Ehrenrunde Tag 1

Nach dem allgegenwärtigen Motto „Ultreia- Immer weiter“ beschlossen wirklich noch so weit zugehen bis es nicht mehr weiter geht: Ans Meer. 

Mit der Compostela sicher im Rucksack verstaut, ging es deswegen gemütlich um halb 10 wieder zurück zur Kathedrale. Dort beginnt der Camino a Fisterra beziehungsweise der Camino de Santiago geht dort weiter nach Finesterre. Vier Tage haben wir Zeit dort hinzulaufen, denn ab dann müssen wir die Schlüssel für die Ferienwohnung entgegennehmen. Die meisten Leute laufen die Strecke in 3 Tagen, aber wir Planungshelden hatten nur die Herbergsliste aus Saint Jean vor uns und planten den Unweg nach Muxia mit in unseren Weg ein. Wir bemerkten unseren Irrtum zu spät (die Ferienwohung ist erst in 4 Tagen gebucht) und nachdem 27 Extrakilometer wegfallen, werden unsere Etappen sehr entspannt. Dreimal 20km und einmal 26km müssen nur bewältigt werden, sodass wir entspannt laufen können und später in die Etappen starten. Es hat ein wenig von der Disziplin „Auslaufen“ im Leichtathletik. Am Ende des Trainings ist man noch eine Runde um den Sportplatz gegangen, um die vorherigen Übungen abklingen zu lassen und jedesmal genoss ich das entspannte Gehen nach der Anstrengung. Seit gestern laufen wir mit Musik in den Ohren und es funktioniert prima. Nur manchmal verfällt man in den Takt des Liedes und fängt an zu rennen oder zu schleichen. Da wir sonst meistens schweigend neben- oder hintereinander laufen und wir unseren eigenen Gedanken nachhängen, war es nicht schlimm, dass jeder durch die Kopfhörer schwerhörig wurde. Dafür ändert sich jedoch das Gefühl während dem Wandern. Man nimmt den  Wald noch einmal anders wahr, wenn dabei traurige Musik läuft und ein Berg ist schneller mit einem motivierenden Lied erklommen. Nur hin und wieder mussten die Kopfhörer abgenommen werden, um sich gegenseitig auf Dinge hinzuweisen. So sahen wir heute unsere erste Schlange auf dem Weg und versuchten uns vorzustellen wie es wohl im Sommer ist, wenn laut Pilgerführer alles voller Schlangen sein soll. 

  
Durch die kurze Strecke, die es heute zurückzulegen galt, zogen wir die Mittagspause in die Länge und genossen die Sonne (und das freie WiFi). Gegen 1 Uhr machten wir uns dann auf Richtung Negreira unserem Etappenziel. Mit leichten Hügeln durch angelegte Eykalyptuswäldern entpuppt sich die Strecke als so schön wie es uns versprochen wurde. 

   
 Natürlich spielt hier auch wieder das Wetter mit hinein, denn die Sonne scheint und scheint, sodass ich beim Wandern schon den Schatten suche. Außerdem gerät man bei jeder Bank in Versuchung Pause zu machen und sich in die Sonne zu fläzen, wobei wir dann überhaupt nicht mehr voran kämen.

Ein kleiner Nachtrag zu gestern- die Hausordnung der Herberge, die alles zusammenfasst:

  

One Reply to “Ehrenrunde Tag 1”

  1. Stellt euch erst mal den Stress der Schlangen vor, wenn im Sommer alles noch mehr voller Pilger ist 😉