Mal eben in Berlin vorbeischauen

Nachtrag von gestern, wer sich über die Wochentage wundert 😉

Alle Dokumente besorgt, mein Führugszeugnis kam früher an als erwartet und nichts stand der Visumsbeantragung in Berlin mehr im Wege.

Mein Bruder Phillip entschied sich dazu mitzufahren und Mittwoch ging es mit dem Flixbus los. 8 Stunden Fahrt standen uns bevor, die ich jedoch zum größten Teil erfolgreich verschlief. Nur gegen Ende wurde das Sitzen trotz großer Beinfreiheit unbequem und wir waren froh als wir ankamen.

Dann ging es als erstes an meinen Lieblingsplatz in Berlin: Die U-Bahn und das herrlich vernetzte U-Bahnsystem. Keine Frage als Dorfkind ist man einfach glücklich über S- Bahnen die den ganzen Tag im fast 2 Minutentakt fahren und man sich um keine Abfahrtszeiten oder letzte Züge am Tag kümmern muss. Die leicht abgestandene Luft und die Winde in den U-Bahntunneln machen für mich eben den Großstadtflair aus.

Da mittwochs die südafrikanische Botschaft geschlossen hat, beschlossen wir den restlichen Tag  die Hauptattraktionen abzuklappern und morgen so früh wie  möglich zur Botschaft zu gehen.

Gesagt getan, wir machten uns heute um 8 Uhr auf Richtug Botschaft und bestaunten auf dem Weg die vielen unterschiedlich gestalteten Gebäude der Länder, um festzustellen dass wir 10 Minuten zu früh angekommen waren. Etwas unschlüssig liefen wir die Straße noch einmal rauf und runter bis ich um Punkt 9 Uhr (die offizielle Öffnungszeit) mich in das Gebäude reintraute. Denn mit den hohen Zäunen und Polizisten wirkt die Botschaft eher abschreckend und ich wollte nicht zu früh ankommen. Diese Sorge hättw ich mir allerdings spaten können, denn der Wartesaal war bereits gefüllt und ich zog die Wartenummer 22 (es begann bei 1). Phillip verzog sich in die Innenstadt, da nur begleitende Eltern und der Antragssteller auf dem Gelände warten darf und ich machte es mir auf einem Stuhl bequem. Die einzige Anweisung: Man soll leise sein, was auch immer wieder eingefordert wurde, die Dokumente bereit machen und man darf das Gelände nicht verlassen sonst verfällt die Wartenummer.


Nach einer Stunde Wartezeit (die Wartenummer stieg gerade auf 41 und es gab keine Sitzplätze mehr) fing ich an mich leise mit meiner Sitznachbarin zu unterhalten und siehe da, ihre Tochter fährt auch mit dem DSJW nach Südafrika. Kennenlernen konte ich sie nicht, da sie kurz darauf aufgerufen wurde, doch danach machte ich noch weitere DSJW-Freiwillige aus. Ich bin wohl doch nicht die Einzige, die auf den letzten Drücker das Visum beantragen muss und jetzt kann ich mich am Sonntag darauf freuen bekannte Gesichter zu treffen. Sonntag geht es nämlich schon wieder weiter auf das einwöchige Vorbereitungsseminar, wo ich auch meinen Mitfreiwilligen kennenlernen werde. Nach weiteren gefühlt ewig dauernden Minuten, wurde ich aufgerufen und gab sehr nervös meinen Riesenstapel an Formularen, Kontoauszügen und Zertifikaten ab. Ich blieb die ganze Wartezeit über aufgeregt und angespannt wie vor einer Prüfung, denn auch die strenge Atmosphäre im Warteraum lockerte die Stimmung kaum. Man sollte so leise wie möglich sein und wirklich alle sind nervös und haben Angst ein Dokument vergessen zu haben. Dementsprechend erleichtert war ich als mir gesagt wurde, dass meine application complete ist und ich keine Dokumente nachsenden muss. Jetzt heißt es 7-8 Wochen auf die Zusendung des Visums warten und die restliche Zeit in Berlin genießen.

Wir verkrochen uns also erst einmal ins Technikmuseum und verließen es erst wieder als die Lautsprecher die Schließung ankündigten, wobei wir zu diesem Zeitpunkt immer noch eine Austellung ausgelassen hatten. Beim nächsten Berlinbesuch steht es also wieder auf der ToDo-Liste.


Nach einem stärkenden Eis ging es dann quer durch Berlin bis ans Olympiastadion und wieder zurück. Wir gaben viel zu sehen und zu tun, denn morgen endet der Kurzurlaub auch schon wieder.