Ein kleiner WG-Zuwachs

Seit die Familie wieder weg ist, ging es wieder los mit dem Alltag und es hat sich an unserem Afterschoolprogramm nicht viel verändert. Wir haben eine Routine etabliert und arbeiten daran, dass wir immer genug Aktivitäten, Spiele und Schulmaterialen für die Kinder haben und natürlich dürfen unsere Outings nicht langweilig werden. Weder für uns, noch für die Kinder.


Wippen geht zum Beispiel immer 😉

Diesen Monat fand erstmals ein Swopshop Ideentreff statt, um Feedback von den Familien in der Community zu bekommen, was wir verändern, verbessern können oder gut gemacht haben. Neben vielen positiven Rückmeldungen gab es auch Hinweise darauf, dass vor allem kleineren Kindern die Spielsachen von Älteren geklaut oder ihnen die Müllsäcke aus der Hand gerissen werden. Sobald die Kinder unser Gelände verlassen und außer Sichtweite sind, haben wir jedoch keinen Überblick mehr was passiert und konnten lediglich die Eltern um Mithilfe bitten.
Eine weitere Schwierigkeit ist es außerdem, den Eltern mit dem Swopshop entgegenzukommen und gleichzeitig den Swopshop vor allem für Kindern zu konzipieren. Einerseits ist der Swopshop gegründet worden, um den Kindern die Möglichkeit zu geben an Spielzeug, Essen und Schulmaterialien zu kommen, in dem sie das township etwas sauberer halten, andererseits besteht die Gefahr, dass Eltern ihr Kind benutzen, um ihre persönlichen Einkäufe zu erledigen und so das Konzept zerstören. Eine Idee der Eltern war es wieder mehr alltägliche Gegenstände wie Öl, Papp und Zucker anzubieten, allerdings liegt es dann nie in unserer Aufsicht, ob es dem Kind etwas bringt und es Zuhause wirklich etwas abbekommt. Wird das Angebot in diese Richtung erweitert schließen sich dann jedoch Familien zusammen und sammeln gemeinsam mit ihren Kindern.
Ein Kompromiss wurde bisher nicht gefunden, dafür haben wir eine Freiwillige gefunden, die sich bereit erklärt hat Suppe zu kochen und den Kindern neben Pizzaboden, einer Frucht oder Gemüse auch einen Becher Suppe anzubieten. Noch scheint die Sonne zwar täglich und wir haben mindestens 27 Grad,nachts wird es jedoch schon kalt. Leider sind alle Häuser so gebaut, dass sie möglichst lange kühl bleiben und ich wünsche mir hin und wieder eine Heizung, die es hier auch nicht gibt.
Auch für Ma‘s vir Wellington wird deswegen ein weitere Centerumbau geplant. Der überdachte Hof wird zum Wintergarten umgebaut, sodass wir mehr Innenfläche haben und sich nicht alles in einem Raum abspielen muss. Dafür wird gerade unser Hof aufgerissen und da Nielen von Juni bis Juli einen Monat Urlaub macht, wird vor allem Lars viel mit der Organisation der Arbeit zu tun haben, während ich mit Betafence und kleineren Admintätigkeiten wie der Versicherung unserer Autos, Rechnungen und der Planung der nächsten Besuchergruppen im August beschäftigt sein werde.
Das komischste Gefühl dabei ist es jedoch, dass wir anfangen Dinge zu planen bei denen Lars
und ich schon nicht mehr in Südafrika sein werden!

Da das Wochenende nicht verplant ist, bleibt natürlich ein wenig Zeit für soziale Interaktion neben der Arbeit ;)!
Am Muttertag ging es erst einmal zu Nozuko, wir hatten eine kleine Überraschungsfeier für ihre Mutter geplant. Ein bisschen komisch war es für mich schon zu einem Muttertag einer anderen Familie zu gehen und diesen Tag auch noch riesig zu feiern. Zuhause wird ein Frühstück ans Bett geliefert und wenn es hochkommt ein Gedicht aufgesagt. Hier ist es normal, dass Besucher eingeladen werden und viel zu viel gekocht und gegessen wird.

Ein Fotoshooting durfte auch nicht fehlen, während wir uns amüsierten lag Lars mit Grippe im Bett:

Sogar mit Dresscode weiß und Jeans (wer sich wundert) !


Ab jetzt bin ich offiziell von Nozukos Familie adoptiert und falls es mit den Rückflug nicht klappt, komme ich auf jeden Fall unter!
Überhaupt fühle ich mich immer heimischer, mittlerweile trifft man bekannte Gesichter in der Mall und auf der Straße und das fühlt sich erst recht wie zuhause an. Zu dem perfekten Heimatgefühl fehlte nur noch ein Haustier, da ich sowohl Kater als auch Hund schmerzlich vermisse und dreimal darf man raten wer in unsere WG gezogen ist:


Cuba! Ein kleiner sehr süßer, zotteliger und abgemagerter Welpe, der für umgerechnet 8€ vor dem Spar Supermarkt verkauft wurde. Da Lars und ich unsere Haustiere vermissen, sich Werner einen Hund  zulegen wollte und der Rest der WG einverstanden war, zog Cuba spontan bei uns ein.
Eine Woche bangten wir aber erst einmal um ihn, denn der Tierarzt diagnostizierte Tick Fever und meinte wir dürfen zurückkommen, wenn der Hund in zwei Wochen noch lebt. Am Anfang konnte Cuba nicht viel tun außer schlafen, fressen und fiepen und wir nahmen ihn mit zum Projekt, damit immer jemand ein Auge auf ihn hatte. Das war nicht unbedingt eine Belastung, da ich vor allem morgens meine Aufgaben schnell erledigt hatte und mir unsere beiden Betafence Omas und jeder zufällig vorbeikommende Besucher beiseite standen.


Mittlerweile ist er so hyperaktiv, dass wir unsere Schuhe in Sicherheit bringen müssen bevor wir zur Arbeit gehen, damit sie uns nicht verschleppt und abgekaut werden, wenn wir nicht hinsehen. Wir sind also mehr als zuversichtlich, dass er es schafft und nur noch der Pool im Garten macht uns jedes Mal Sorgen, wenn der Hund draußen herumspringt und manchmal so wirkt als könnte er nicht bestimmen wo er langstolpert.

Zum Abschluss liebe Grüße nach Deutschland und Freddies selbstgebasteltes Auto auf dem Mosaic Bakkie:


Laut Freddie funktioniert das Ding wirklich, wenn man denn das eine oder andere Rad anmontiert.