There’s a fire on the mountain

Run, run, run!
Eines der vielen Kinderspiele, die wir auf dem Seminar kennengelernt haben, fängt genau so an und hier wird es ein bisschen zu echt. Es brennt in und um Paarl und Wellington seit 2 Wochen. Durch den nicht vorhandenen Regen und einen kräftigen Wind kann man den gesamten Tag mindestens zwei Feuer in den Bergen betrachten die einfach nicht aufhören zu brennen. Das führt dazu, dass das ganze Tal voller Rauch ist und der Himmel so aussieht:

Die Feuerwehr kommt nicht mehr zur Ruhe und in Supermärkten kann man direkt Essen und Trinken an die vielen Helfer spenden.

Auf den vielen außerhalb gelegenen Weingütern kann man die Feuer noch besser sehen, ein kleiner Dank an Alex für die Bilder.

Ein wenig gruselig ist es schon, wenn es so viel brennt und nur mit Bedacht gelöscht wird, da noch immer eine Wasserbegrenzung gilt.
Das Problem ist auch, dass es nicht nur außerhalb in den Bergen brennt, sondern auch innerhalb des townships hin und wieder.
So es auch bei einer unserer Mosaic-Familien Mitte Dezember gebrannt, wir versuchen jetzt mit Kleinigkeiten zu helfen.
Vorgestern und heute hat es wieder ein bisschen geregnet und ich habe auch jeden Fall gelernt mich sehr über Regen zu freuen. Dann noch ein richtiges Sommergewitter in den nächsten Tagen und ich wäre glücklich.

MItte Dezember fing auch wieder unser Afterschoolprogramm an und damit es nicht zu einfach wird haben wir jetzt 47 statt den anfänglichen 17 Kindern und leider noch keine weiteren Helfer. Bisher ist der Anfang noch ein  bisschen ruckelig, die Kinder können noch nicht rechtzeitig kommen, wegen unterschiedlichen Schulzeiten und auch wir brauchen ein bisschen Zeit, um uns von Gruppen mit vier Kindern auf 12 Kinder einzustellen. Glücklicherweise können fast alle Xhosa-Kinder ein recht gutes Englisch sprechen, mit Afrikaans konnte ich mich anfreunden aber den Klicklauten im isiXhosa gebe ich mich geschlagen.

Vor allem die vielen Xhosa-Namen sind noch eine Herausforderung und das wir drei Zwillingspärchen haben vereinfacht die Sache nicht gerade. Das wir viel, viel mehr Kinder haben, merke ich vor allem an der Hilfe die ich noch anbieten kann. Vorher konnten wir mit einem oder zwei Kindern alle Hausaufgaben druchackern und ihnen das Multiplizieren noch einmal in Erinnerung rufen, jetzt springt man von Kind zu Kind und kann nur noch bei ‚kleineren‘ Problemen helfen. Noch haben wir nicht mehr die Zeit die gesamte Past Tense mit einem Kind durchzugehen, wir probieren übernächste Woche einen neuen Zeitplan aus bei dem das vielleicht geht. Dafür können wir endlich die ganzen Sportspiele spielen, für die wir immer zu wenige Mitspieler hatten. Außerdem konnten wir endlich das Talent Development Programm angehen und organisieren jeden Montag Freiwillige, die den Kindern je nach Interesse Theater, Singen oder Aerobic beibringen. Da sowieso jedes Lied, das im Radio kommt, eifrig mitgeschmettert wird, wird Singen für die Kinder perfekt sein und vielleicht findet sich auch noch jemand, der Lust hat den Kindern Trompete oder Posaune beizubringen. Dann würden auch die gespendeten Musikinstrumente genutzt und stünden nicht so einsam im sonst leeren Regal.

Zu guter Letzt habe ich jetzt auch schon meine erste Arzt und Klinik Odyssee hinter mir. Ich wollte mich bei einer Frauenärztin auschecken lassen (gleich vorweg: mir geht es supergut und alles was herauskam ist unbedenklich), denn bei Veränderungen in der Brust gehe ich lieber auf Nummer sicher. Nach zwei erfolglosen Terminen in einer Klinik bei denen ich je drei Stunden wartete und nichts bei rum kam,wurde ich nur immer unsicherer und musste Google meiden. In Deutschland hatte ich das alles noch nie und wer mich kennt weiß das ich mir sehr viele Gedanken machen kann. Tollerweise habe ich aber eine Nozuko als Arbeitskollegin, die die Zügel in die Hand nahm und genauso rasant hatte ich dann wenige Tage später die Meldung, dass alles in Ordnung ist. Ohne ihre Beziehungen hätte das alles wohl viel länger gedauert und ich muss zugeben es hat mich doch ziemlich belastet nur zu wissen, dass Krebs unwahrscheinlich wäre, ich brauche Gewissheit. Ganz ohne Arztbesuche scheine ich mich im Ausland also irgendwie nicht wohlzufühlen und mit meiner Mama ein wenig hysterisch werden hat ja auch noch gefehlt.
Es wird hoffentlich die erste und letzte Arztgeschichte hier in Südafrika sein!

Zum Abschluss ein Blick in unsere neue Küche bevor es morgen auf das Zwischenseminar geht. Dann ist auch schon die Hälfte meines Freiwilligendienstes vorbei und die Zeit rast nur so weg:

 

 

Sommerurlaub im Winter

Dezember! Weihnachts-, nein Sommer- und Urlaubszeit!

Ohne viel Zeit zu verlieren nahmen Lars und ich an unserem ersten freien Tag unsere Bagpacker und machten uns aus dem Staub!

Erstmal flogen wir  hoch nach Johannesburg und besuchten Rebecca, Philipp, Lea und Juliana in Potchefstroom. Sie arbeiten dort auch bei Mosaic und da wir am Anfang eine Woche mit ihnen gearbeitet haben und uns sehr gut verstehen beschlossen Rebecca und Philipp sich uns anzuschließen. Da ihre Ferien leider erst eine Woche später begannen vertrieben wir uns die Zeit damit andere Projekte wie die MRDP Farm, eines der Abraham Kriel Waisenhäuser und die Thlolego Farm zu besuchen.

Zuerst ging es zur MRDP Farm, die wir nach einer abenteuerlichen Fahrt durch unsere fantastische Google Navigation mit vielen Umwegen fanden.
Auf der MRDP Farm leben ungefähr 10 DSJW Freiwillige (unter anderem Klara und Ann-Christine) mit einem unserer Mentoren und helfen entweder vor Ort oder in den umliegenden Kindergärten.

Unter anderem gibt es eine kleine Fahrradfabrik auf der Farm und es werden von den umliegenden Dörfern diese Beads gefädelt, die von den Farmmitgliedern geprüft und gezählt werden. Eine Freiwillige kümmert sich zusätzlich noch um die Besorgung des Materials und die Abrechnung. Beim Zählen und Überprüfen der Armbänder durften wir direkt mithelfen und rumpelten mit einem alten Bakkie nach Venture, wo wir je hundert Armbänder mit korrekten Vorbildern abglichen und nach Fehlern suchten. Ein ziemlich eintöniger Job, aber auch nicht der schlimmste.

Am nächsten Tag beschlossen wir mit drei ehemaligen Freiwilligen, die gerade die Farm besuchten, ans Groot Marico Eye zu fahren. Das ist ein Wasserloch, dass rund 2 Stunden Fahrt von der Farm weg ist oder für südafrikanische Verhältnisse eigentlich schon neben der Farm liegt. Mit lauter Musik und Badesachen machten wir uns also auf den Weg und bekamen noch vor der Abfahrt eine selbstgezeichnete Karte mit einer Wegbeschreibung von Arno, dem MRDP Farm Besitzer mit. Das wir wirklich irgendwo im Niergendwo herumfuhren erkannten wir sehr früh an den kreativen Angaben auf der Karte wir “ an der T-Kreuzung mit dem großen Baum und den vier Felsen an der linken Seite fahrt ihr auch links“  und erstaunlicherweise waren die Angaben doch so genau, dass wir ohne weitere Probleme den Weg fanden und unser Mietauto nur einmal aufsetzten.
Durch einen Gang voller Schilf bahnten wir uns noch trampelnd um mögliche Schlangen zu verscheuchen den Weg zum Teich und der Weg hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Glasklares und vor allem eiskaltes Wasser erwartete uns und kein einziger anderer Mensch war zu sehen.

 

 

Nach der MRDP Farm ging es weiter zur Thlolego Farm, wo wir Lenart aufsammelten, der auch mit uns mitreist. Zuerst besuchten wir jedoch für einen Tag Paul, Rieke und Jule im Abraham Kriel Waisenhaus. Leider waren alle Kinder gerade auf einem Ausflug ins Schwimmbad und Paul war aus seinem Haus ausgesperrt, sodass wir uns stattdessen ein wenig die Umgebung angesehen haben und durch das anliegende Dorf gewandert sind.

Am 15.12 fuhren wir wieder nach Potch und holten Philipp und Rebecca ab.
Unser Roastrip begann damit offiziell!

Erster Halt sollten diverse Attraktionen am Blyde River sein, die wir spontan auswählen wollten. Zuerst entschieden wir uns an den Pothole’s zu schwimmen, da wir alle trotz Klimaanlage überhitzt waren.

God’s Window wollten wir uns auch nicht entgehen lassen und bogen ab, obwohl die offiziellen Öffnungszeiten schon vorüber waren. Es war jedoch nur das Kassenhäuschen nicht besetzt, ansonsten alles frei zugänglich und auch die kleinen Marktstände waren noch aufgebaut, sodass wir ohne Eintritt einfach hineinmarschiert sind. Vom Parkplatz aus steigt man dann durch einen Regenwald den Berg ein Stück hoch und kann je nach Lust und Laune sogar nach God’s Window höher steigen. Haben wir gemacht und auch ohne Ausblick würde sich der Weg an sich schon lohnen.

Aufstieg zu God’s Window:

Nächster Halt: 4 Tage Krüger National Park
Dank unserem Visum und einer sehr sehr lieben Angestellten durften wir den den conservation fee für die Einheimischen zahlen und machten so wett, dass wir es völlig verpeilt hatten vor dem Krüger Proviant zu kaufen und wir uns vollständig selbst verpflegen müssen und so auf die überteuerten Supermärkte in den Camps angewiesen waren.

Gleich am ersten Tag fuhren wir nachmittags noch einmal los und wurden mit einem Leoparden, der sich im Busch versteckte und später auf einen Baum hüpfte belohnt.

Das Bild wurde mit unserer unvergleichlichen Fernglas-Handykamera Kombinatoin geschossen

Wir beschlossen am nächsten morgen sehr früh loszufahren, mittags Siesta zu machen und nachmittags noch ein zweites Mal zu starten und behielten diese Routine für die restlichen Tage bei. Zwar gab es hin und wieder kein Tier zu entdecken und selbst die Impalas, die sonst immer zu finden sind, ließen sich nicht blicken, am Ende hatte sich die Fahrt dann wegen einer fantastischen Aussicht gelohnt oder wir trafen doch noch ein Löwenrudel oder eine Elefantenherde.

Die Killerschildkröten: Sobald wir anhielten kamen sie aus dem Teich und krochen an unser Auto.

Nach zwei Tagen hatten wir alle Big Five bis auf den Büffel gesehen und wurden ein bisschen verzweifelt, da wir Angst hatten ausgerechnet eines der häufigsten Tiere nicht zu sehen. Wobei man die meisten Tiere auch nicht selbst entdeckte, sondern man von weitem eine Ansammlung an Jeeps erspähte aus denen Riesenkameras rauslugten. Dann gab es auf jeden Fall etwas zu sehen und zu fotografieren, hätten wir eine Kamera dabei gehabt. So improvisierten wir und fuhren mit unserem Superjeep dem Toyota Avanza nah ran und benutzten unser Fernglas als Zoom.
So sehr ich es liebte, dass wir weder ein Safarieauto noch Safarieklamotten hatten, vermisste ich eine gute Kamera schon ein wenig.

Unser treuer Avanza!


Vom Krüger aus fuhren wir nach Swasiland und bekamen erstmal unseren ersten Strafzettel. Wir fuhren 100km/h statt 80km/h, einach weil wir ein Schild übersahen. Das passiert halt mal, wir wurden herausgewunken und aufgefordert mit zur nächsten Polizeistation zu kommen und die Strafe zu zahlen. Da wir bereits zwei Stunden zu spät waren, fragten wir nach, ob es möglich ist später zu zahlen und bekamen einen Zettel in die Hand gedrückt der ohne Durchdruck ausgefüllt wurde und eine Kontonummer angibt. Dort soll der Betrag innerhalb eines Jahres hin überwiesen werden. Etwas merkwürdig kam uns das schon vor und wir haben Nielen gefragt, ob wir das Geld bezahlen müssen. Er meinte wir sollen einfach nichts tun und schauen was passiert.
In Swasiland hatten wir einen Bagpacker mitten in einem Nationalpark gebucht und hin und wieder mussten ein paar Gazellen wieder aus dem Garten gescheucht werden.

In St Lucia blieben wir für zwei Tage und genossen das Meer.

Der Indische Ozean ist herrlich warm und es hat viel Spaß gemacht in die Wellen zu laufen bis der Haialarm kommt. Glücklicherweise waren wir nie im Wasser, wenn Haie gesichtet wurden und konnten so entspannt die Haie vom Ufer aus beobachten. Nach den Alarmen ging es direkt wieder ins Wasser und irgendwie war das Ganze sowohl gruselig als auch klasse.

Natürlich machten wir auch die obligatorische Bootsfahrt und beobachteten ein paar Nilpferde. Während der ganzen Fahrt rätselten wir über die Schwimmtechnik der Nilpferde, da wir uns nicht vorstellen konnten wie sich die Tiere mit ihrem klobigen Beinen über Wasser halten, geschweige den fortbewegen. Irgendwann wurden wir von unserem Guide von dieser Frage befreit: Nilpferde können nicht schwimmen.Wieder was gelernt. 🙂


In Durban feierten wir Weihnachten und es fühlte sich etwas komisch an zu wissen, dass die Familie zuhause feiert. Das Wetter dagegen benahm sich richtig Deutsch vielleicht um uns ein bisschen das Heimweh zu nehmen. Auf jeden Fall war es grau, kalt und es regnete.

Wir stiegen aus und wollten einfach Richtung Meer laufen, wurden jedoch direkt von mehreren Einheimischen angesprochen und darauf hingewiesen, dass es hier nicht sicher ist als Touristen herumzulaufen. Als uns sogar der Parkwächter erklärte wir und unser Auto sind in dieser Gegend nicht sicher suchten wir gezielter nach den touristischen Gegenden. Die, die wie fanden, waren jedoch eher auf Familien und Kinder ausgelegt und durch das schlechte Wetter war unsere Laune gedrückt, sodass zumindest ich froh war als es weiter ging.

Danach machten wir nur noch kurze Übernachtungsstopps nach Kapstadt:

In East- London bekamen wir erst einmal Probleme mit unserer Buchung, booking.com hat seine Seite erneuert, während sich gleichzeitig das Hostel umgebaut hat und so unsere Buchung zwar angekommen ist, uns jedoch nie Bescheid gegeben wurde, dass das Hostel so nicht mehr existiert und teurer geworden ist. Nach vielem hin und her kamen wir dann in einem Nachbarapartment unter und hatten eine Wohnung für uns.

Der Ausblick auf den Strand von East-London entschädigte das Fiasko ein wenig.

Auf unserer Weiterfahrt machten wir noch einmal am Strand halt und gingen in Kenton on Sea schwimmen bevor wir in Alexandria ankamen und über eine Dirtroad in das Naturreservat zu unserer Hütte.

Der Weg von unserer Hütte zum Strand führte in den Addo Elephant Park und an den wohl schönsten Strand an dem ich bisher war.



Ein richtiges Wüstengefühl kam hoch und wir blieben bis zum Sonnenuntergang einfach nur auf unserer Düne sitzen oder rannten sie nochmal bis zum Meer hinunter, weil es so viel Spaß machte.


Am nächsten Morgen ging es weiter nach Krysna.
Dort übernachteten wir ein letztes Mal „on the way“ und genossen während der Fahrt die Garden Route so sehr, dass ich kaum Fotos davon habe.


Am nächshsten Tag fuhren wir mit einem kurzen Abstecher an Betty’s Bay  zu unserem Endziel Kapstadt!

Pikkewyne (mal wieder ;))

Wir verbrachten unseren ersten Abend an Camp’s Bay rannten ins Meer und mit erfrorenen Zehen genauso schnell wieder raus.

Die nächsten Tage tingelten wir ein wenig durch die Stadt und besuchten die Waterfront, wer wollte machte einen Fallschirmsprung.
Hoch motiviert kletterten wir auf den Lion’s Head und quälten uns trotz Hitz und vielen Menschen den Weg entlang. An sich ist der Aufstieg nicht allzu schlimm, doch das Warten vor Leitern und schwierigeren Passagen hat doch genervt.

Zum Glück waren auf dem Gipfel nicht so viele Menschen wie erwartet und wir konnten ungestört die Aussicht genießen.

Plötzlich war das Jahr schon wieder vorbei und
wir feierten Silvester auf einer Hausparty eines Capetonian mit herrlichem Ausblick und viel zu wenig Feuerwerk, aufgrund von Brandgefahr in der ganzen Kapregion.

Frohes Neues Jahr noch einmal!

Zum Neujahrsbeginn und als Weihnachtsgeschenk ging ich mit Lea Paragliden und wir segelten vom Signal Point herunter in den Stadtteil Sea Point. Das Grinsen habe ich nicht aus dem Gesicht bekommen, man durfte kurz selbst lenken und wenn man wollte (ich wollte) gab es eine kleine Achterbahneinlage!

Natürlich ging es auch nochmal zum Cape Point und sogar weiter zum kleinen Leuchtturm ganz vorne an der Halbinsel.


Für einen Tag wurde sogar noch das kleine Wellington besucht und seit dem 4. Januar sind wir schon wieder voll im Mosaic Center eingespannt. Noch kommen zwar keine Kinder und es sind noch Ferien, doch die Küche will eingerichtet und gestrichen, ein zweites Büro umgeräumt und alle Sachspenden wollen sortiert und weggeräumt werden. Da nichts geplant werden muss und keine Kinder dabei sind, die einen Plan gerne umschmeißen, ist unsere Arbeit bisher sehr entspannt und noch habe ich ein bisschen das Feriengefühl, auch wenn Lars und ich jetzt schon unsere chaotische Reisetruppe vermissen!

Und zu guter letzt immer mit dabei in jedem unserer Mietautos und unser Ehrenmitglied:

Ein Stickeez aus dem Supermarkt als Glücksbringer!