Zweite Etappe

„Regen bringt Segen, doch wollen Sie sich draußen mal bewegen..“

Der erste Regentag mit Gewitter liegt jetzt hinter uns und es ist eine verkannte Kunst alle Beutel möglichst effizient auf den Bettgestellen und Stühlen zu verteilen, damit sie trocknen können. Trotz Regenschutz lief nämlich doch etwas Wasser hinten am Rücken in den Rucksack hinein. Ein hoch auf alle wasserdichten Säckchen, die ich zuhause als übertrieben bezeichnet habe! Wenige Bilder heute, da es irgendwann zu kalt und zu nass war und so die Lust am Fotografieren oder posieren schnell vergangen ist. Trotzdem sind wir wohlbehalten angekommen ohne uns neue Blasen zuzuziehen!

   
   

Unser warmer Kaffe, ein leckeres Pulver zum Lösen und aus Mangel an heißem Wasser mit lauwarmen Wasser gebrühtes Gemisch. Trotzdem hat er unser Frühstück aufgepeppt und die Laugenstangen mit Keksen hervorragend ergänzt! 

Dafür hatten wir abends ein sehr leckeres Essen und haben spontan eine gemütliche internationale Runde eröffnet. Jegliche Kenntnisse in Englisch und Französisch zahlen sich jetzt aus, denn es gibt sehr viel zu erzählen! Nur manchmal kommt man selbst mit diesem Sprachen nicht weiter, da nur koreanisch oder polnisch gesprochen wird. Dann wird es aber erst recht lustig, wenn phantomimisch Huhn dargestellt wird und man weiterhin munter Proviant teilt.

Der freundliche Verkäufer, der uns nebenbei auch noch unsere Gewürze für das Essen zusammenmixte, meinte wer den Camino läuft muss auch Rotwein trinken:

  
Er gab uns zwei gefüllte Plastikbecher und stieß mit uns an! Prost! 🙂 

Es sind einfach unglaublich viel freundliche Leute hier und man wird herzlich empfangen- Danke für diese Gastfreundschaft, sowas bin ich nicht gewohnt!

1. Etappe

Da das WiFi in vielen Orten oder Herbergen nicht frei oder nicht verfügbar ist, können die geposteten Artikel ab jetzt nicht mehr aktuell gepostet werden. Trotzdem versuche ich jeden Tag zu schreiben und es kann dann vorkommen, dass ich mehrere Artikel auf einmal veröffentliche 🙂

Am Dienstag sind wir wohlbehalten in Saint Jean Pied de Port angekommen und haben eine kleine und billige Unterkunft ergattert. Die Besitzerin ist äußerst tierlieb und hütet 10 Katzen und 4 Hunde, sodass ich wirklich keines unserer Haustiere vermissen musste. Dazu galt absolutes Schuhverbot und ganz im Sinne des Zen sollten wir uns gegenseitig respektieren. Ein bisschen schräg kam es uns schon vor, aber die Nacht konnte dort gut überstanden werden. Gleichzeitig haben wir dort andere Pilger kennengelernt und auch auf unserem Weg am nächsten Tag wiedergesehen. Man lernt sich wirklich unheimlich schnell kennen und schließt sich als Gruppe zusammen oder achtet während dem Laufen aufeinander. 

Die erste Etappe von Saint Jean Pied de Port bis nach Roncesvalles sind wir jedoch erst einmal nur zu dritt gelaufen und haben dann auf dem Weg andere Gruppen kennengelernt bis wir das letzte Stück als Teil einer größeren Gruppe gelaufen sind.
 Nach knappen 8 Stunden,26 km und vielen Höhenmetern, sind wir dann endlich in unser Pilgerherberge angekommen. 

  
Denn obwohl die Bergroute wegen Schnee gesperrt war, war die Alternativroute nicht unbedingt leichter. Diese verlief weiter unten im Tal entlang und schlängelte sich über die kleineren Hügel. 

  
Die eintönigen Passagen an der Straße entlang wurden durch eine fantastische Sicht weniger trostlos und nur der letzte Teil raubte alle Kräfte als es 2h lang nur noch steil nach oben ging. Mit einem hübschen Sonnenbrand und einer kleinen Blase sind wir ansonsten aber unbeschadet angekommen und haben an unserer ersten Pilgermesse auf spanisch teilgenommen. 

   
   
Die Messe fand in einer recht schönen Kirche statt und zumindest den Segen gab es in allen Sprachen der anwesenden Pilger.

  
So wurden vorher die Nationalitäten erfragt, um dann den Segen in koreanisch, afrikaans,englisch, deutsch, spanisch und weiteren Sprachen auszuteilen. Meiner Meinung nach eine sehr schöne Geste und auch die Herberge, die eigentlich ein umgebautes Kloster ist, ist sauber, hat warme Duschen und eigentlich kostenloses WiFi, dass heute aber leider nicht funktioniert.

Morgen soll es dann nach Larrasoana gehen!

Es geht los!

Ich sitze gerade im ICE Richtung Paris, denn heute geht es los! 4 Wochen wandern.. Ich bin aufgeregt und doch entspannter als vorher. Gestern musste ich noch 10 mal meinen Rucksack umpacken und jetzt weiß ich: Alles was ich nicht dabei habe, brauche ich nicht oder kann irgendwie noch besorgt werden. Ich kann mich also zurücklehnen und einfach nur vorfreuen.(und hoffen dass wir alle Züge so bekommen wie wir es geplant hatten) 

Unser Ankunftsort ist übrigens Saint Jean Pied de Port und von dort aus soll es bis Santiago de Compostela gehen.

  
Ich bin auf jeden Fall gespannt und versuche mich sooft wie möglich zu melden! 🙂

  

Feiern und Packen

Danke für die vielen Glückwünsche!

Letzte Woche Mittwoch und Donnerstag wurde das Abitur dann offiziell gefeiert und mir mein Zeugnis überreicht.
Mittwochs war die eher festliche Akademische Feier mit Zeugnisübergabe und den Lehrer-, Schüler- und Elternreden, sowie viel Musik, während donnerstags dann der Abiball und die Afterballparty stattgefunden hat. Noch gibt es kaum Bilder, da ich selbst keine machen konnte und der engagierte Fotograf seine gemachten Bilder noch nicht weitergeleitet hat. Es kann also sein, dass ich etwas aus dem Zusammenhang nochmal ein Bild von den Feierlichkeiten hochlade 🙂

Unser Motto war ABI Potter- 13 Jahre durchgemuggelt und natürlich durfte das Logo (das Wappen von Hogwarts modifiziert) auf dem Abiball nicht fehlen!

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Die feierliche Übergabe des Zeugnisses und im Auftrag von meiner Mutter etwas Prahlerei: Mein Abidurchschnitt ist 1,1 und die Plackerei in Physik hat sich gelohnt. Ich wurde für Bestleistungen im Fach Physik geehrt. Eine fantastische Gelegenheit es allen Lehrern, die an meiner LK-Kombi gezweifelt haben, zu zeigen und ihnen mit selbstzufriedenen Blicken „SIEHSTE“ zuzubrüllen.

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Es war wunderschön und sehr lustig, so hat sich zum Beispiel ein Lehrer extra für die Lehrerrede als Dumbledore verkleidet und uns weise Zukunftstipps gegeben . Am Abiball hat sich dann traditionell jeder Kurs mit einem kurzen Kursvideo vorgestellt (den Link zu unserem gibt es hier!) und bei leckerem Essen das Männerballet genossen. Unser Kursviedeo hatte sogar mal ein Ende, leider musste das aber wegen begrenzter Zeiten weggeschnitten werden.  Auf der AfterballParty konnte dann noch getanzt werden, wobei hier die meisten Eltern sich schon verzogen hatten, um der Jugend Platz zu machen.

Nächstes Bild: Ich fix und fertig geschminkt und gestylt und mein Opa, der unbedingt ein Bild von seiner herausgeputzten Enkelin braucht, da er mich sonst eher im Alltags-/Schlumberlook kennt. Im Hintergrund ist mein kleiner Bruder und Oma Eis (lange Geschichte wie sie zu ihrem Namen kam). Zum Abiball war aus Platzmangel leider nur die engste Familie (Eltern, Geschwister) zugelassen, dafür durfte man auf der Akademischen Feier so viele Personen mitbringen wie man wollte oder eben kannte.

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Zu guter letzt ein Abschlussbild von allen 169 Abiturienten. Jetzt wissen wir wie sich Stars fühlen, wenn sie im Blitzlichtgewitter stehen und langsam aber sicher einen Krampf vom vielen Lächeln bekommen. Alles in allem zwei wunderschöne Feiern und auch das Aufräumen war weniger schlimm als erwartet.

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Meine Schulzeit ist damit wirklich erfolgreich beendet und meine gesamte Konzentration kann auf die weiteren Zukunftspläne gerichtet werden. Zum Beispiel habe ich angefangen in meinem Kleiderschrank herumzuwühlen und lege alles für den Jakobsweg Benötigte in Haufen auf meinen Schreibtisch (brauchen tue ich ihn ja jetzt erst einmal nicht mehr), hake fleißig die Packliste ab und stelle eine Einkaufsliste mit Dingen zusammen, die ich noch kaufen muss. So drücke ich mich jetzt schon seit längerer Zeit vor dem Kauf einer Sonnenbrille- warum weiß ich überhaupt nicht, aber morgen muss ich doch noch losziehen und meine Billig-Sonnenbrille, die es kostenlos zum ABI-Pulli gab, ersetzen.
Mein Schreibtisch sieht jetzt so aus:IMG_1510

Mein Schlafsack ist schon in den Rucksack gequetscht und nimmt da doch mehr Platz weg als ich erwartet hatte. Ich denke, solange ich nicht ausversehen meinen Schreibtischkram wie den Karton für unseren Kater Franz einpacke, sollte alles hineinpassen. Den Drucker habe ich heute auch schon heiß laufen lassen, damit ich von allen Tickets und Dokumenten Kopien dabei habe und mich etwas sicherer fühle.
Samstag kommt dann Pilgerfreundin 1 oder 2 oder einfach Marie vorbei und wir packen zusammen und überprüfen, ob wir alles haben. So haben wir beschlossen uns einfach ein paar Reiseutensilien wie Duschgel, Shampoo oder Sonnencreme, sowie unseren Proviant gemeinsam zu nutzen und möglichst gerecht auf jeden zu verteilen. Natürlich wird auch auf die andere Pilgerfreundin Raika verteilt, aber sie vergnügt sich bis Sonntag noch mit Skifahren, dass heißt sie darf unsere Entscheidungen nur abnicken ;D

Ansonsten heißt es Freunde verabschieden und fleißig eine Adressenliste schreiben, um auf jeden Fall Postkarten schreiben zu können.

ABI-2016

Abi ist geschafft! Die Schulzeit ist jetzt endlich richtig vorbei und das wurde mit dem Abistreich von Donnerstag auf Freitag gefeiert.

Donnerstags um 15 Uhr ging es Richtung Schule um Luftballons aufzublasen:

 Zumindest solange bis ein Sportverein in der Halle Sport machen wollte. Also wurden die 7 Kompressoren abgebaut und riesige Luftballonwürste über den Schulhof ins Foyer geschleppt. Der weitere Abend beziehungsweise die Nacht wurde mit aufpusten, Kabelbinder festziehen und Luftballons hochtragen verbracht. Ich träume immer noch von dem dann doch penetranten Gummigeruch.

Arbeitsplatz: Foyer. Mit lauter Musik und viel Proviant und Cola, damit die Nacht überstanden wird.

Und der Lehrergang (Gang der zum Lehrerzimmer, dem Sekretariat und zu diversen Büros führt) füllte sich langsam aber stetig mit vielen bunten Luftballons. Alle mit irgendwelchen Druckfehlern, sodass wir eine lustige Mischung aus Hochzeits-, McDonalds- oder anderen Werbeluftballons hatten.

Eine Luftballonwurst wird geleert. Das funktioniert ein bisschen so wie das Zahnpastatuben ausquetschen, nur dass Luftballons den Plastiksack partout nicht verlassen wollen.

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Viel höher konnten wir die Ballons nicht stapeln, da die Lampen zu heiß waren und die Luftballons daran zerplatzten. Insgesamt haben wir 25000 Luftballons aufgeblasen plus/minus ein paar zerplatzten oder von Beginn an kaputten Exemplaren.

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Ich im Luftballonhaufen und jetzt weiß ich wieder warum Bällchenbäder so toll waren 🙂

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4 Uhr morgens: Der Gang ist voll! Natürlich wurden nicht nur Luftballons aufgeblasen, sondern auch das Sekretariat geschmückt:

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Mit vielen Post-It Zetteln wurden die Wände mit Smileys und Sinnsprüchen verschönert, da der Arbeitsalltag doch recht stressig sein kann und unsere Sekretärinnen eine Aufmunterung bestimmt benötigen.
Der Haupteingang wurde zum Bahnhof mit dem Gleis 9 3/4 umfunktioniert, durch den die Schüler in Einkaufswägen durchgefahren wurden:

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Und zu guter letzt schleppten wir noch Tische aus dem Schulgebäude, um noch einmal ganz laut zu brüllen: Wir haben ABI! ABI-2016!
Nach einem letzten Schultag, der nur 24h dauerte, verabschiede ich mich jetzt also endgültig von dieser Schule!
Es war eine wunderbare Zeit und ich werde die Schulzeit ein wenig vermissen… aber nur ein klitzekleinesbisschen 😀

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