Es wird ernst..

Nach der längeren Sendepause fängt der Spaß erst richtig an. Der Tag des Abfluges rückt näher, wird greifbar (sogar meine Tickets sind schon da! 🙂 ) und ich hänge in der Schwebe. Alle Ausflüge und Aktivitäten vor Südafrika liegen hinter mir und ich habe nichts mehr vor.

Diese Woche kam ich aus der Mädchenfreizeit zurück, die sehr entspannt abgelaufen ist. Mit herrlichem Wetter und 26 motivierten Kindern (und 5-7 Mitarbeitern) waren wir in einem schön gelegenen Gruppenhaus in Olpe und konnten den umliegenden Wald und die Pferdekoppeln nutzen. Ob es den Anwohnern so gut gefallen hat, dass nachmittags plötzlich eine Sirene heult und Seuchen oder Aliens angekündigt werden, woraufhin Kinder mit Mundschutz, den Armen auf dem Kopf und auf einem Bein hüpfend über den Hof gefegt sind, weiß ich nicht, aber die Bremsen liebten uns und es hat riesigen Spaß gemacht. Nur die Wasserspiele mussten weggelassen werden, denn wie gerufen fing es am falschen Nachmittag an zu regnen und wir konnten das Programm nicht sinnvoll tauschen ohne unsere Geschichte der Zeitreise zu verwirren. Dafür hat das Wetter für die Geländespiele, den Waldlauf und fast alle Mahlzeiten gehalten, sodass ich mir einen schönen Sonnenbrand zulegen konnte.
Etwas übermüdet, mit Lachmuskelkater und ein bisschen genervt, weil wir einen Lausfall hatten, ging es viel zu schnell wieder zurück nachhause und in die stressigeren Vorbereitungen. Ein paar Formalitäten wie die Notfallkontakte, mein Konto für das Taschengeld oder die Anmeldung bei elefand mussten erledigt werden und die Abrechnung der Freizeit lief über mein Konto. Alles vor allem Fleißarbeit und seit gestern soweit wie möglich erledigt.

Und jetzt ist mein Terminkalender leer… bis auf Freunde treffen, die letzten Besorgungen machen, die Haare noch ein Stück kürzer schneiden und die Packliste noch dreimal überarbeiten. Das Nervige daran ist, dass es noch zu früh ist um mir den Koffer zu schnappen und konkret einzuräumen, sondern nur sehr exakt aufzuschreiben was genau ich mitnehmen werde. Der erste Nervenkitzel wird es auch sein den vollgepackten Koffer zu wiegen. Ich darf 23kg normales und 8kg Handgepäck mitnehmen und ich spiele mit der Idee alle Klamotten einfach anzuziehen, sodass es weder Hand- noch anderes Gepäck ist. Natürlich kann ich das unmöglich umsetzen außer ich habe vor zu schwitzen und die Nerven aller Mitreisenden zu strapazieren, wenn ich bei den Sicherheitskontrollen alles ausziehen muss und dabei auch noch durch die vielen Schichten unbeweglich bin. Immerhin meine Wintersachen werde ich wohl schon für den Flug anziehen, schließlich fliege ich in den Winter. Der allerdings auch eher mild ausfällt und es nur nachts sehr kalt werden kann. Zu viele Schichten werden da also auch nicht gebraucht.

Eigentlich muss ich mir noch nicht einmal so viele Gedanken um das Packen machen denn anders als bei Marie muss ich mir keine Sorgen um Shampoo, Sonnencreme oder Regale machen, da ich in eine Stadtregion komme und alles besorgt werden kann. Mir wurde sogar empfohlen möglichst viele Klamotten einfach dort zu kaufen und nur das Nötigste mitzunehmen, aber ohne wirklich Bescheid zu wissen wie das Klima dort wirklich ist (obwohl ich endlich mal mein Schulerdkundewissen anwenden konnte und alle Klimadiagramme und Wettervorhersagen studiert habe) möchte ich auf alle Eventualitäten vorbereitet sein! Außerdem gilt es auch persönliche Gegenstände wie Fotos und Dokumente auszusuchen und zumindest die Dokumente als Kopie, digital und als Original mitzunehmen. Alles sehr banale Fragen und ich kann sogar einen Tag lang darüber grübeln, ob ich besser eine stabile Handtasche oder einen Tagesrucksack mitnehme. Bald geht es auch für die Gastgeschenke nach Mainz in der Hoffnung noch ein wenig inspiriert zu werden und nicht nur Gummibärchen und Schokolade mitzubringen. Wenn ich überhaupt nichts finden sollte, können es ja wenigstens besondere Gummibärchen und eine besonders hübsch geformte Schokolade sein. Etwas anderes als Essen zu kaufen traue ich mich aber uach nicht richtig, weil ich die Projektleiter für die das Geschenk ist noch nicht einmal irgendwie kontaktiert habe. Bisher lief alles über das Mosaic Programm in Potch, dass schon etabliert und ausgebaut ist, während bei uns alles noch in Kinderschuhen steckt und die Leiter keine Zeit hatten zum Vorbereitungsseminar zu kommen.

Dazu wurde Marie von ihrer Vorfreiwilligen empfohlen einen leeren Kalender mitzunehmen und jeden Tag eine Erfahrung/Gedanken oder ähnliches hineinzuschreiben. Vielleicht muss jetzt auch noch ein Kalender in meinen Koffer passen, eventuell binde ich die Idee auch einfach nur in den Blog ein. Wieder etwas zum Nachdenken, Grübeln und Abwiegen oder auf die Spontanität vertrauen und hoffen, dass ich dort einen Kalender finde. Zu sehr möchte ich mich aber auch nicht auf die Möglichkeit dass ich im zweifelsfall Alles vor Ort kaufen könnte, da ich mir vorstellen kann, dass wir uns vor allem in der Anfangszeit erst einmal orientieren müssen bevor wir auf Shoppingtouren gehen.

Neben den ganzen Grübeleien werden natürlich auch die letzten Tage in Deutschland mit den Freunden und der Familie genossen und mindestens ein unpädagogischer Tag vor dem Fernsehr und mit viel zu viel Süßem muss vor der Abreise drin sein. Genauso wie eine kleine Abschiedsfeier mit meinen Freundinnen, die dann ja irgendwie auch in Frankreich oder in Tansania sind oder anfangen zu studieren. Und schon freue ich mich auf das erste Gruppenskypen, wenn wir alle in verschiedenen Ländern sind- Gerade liebe ich das Internet!