Etappe 31 (ausführlich)

Um Viertel nach 6 klingelte heute unser Wecker und wir standen sogar auf! Der Plan: früh frühstücken und losgehen, um möglichst vor allen Pilgergruppen anzukommen. Um halb 8 fingen wir schon an Richtung Santiago abzusteigen und wurden von einem Rest Sonnenuntergang begleitet.

   
Nach 5 blitzschnellen Kilometern standen wir dann auch schon auf dem noch menschenleeren Platz vor der Kathedrale. Diese wird zwar gerade umgebaut, aber das Gefühl nach 775km (laut Compostela) endlich angekommen zu sein, ist unbeschreiblich. Nach einigen Minuten realisieren, dass man die letzten 31 Tage hierher gelaufen ist, nutzten wir die Gelegenheit Fotos zu machen ohne andere Touristen im Hintergrund zu haben. 

   
   
Auch das Pilgerbüro war nicht überfüllt und wir kamen zügig dran. Es gab keine Probleme, weil wir nur einen Stempel pro Tag auf den letzten Kilometern gesammelt haben und allgemein wurde auch bei der Austellung des Zertifikats über die Distanz (kostet 3€ extra) nicht genau auf die Stempel geachtet. Praktischerweise kann man bei der Ausgabe der Compostela auch eine Transportröhre für 2€ kaufen, was gerade für Pilger wie uns gelegen kommt, da wir noch bis Finesterre laufen wollen.  

   
      
Bevor man das Komplex betreten darf, indem die Urkunden ausgestellt werden, wird von einem Sicherheitsmann der Rucksack durchsucht. Wonach und warum ist uns nicht ganz klar, auch weil das Durchsuchen sehr oberflächlich und damit nutzlos war. Wir hatten noch Glück, dass wir alleine waren und ungestört und ohne Stress alles ein-/auspacken konnten.

Danach ging es ins nächstbeste Café mit WiFi, um ein wenig anzugeben und eine Herberge zu finden. Mit Google Maps war diese schnell gefunden und wir beschlossen noch vor der Pilgermesse einzuchecken und die Rucksäcke abzustellen. Nach einer Laufzeit von 10 Minuten sahen wir schon das Schild Albergue an einer Hauswand hängen. Eine kleine Tür, die verschlossen und doch etwas schäbig aussah, ist der Eingang. Mit einen komischen Gefühl klingelten wir und ich redete mir schon ein, dass eine Nacht in einer schlechteren Herberge schnell überstanden ist. Erst recht, wenn man dafür nur 11€ zahlen muss als die 15-20€ in allen anderen Herbergen. Die Tür öffnete sich und alle Bedenken waren verflogen! Das Haus ist liebevoll eingerichtet, sauber, groß und ein absoluter Glücksgriff. Es waren sogar noch vier Betten frei und nein wir haben nicht das Zählen verlernt, sondern reservierten für Nadine mit.

Schnell wurden die Rucksäcke abgelegt und es ging erneut Richtung Kathedrale diesmal sogar in sie hinein:

  

Der Weihrauch wurde zwar nicht durch die Kirche geschwenkt, aber wir konnten Jakobus umarmen und die Krypta besuchen. Gebeichtet haben wir nicht, denn ersten können wir gar nicht sündigen und durch das Pilgern soll uns angeblich alles vergeben werden. Danach stärkten wir uns mit Bocadillos, um dann in der Sonne die Kathedrale erneut zu betrachten.

  
Ansonsten steht nur noch auf Nadine warten, einkaufen, Geld holen und über den Camino de Finessterre informieren an, sowie Essen gehen, aber das hat alles noch Zeit!

Danke fürs mitfiebern und mitlesen!

13 Replies to “Etappe 31 (ausführlich)”

  1. Ich gratuliere von Herzen! Das ist eine satte Leistung, die 31 Tage lasen sich wie ein halbes Leben. Und jetzt gute Erholung!

  2. Glückwunsch zum Erreichen des Ziels. Ich habe euren Weg verfolgt, vom Sofa aus war es eine kurze Zeit 😉 Es ist toll, was ihr geschafft habt! Großer Respekt vor der Leistung!
    LG Claudia

  3. Herzlichen Glückwunsch!

    Nun sie dritte Pilgerwanderung, die ich mitlesen durfte.

    Wahnsinn, was ihr geleistet habt. Seid stolz auf Euch!

  4. Herzlichen Glückwunsch! Ihr seid ein tolles Team. Genießt das schöne Galizien noch ein wenig.

  5. Ich hab die ganze Zeit still und begeistert mitgelesen…es waren tolle Berichte. Herzlichen Glückwunsch!

  6. Herzlichen Glückwunsch, eine sehr starke Leistung! Genießt das tolle Gefühl und viel Freude auf dem Weg nach Finesterra. Der Weg dahin hat es noch einmal in sich. Ich wünsche euch gutes Wetter in den Tagen.
    Viele Grüße
    Petra

  7. Herzlichen Glückwunsch! Bin über Instagram hier gelandet und habe euren ganzen Weg verfolgt. Vielen Dank fürs „Mitnehmen“ – hat sehr viel Spaß gemacht!

  8. Habe gerne mitgelesen und freu mich sehr, dass ihr gut und gesund angekommen seid.
    Heimlich habe ich mich gefreut, wenn ich eine Kirche oder eine Stadt wieder erkannt habe. Vor vielen Jahren sind wir den Weg mit dem Auto abgefahren und ich habe alle bewundert, mit dem Hut auf dem Kopf und den Füßen im Staub Kilometer um Kilometer neben der Straße her gingen.
    Das habt ihr toll gemacht!