Umzug und ein Kurzurlaub

Endlich durften wir unsere Sachen packen und umziehen!

Unsere neue Hütte ist eine richtige Studentenbude, obwohl nur ein echter Student hier wohnt. Unsere anderen beiden Mitbewohner sind Helikopterpiloten (der eine ist Engländer) und alle drei sind sehr nette Leute. Berto, der Student, kann wegen der Proteste gegen die Studiengebühren gerade nicht zur UNI und sein Examen machen, weshalb er das Leben genießt und es oft Braai-Abende mit seinen Kommilitonen gibt. Unsere beiden Piloten dagegen arbeiten schon früh morgens und sehr viel, sodass wir sie tagsüber kaum zu Gesicht bekommen. Dafür trifft man sich abends und lässt den Tag ausklingen.

Unser Haus:

Sogar mit kleinem Pool!

Mein Zimmer sieht noch etwas leer aus:

Aber die Gesellschaft macht unseren Umzug am Schönsten! Dazu dürfen wir jetzt auch Freunde einladen, haben Wlan und es gibt kein Alkoholverbot mehr (letzteres war zwar auszuhalten aber unnötig!).

Das nächste Wochenende wurde für einen Trip nach Hermanus verplant. Noch ist dort Walsaison und Alex, Lars und ich beschlossen zusammen hinzufahren. Schließlich ist der Ort nur 2 Stunden entfernt und wir dürfen das Mosaic-Auto benutzen, wenn wir den Sprit bezahlen. Freitagabend ging es dann direkt los und über eine landschaftlich abenteuerliche Route über die Berge nach Hermanus. Wir kamen im Hermanus Bagpacker unter und fielen nach dem Abendessen direkt ins Bett, um Samstag mit der Küstenroute loszulegen.

Die Coastal Route führt von Hermanus immer weiter an der Felsküste entlang zu einem riesigen Sandstrand und soll der beste Platz zur Walbeobachtung von Land aus sein. Mit einem Fernglas bewaffnet wanderten wir los und genossen die Aussichten aufs Meer und hielten immer wieder an, um Seehunde zu beobachten oder Ausschau nach Walen zu halten.

Letztere ließen sich leider nicht blicken, die Hauptsaison ist schon vorbei und das Meer war zu unruhig, aber professionell sahen wir dabei schon aus:

Gemütlich schlendernd kamen wir gegen Mittag am Strand an und erweiterten den Spaziergang, um die vielen gestrandeten Blue Bottle Quallen und Schnecken anzuschauen.

Mit dem Taxi fuhren wir danach noch zum Old Neighbours Market, der gerade in dem Momrnt schloss als wir ankamen. Trotzdem bummelten wir an den Ständen vorbei und erhaschten noch einen letzten Blick auf die Ware.

Nach einer längeren Mittagspause fuhren wir noch zum Old Harbour und kletterten an die Felsenküste.

Den Abend verbrachten wir mit einer deutsch-englisch gemischten Truppe, die wir im Bagpacker kennengelernt hatten und trafen später sogar noch eine deutsche Freiwilligengruppe aus Kapstadt. Es sind doch mehr Deutsche in Südafrika als gedacht!

Über Betty’s Bay und Stellenbosch fuhren wir am Sonntag wieder nach Hause und schauten eben Pinguine statt Wale.

Und Dassies lungerten auch hier herum!

Mit einem Kaffee in Stellenbosch beendeten wir unseren kleinen aber feinen Kurzurlaub.

Die Woche startete wieder alltäglich, Mittwoch holten wir Rebekka (auch aus Deutschland) vom Flughafen ab, sie hilft uns für einen Monat im Projekt. Das passt natürlich perfekt, denn die Amerikaner kommen schon nächste Woche und werden alle Tage etwas auf den Kopf stellen. Unsere Vorbereitungen laufen mittlerweile auf Hochtouren: Nielen denkt sich eifrig Trump-Witze aus und klärt den Hausbau ab, während Lars versucht den Schiffscontainer der unsere Küche wird, möglichst günstig hierher transportieren zu lassen.

Ansonsten genießen wir die milden Frühlingstage mit 35 Grad und ich habe noch immer Spaß am Afterschoolprogramm!

Zusammengefasst: Uns geht es ziemlich gut und wir können uns nicht beklagen!

2 Monate schon :0

Seit zwei Monaten bin ich jetzt schon in Wellington und es kommt mir einerseits sehr kurz vor, die Zeit ist schon ein wenig verflogen und dann kommt es mir so lang vor, weil schon so viel passiert ist. 

Noch 10! Monate to go und heute mal wieder ein kleines Update was so passiert ist, leider mit sehr wenigen Bildern.

Das Afterschoolprogramm ist wieder angelaufen, wir sortieren gerade fleißig die Zeugnisse der Kinder, um sie besser unterstützen zu können und planen ein Outing zum Krankenhaus. Außerdem suchen wir neue Familien, die wir in unser Programm aufnehmen können und luden zu einer kleinen Infoveranstaltung ein. 

Wenn alles klappt kommen dann nochmal gut 10 Kinder mehr zum Afterschoolprogramm und dann wird sowohl Afrikaans als auch isiXhosa gesprochen und Englisch als Verständigungssprache noch wichtiger. Mit dem English-Wednesday versuchen wir das etwas strikter durchzuziehen und sprechen mittwochs nur noch Englisch. Nielen fasste das schön zusammen: „You are not allowed to speak Afrikaans, isiXhosa, German or nonsense, only English!“ (übersetzt: du darfst kein Afrikaans, isiXhosa, Deutsch oder Unsinn reden, nur Englisch). Natürlich wirde ich direkt dabei ertappt wie ich Lars in Deutsch nach der Uhrzeit frage. Seitdem erwische ich mich dabei wie ich ihn etwas in English fragen will oder nach dem deutschen Wort für etwas suche.

Vormittags wird der Besuch der Freiwilligengruppe aus den USA geplant, die ab dem 19.11 weitere Häuser bauen und eine Küche mitbringen! Außerdem feierten wir das einjährige Bestehen des Mosaic in Paarl Valley und sortierten alle Werkzeuge und Baumaterialien mit Sallie. Sallie ist einer der Arbeiter und leider kannte weder er noch wir manchmal die englische Bezeichnung des Werkzeuges. Auf unserer Bestandsliste steht jetzt also hin und wieder so etwas wie 3 teeth fork für eine Mistgabel mit 3 Zinken. Kreativ sind wir ja schon :D. Vielleicht müssen wir aber auch nochmal nach den richtigen Bezeichnungen suchen, damit Nielen nicht an uns verzweifelt.

Wie bereits erzählt haben wir vor ein paar Wochen ein kleines Mittagessen für die Kinder vor dem eigentlichen Start des Programms eingeführt und wenn Nozuko Zeit und Lust hat, wird für die Kinder gekocht. Sehr praktisch für mich, um mich einmal durchzuprobieren und Samp, Papp oder eine frittierte Fischsoße kennenzulernen. Alles natürlich mit Fleisch oder Fisch ;),  denn wie Yolande so schön gesagt hat, sonst ist es zu gesund und macht nicht satt. 😀 

Stück für Stück werden wir also in einen winzigen Teil der südafrikanische Küche engeführt und noch will ich auch alles probieren. Ein wenig Überwindung hat mich nur der kleine Snack hier gekostet:

Gegrillte (was sonst, es lebe das braaien!) Hühnerfüße mit einer braunen Soße! Es schmeckte zwar oder zum Glück? nur nach der Soße und ich wollte den Fuß nich ganz in den Mund nehmen, aber es war eigentlich ganz lecker und lustig zu essen. Gerne nochmal, nur dann bitte mit Servietten! Die hatten wir nämlich vergessen und das kleine Stück Taschentuch reichte nicht aus, um die fettigen Finger loszuwerden.
Freitag Abend waren wir zum Essen bei einer deutschen AuPair Alex eingeladen. Lustigerweise haben wir von ihr über zwei Besucherinnen aus Marysburg erfahren, die sobald sie erfuhren, dass wir Deutsche sind uns ihre Nummer gaben :D.  Da Alex Gasteltern in Las Vegas sind lud sie alle spontan zu sich aufs Weingut ein und machte fantastische Wraps. 

Zuerst waren wir alle etwas schüchtern, aber als wir nach etwas gezwungenem Smalltalk feststellten, dass wir Deutsche vor dem gefährlichen Südafrika gewarnt werden und Daphey und Tiffany (die Südafrikanerinnen aus Marysburg)  erzählten, dass sie in der Schule vor dem bösen Deutschland erzählt bekommen war das Eis gebrochen. Jetzt wollten wir wissen warum und fingen wirklich an uns zu unterhalten. Wir versuchten deutsche Kulturen und unser Leben dort zu erklären, während Daphney und Tiffany wiederrum uns von ihrer Kindheit im township erzählten und versuchten Xhosa Rituale zu beschreiben. Irgendwann konnten wir aber nicht mehr viel zum Thema beitragen, denn vor allem als Daphney uns erzählte wie es im township in Marysburg zugeht, konnten Alex und ich nur noch schlucken. Im Nachhinein versteht man jetzt auch, was die Südafrikaner, die beim Zwischenseminar waren meinten, wenn sie von der Sicherheit in Deutschland schwärmen. Natürlich ist es nur in bestimmten Gegenden so unsicher, was uns auch Daphney und Tiffany immer wieder versicherten, aber gerade in Marysburg ist „Krieg“. 

Trotz beklemmender Themen war der Abend sehr sehr schön und hat gut getan!

Nächste Woche ziehen wir bei Nielen ein, solange er mit seiner Familie Urlaub macht und dann ist eine Einladung zum Abendessen bei uns geplant. Ich freue mich sogar richtig darauf kochen zu können und zur Abwechslung einmal Nozuko, Yolande und Alex einzuladen. 

Einleben :)

Grüße an das Alltagsleben zuhause! Eine der Dinge, die ich noch nicht vermisse: den Alltag, denn noch ist alles neu und aufregend, sodass ich jede kleinste Kleinigkeit spannend und erwähnenswert finde. Sollte ich also zu sehr ausschweifen liegt das vor allem an meiner Begeisterung :D.

Unser erstes Wochenende hier in meinem neuen Zuhause wurde direkt mit einem Ausflug zum West Coast National Park begonnen. Denn nur für drei Wochen im Jahr blüht dort alles und genau jetzt ist eben Blümchenzeit! Um 11 Uhr schnappten Lars und ich etwas Brot oder besser gesagt etwas gesünderes Toast, etwas Käse und fuhren los! Laut Google Maps brauchen wir 2 Stunden dorthin und nachdem wir das Autoradio zum funktionieren gebracht hatten, wurde die Fahrt auch nicht zu langweilig. 1km vor der Abzweigung standen dann plötzlich sehr viele Autos auf dem Seitenstreifen und nach kurzem Überlegen verstanden wir, dass alle diese Leute auch zum Park wollten! Das hätte uns eigentlich vorher klar sein können, schließlich ist Wochenende und es gibt nur diesen schmalen Rahmen für die Blumenzeit. Etwas dreist quetschten wir uns in die Reihe und machten uns ein wenig Sorgen um den Wohnwagen zwei Autos hinter uns, der unablässig dampfte wie Trockeneis. Nach einer knappen Stunde warten konnten wir endlich in den Park hinein und über den Hinweis schmunzeln, dass Schildkröten hier Vorfahrt haben. DSC_0263

Neben vielen Blumen, gibt es in dem Nationalpark auch einen fantastischen Strand und Viehzeug! Ich bereue es doch ein wenig keine echte Kamera oder ein Fernglas mitgenommen zu haben, denn mein Handyzom ist grauenhaft und die Tiere meist weiter weg. Leider auch das Zebrababy 🙁
Alles in allem gab es sehr viel zu sehen und wer weiß vielleicht nutzen wir nächstes Mal auch eine der Braai-Feuerstellen am Strand oder bringen Badeklamotten mit:

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Die Woche startete mit vollem Einsatz und wir wurden direkt eingespannt! Was sehr gut tut und viel mehr Spaß macht als erstmal nur zuzuschauen.
Bis auf einen kleinen Ausflug nach Malmesbury und der Tatsache, das es hier regnen und kalt sein kann, lief die erste Woche sogar schon so ab wie es in den nächsten Monaten laufen soll und ich es aktualisiert in meine Projektbeschreibung geschrieben habe. Natürlich haben wir noch nicht alles selbstständig geplant und es wird noch dauern bis alles reibungslos läuft (falls das jemals der Fall sein sollte) und wir uns auch mit den anderen Mitarbeitern Tuz und Yolandi eingespielt haben.

Freitag wurde ich dann ins Belegsystem eingeführt. Alle Ausgaben müssen belegt werden und dann beschriftet nach Potch geschickt werden. Mit einem Scanner und Internet wäre das kein Problem, ohne fotografierte ich sie mit dem Handy ab und es ging mit Nielen nachhause, um sie zu versenden. Mein Handy ist jetzt also voller Bilder von Belegen und ich musste sehr viele Emails schicken, weil die Bilder so viel Platz verbraucht haben. Wlan sollte eigentlich schon letzte Woche eingerichtet werden, aber hier braucht alles etwas länger und auf jeden Fall lerne ich hier geduldig zu sein.
Danach wäre eigentlich Möbel kaufen angesagt, aber kurzfristig schauten wir uns einfach eine komplett neue Wohnung an. Für das gleiche Geld hätten wir dann neben eigenen Zimmern auch Küche und Bad. Das wäre zwar richtig cool, aber der Vermieter will ausdrücklich keine Studenten und es gibt noch einen weiteren Interessenten. Also heißt es abwarten und hoffen. Unsere jetzige Wohnung ist zwar fantastisch, um neue Leute kennenzulernen, aber ein paar Kleinigkeiten wie die Küche, in der man alles nochmal abspülen muss bevor man es benutzt , machen es etwas unwohnlich. Klar kann man sich arrangieren, doch eine Alternative wäre prima vor allem jetzt, wenn man weiß das sie existiert!

Freitagnachmittag ging es mit einem Teil der Kinder zu einem der wöchentlichen „Outings“ auf eine Krokodilfarm namens „Le Bonheur“. In welchem Zusammenhang das französische Wort für Glück mit Krokodilen steht, hat sich mir zwar noch nicht ganz erschlossen, aber ich war genauso aufgeregt wie die Kinder. Zuerst dachte ich, dass wäre ein Touristenausflugsziel bis unser Führer dort erklärt hat, das die Farm eigentlich dazu da ist Krokodile zu züchten und dann  das Fleisch zu verkaufen und dass das Touristengeschäft nebenher läuft. Mittlerweile kann man in einem Käfig ähnlich wie beim Hai-Beobachten mit den Nil-Krokodilen ins Wasser gehen. Unsere Tour hingegen blieb über der Wasseroberfläche auf einem Steg hin zu den Krokodilkindern, die man auch anfassen durfte, wenn ihnen das Maul mit einem Gummi zugebunden wurde. Dazu wurde uns wirklich viel über Krokodile erzählt und uns wurde empfohlen im Sommer noch einmal vorbeizuschauen, da dann die Krokodile gefüttert werden können, da sie in den Wintermonaten kein Essen verdauen. Praktischerweise gab es alle Erklärungen auf Afrikaans und nachdem ich wohl sehr verloren ausgesehen habe auch auf Deutsch.

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Das Wochenende wurde zum Entspannen genutzt, um Lars und meine Erkältung auszukurieren. Die südafrikanischen Killer-Schnupfenviren haben uns voll im Griff und ich bin sehr glücklich über meinen Nasensprayvorrat und die Onleihe, die mich mit Büchern versorgt. Eigentlich wollten wir noch Wellington erkunden, ein paar Geschäfte anschauen und eine Post, einen Buchladen und einen Waschsalon oder ähnliches ausfindig machen. Die kleineren Geschäfte schließen samstags aber schon um 12:00 Uhr und da wir viel zu spät (4 Uhr) losgelaufen sind, waren wir direkt unmotiviert weiterzusuchen und landeten in der Gecko Lounge. Dort haben wir dann etwas getrunken und sehr früh zu Abend oder zu spät zu Mittag gegessen :D.

Soweit so gut, der Sonntag wurde vor allem verschlafen und verlesen und morgen geht es wieder los mit der Action!

Erste Arbeitstage

24.08.16

Montagmorgen um 6:20 Uhr aufstehen. Das ging zu Schulzeiten einfacher und jetzt bin ich einfach nur müde und friere, da das Haus immer kalt ist und die Sonne noch nichts aufwärmen konnte. Jammern bringt aber nichts und sobald alle fünf Mosaic Freiwilligen im Auto saßen, war ich doch wach und aufgeregt und wir wurden direkt quer durch das township Ikageng gefahren. Bis auf die Ledermanufaktur Made by Mosaic und die Bäckerei haben wir also ganz Mosaic Potch kennengelernt und nebenbei die Regeln, die für die Kinder im Afterschoolprogramm gelten beigebracht bekommen. Verstößt ein Kind gegen eine der Regeln bekommt es zum Beispiel einen Red Dot und darf freitags nicht an der besonderen Aktion (wie einen Film schauen oder im Kinderheim schwimmen gehen) teilnehmen. Ich durfte die Regeln direkt wieder vergessen, denn ich landete bei den Juniors, den Kindern im Kindergartenalter. Das war doch sehr anders als erwartet, vor allem weil die meisten besser Setswana als Englisch sprechen konnten und das Prinzip stillsitzen oder zuhören noch nicht verstanden haben. Außerdem stand ich erst einmal etwas ungeschickt daneben, um überhaupt erstmal den Ablauf kennenzulernen, der anscheinend immer variiert. Grundsätzlich soll den Kindern aber erst etwas beigebracht werden wie das Alphabet, die Zahlen oder warum man Zähne putzen muss, es wird etwas vorgelesen und dann gespielt. Das einzig Unangenehme war, dass die Kinder natürlich nicht wie kleine Engel mitgemacht haben, sondern spontan und unwillkürlich geklatscht oder geschrien haben oder aufgestanden sind und dann von ihrer Betreuerin geschlagen wurden. Das war kein fester Schlag ins Gesicht, sondern „nur“ ein leichter auf die Hand und obwohl ich darauf vorbereitet war, dass das hier Sitte ist (NICHT bei den großen Kindern im Afterschoolprogramm),  war es doch irgendwie krass. Besser gehört haben sie trotzdem nicht..

Müde vom ersten Tag, fielen wir schon um sieben ins Bett (gefühlte 10 Uhr) und zumindest ich schlief prima, sodass wir am nächsten Tag direkt mit unseren eigenen Ideen ins Afterschoolprogramm starten konnten. Für die Juniors wurde ein Winnie Pooh Buch herausgesucht und das Lied Head and Shoulders trainiert, während wir uns für die gemeinsame Zeit nach den Hausaufgaben und dem Lernen unter dem Thema Arts and Crafts Anleitungen für Papierflieger ausdruckten. Mitzugestalten und mitzumachen hat dann direkt mehr Spaß gemacht als nur zuzuschauen und ich glaube unser kleiner Papierfliegerwettbewerb kam bei den Kindern auch recht gut an. Viele kannten noch nicht einmal einen simplen Papierflieger, sodass wir sie vielleicht auf eine destruktive  Idee gebracht haben, was den Schulunterricht angeht ;).
Nach nur zwei Tagen kennenlernen und liebgewinnen mussten Lars und ich uns schon wieder verabschieden und haben zu einem Gruppenfoto genötigt, dass irgendwie alles einfängt. Niemand kann still stehen und ein Teil ist überbelichtet.

Mittwoch ging es endlich nach Kapstadt! Beziehungsweise nach Wellington und ins dortige township Mbekweni.  Nach einem zweistündigen Flug wurden wir von Meyer abgeholt und sind direkt weitergefahren zur Baustelle von Mosaic. Dort werden gerade mit Hilfe von 24 weiteren deutschen Freiwilligen (ganzen Familien) die ersten Häuser gebaut und wir wurden direkt mit eingespannt und durften verputzen. Genau das richtige nach einem langen Flug und viel rumsitzen!

Danach wurde noch etwas die Gegend bewundert. Im Gegensatz zu Potch ist es hier wunderschön grün mit tollen Bergen! Eine Stunde entfernt sollen wir schon am Strand sein, also werde ich mich als ewig unentschlossener Meer.- und Bergfan sehr wohl fühlen!
Morgen fliegt Meyer wieder zurück nach Potch, sodass Lars und ich direkt alle Arbeiter abholen und zur Arbeit bringen dürfen, nachdem uns der Weg einmal gezeigt wurde. Zum Glück ist der Weg nicht zu schwer, also sollte das machbar sein und am Freitag kommen Meyer und Louise schon wieder nach Wellington, da dort gerade eine große Ablösung stattfindet und wir so schnell wie möglich eingearbeitet werden sollen.

Blick aus dem Zimmer!

Trotzdem haben wir morgen bis zum Afterschoolprogramm Zeit unsere Zimmer einzurichten, die bisher noch recht trist aussehen und deren Schränke schon besser ausgesehen haben. Im Vergleich zu den Unterkünften in Potch sehen sie ziemlich traurig aus, aber ich glaube sobald die Wände behängt sind, wird das langsam wohnlicher. Louise kommt nach dem Wochenende mit uns die nötigsten Sachen wie einen Mülleimer und einen Kühlschrank einkaufen.

Ab nach Potch!

21.08.16

Gestern morgen wurden dann die Koffer wieder zusammengepackt und irgendwie muss mein Koffer geschrumpft sein oder meine Sachen müssen sich vermehrt haben, denn der Koffer ging kaum noch zu. Ich habe schon ein bisschen Angst vor Mittwoch, wenn es dann wieder ins Flugzeug geht und ich Gepäckmaße und die Anzahl der Gepäckstücke einhalten muss. Fürs erste mussten die Koffer aber nur in den Kofferraum von Lance, einem der Projektleiter von Mosaic Potch passen und wurden nach einer halben Stunde ruckeliger Fahrt über Staubpisten in das Cottage in Louises und Meyers (Leiter von Mosaic) Garten ausgeladen. In ihrem kleinen Gartenhüttchen dürfen Lars und ich bis Mittwoch wohnen, obwohl sie selbst erst diesen Sonntag wieder nach Hause kommen.

Nachdem unser Gepäck abgeladen war, ging es zum Kinderhaus Abraham Kriel, wo wir unser Mittagessen abholen sollten und das Gepäck der anderen Mosaic Freiwilligen umgeladen haben. Daa wurde dann schonmal zu ihrem Haus gebracht und wir verbrachten den restlichen Tag mit warten, erzählen und das Gelände erkunden bis Lance herausgefunden hatte, wo wir unser Essen abholen können und was der allgemeine Plan für heute ist.

So haben wir noch weitere Freiwillige aus Deutschland kennengelernt, die für drei Monate im Abraham Kriel arbeiten und uns ein bisschen was über die Arbeit im Waisenhaus erzählen konnten, die wahrscheinlich härter ist als bei unseren Mosaic Projekten, da wir nicht 24h auf der Arbeit sind und so riesige Gruppen an Kindern selbstständig betreuen müssen.

Perfekt zur Mittagszeit konnten wir dann auch unser Essen abholen und bekamen noch riesige Pakete an Essen mit, sodass wir uns über das Wochenende selbst versorgen können und den Mengen nach zu urteilen die Nachbarschaft gleich mit. Zumindest für Lars und mich haben sie sich etwas vertan, da wir genauso viel Essen mitbekommen haben wie die vier anderen Mosaic Freiwilligen.

Also steht schonmal fest, dass wir sonntags (heute also) zu ihrem Haus laufen und gemeinsam kochen. Die Gegend wurde uns gestern schon ein wenig von Lance gezeigt, der uns auch schon die Einsatzplätze im township gezeigt hat. Dabei hat er versucht uns auch mit den Straßen vertraut zu machen und die leicht anderen Straßenregeln zu erklären. Außer das man am Stoppschild als guter Freiwilkiger auch wirklich stoppt und die Geschwindigkeitsbegrenzungen einhält, gilt nämlich an Kreuzungen „wer zuerst kommt fährt zuerst“, was doch ungewohnt ist. Nachdem Lance auch noch diebisch gelacht hat als wir immer von der falschen Seite ins Auto steigen wollte, waren alle Veränderungen, die mit dem Linksverkehr einhergehen abgedeckt und er ging mit uns und seiner Tochter in die Mooi Rivier (Schöner Fluss) Mall ein Eis essen.

Eigentlich mehr warme Zimtschnecke als Eis, aber trotzdem sehr sehr lecker :).  Dann war der Tag auch schon rum und wir sind bei unseren Häusern abgesetzt worden und eigentlich direkt ins Bett gefallen mit dem Ziel AUSSCHLAFEN!

Das hat sogar geklappt und nach einem Frühstück mit Müsli <3 liegen wir gerade noch faul in der Sonne und machen uns dann so um 1 Uhr auf zu den anderen Freiwilligen einkaufen und Mittagessen kochen. So weit sind unsere Tage hier noch sehr entspannt und ich fiebere auf mein Projekt hin! Vor allem freue ich mich darauf in meinem neuen Zuhause anzukommen und meinen Koffer für ein Jahr nicht mehr packen zu müssen!.
Ein kleines nachträgliches Bild von unserem spontanen Braai mit den anderen Freiwilligen am Abend:

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