonniges Wochenende 🙂