Etappe 29

Genauestens geplant waren die letzten drei Etappen bis nach Santiago und wir waren fest entschlossen diese durchzuziehen bis wir dreieinhalb Stunden Mittagspause machten. Etwas neblig aber dennoch mit Sonne startete der Tag in Casanova und wir liefen wie geplant bis nach Melinde und kauften dort Mittagessen. Unsere Mägen knurrten um Punkt halb 12 und so eroberten wir den nächsten Picknicktisch mit Bänken. Unser Essen wurde ausgebreitet und kauend wünschten wir allen vorbeiziehenden Pilgern Buen Camino. Nach einer Stunde und mit vollen Bäuchen stemmten wir uns den nächsten Berg hoch. Der Plan sah es vor, dass wir uns im übernächsten Ort noch einmal ein Café suchen und dort das WiFi nutzen. Viel weiter als zur nächstgelegenen Bar kamen wir allerdings nicht, da wir beim Vorbeigehen von einer Gruppe Deutscher angehalten und auf eine Cola eingeladen. Als sich dann auch noch herausstellte, dass diese Bar WiFi hat hingen wir fest. Das ist das Tolle am Jakobsweg: Man kann und sollte nichts planen! 

   
 Gelohnt hat sich die lange Pause auf jeden Fall denn so trudelten nach und nach alle alten Bekannten ein. Der singende und Mandoline spielende Alex mit Anhang, Arielle, Manfred und so weiter. Wir hatten viel zu erzählen und stellten fest, dass wir alle gleichzeitig in Santiago ankommen werden und sind nun zuversichtlich alle dort erneut zu sehen. 

Nach diesen anstrengenden Stunden konnten wir uns geradeso  nach Arzua schleppen und nahmen die erste Herberge in Sichtweite. Wir hatten Angst, dass diese schon überfüllt ist, doch wir blieben zu viert. Die Heberge Selmo ist eine umgebaute Lagerhalle, die mit viel Sperrholz zu einer warmen und sehr modernen Herberge gestaltet wurde. Es gab WiFi, abgetrennte Viererschlafzimmer und die Küche besaß sogar einen Sandwichmaker. So beeindruckt von der Küche, machten wir uns eine Tiefkühlfertiglasagne warm und aßen Erdbeeren als Nachtisch. Durch die verkürzte Tour heute, muss man sich schließlich für die über 30km am nächsten Tag stärken.

One Reply to “Etappe 29”

  1. Hallo Anne,
    nun verfolge ich deinen Blog und somit deinen Weg schon seit dem ersten Eintrag und freue mich mit Euch darüber das ihr es (fast) geschafft habt und dachte das ich, bevor ihr Eurer Ziel erreicht, Euch meinen Respekt aussprechen möchte. Respekt dafür das Du jeden Tag geschrieben hast, dafür das du dich mit deinen Freundinnen getraut hast diesen Weg zu laufen und das du – trotz Schmerzen es bis zum Ende geschafft hast und deinen Humor nicht verloren hast.
    Ich hoffe das du deinen Blog auch in deiner Afrika Zeit weiter führst, ich würde mich echt freuen von Dir zu lesen.
    Wie ich auf deinen Blog gekommen bin fragst Du dich?
    Nun ja „Schuld“ sind ja immer die Mütter oder? 😉 Aber da meine beiden Mädels im letzten Jahr Abitur gemacht haben und eine noch in Neuseeland ist, war ich einfach neugierig auf Euch und Euren Weg. Dank deiner sehr unterhaltsamen Art zu schreiben bin ich „hängen“ geblieben.
    Alles Gute für Dich & Deine Freundinnen sendet Dir Simona