Etappe 30

Nachtrag

Der letzte Lauftag vor Santiago, die vier Kilometer morgen werden als Spaziergang verbucht und die Sonne scheint. Das Laufen fällt leicht und die Strecke verläuft wunderschön durch Felder und an Wiesen vorbei. Dabei geht es immer leicht auf und ab, aber nie so steil oder so lange, dass es anstrengend ist. Die Provinz Galizien ist wirklich eine der schönsten Gegenden durch die wir gelaufen sind, wobei ich sehr von dem herrlichen Wetter beeinflußt werde. Durch den häufigen Ortswechsel kommt es mir aber auch so vor als hätten wir uns den Frühling erlaufen und es liegt nicht einfach daran, dass es Mai wird und es deswegen schöner ist. Je näher wir unserem Ziel Santiago kamen, desto wärmer wurde es und alles fing an zu blühen. Die Regencapes, Handschuhe, Schals und warmen Jacken konnten nach und nach weiter nach unten in den Rucksack gepackt werden und Sonnencreme wurde nachgekauft. Als würden wir auf der letzten Strecke noch einmal angefeuert und für unser Durchhaltevermögen an Regentagen belohnt. Selbst mit Blick auf Santiago von unserer Herberge aus, scheint die Ankunft dort noch weit weg. 

Morgen heißt es dann erst einmal lange Anstehen, Pilgermesse und alle Übungen von auf den Platz vor der Kathedrale legen bis die Jakobusstatue zuumarmen durcharbeiten. Abends treffen wir sogar wieder mit Nadine zusammen, die gerade aus Finesterra zurück kommt. Vielleicht klappt es dann mit dem gemeinsamen Pizzaessen oder wir treffen uns wenigstens auf ein Eis.

Da wir wenn wir morgen in Santiago ankommen noch viel Zeit übrig haben, wollen wir noch weiter 90km bis nach Finesterra laufen. Schließlich sind unsere Füße jetzt das Laufen gewöhnt und können überhaupt nicht mehr aufhören. Am Samstag geht es also direkt weiter Richtung Strand.

In Finesterra haben wir uns eine Ferienwohnung gebucht für den Übernachtungspreis in Herbergen und die Vorfreude auf echte Betten mit Decken und Privatsphäre ist ausreichend, um uns für die zusätzlichen Lauftage zu motivieren. Die Reservierung der Wohnung verlief sogar überraschend unkompliziert. Da wir keine Kreditkarte dabei haben, konnten wir nicht regulär über die Website buchen. Auf gut Glück schrieben wir die Vermieterin an und diese meldete sich direkt. Sobald wir ankommen werden uns die Schlüssel von ihrer Haushälterin übergeben und wir zahlen vorort bar. Sehr praktisch für uns und sollte aus unerfindlichen Gründen etwas passieren oder nicht funktionieren, haben wir keinen Verlust gemacht.

One Reply to “Etappe 30”

  1. Liebe Anne, toll, dass ihr angekommen seid!!!
    Ganz herzliche Grüße an Raika und Marie von mir und Annette!