Abflug (fast)

In wenigen Stunden geht es los und jetzt bin ich richtig aufgeregt. Im Vergleich zu gestern bin ich heute fast hysterisch oder ich war gestern nicht aufgeregt, sondern nur etwas nervös.

Ich habe mich von sehr vielen Leuten verabschiedet umd freue mich über jeden Wunsch, der mir mitgegeben wurde. Bis gestern ist mir dieser ganze Verabschiedungskram sogar noch leicht gefallen! Heute kreisen meine Gedanken nur noch um den Abflug und ich versuche den Zeitraum ein Jahr zu begreifen. 

In unserer riesigen WhatsApp-Gruppe aller meiner Mitfreiwilligen wird noch eifrig über das Gewicht des Koffers geschrieben und ich bewundere die Gelassenheit der Leute, die heute erst ihren Koffer gepackt und gewogen haben. Dafür hätte ich heute überhaupt keinen Nerv gehabt.

Denn jetzt habe ich neben der Aufregung auch noch Angst, dass mein Gepäck vom Gewicht, der Größe, der Form oder der Farbe nicht passt, dass diese ganze Idee vom Freiwilligendienst doch nicht zu mir passt, dass ich den Flug verpasse, dass ich mit meinem Schulenglisch nicht zurechtkomme und natürlich habe ich Angst, dass es doch ganz anders wird und ich Heimweh bekomme. Und dann überlege ich mir, ob es nur mir so geht oder ob jeder diese Unsicherheit bekommt, sobald der Abflug greifbar ist.

Abwechselnd zu diesem Gefühlschaos freue ich mich dann doch wieder auf dieses Jahr. Darauf etwas Neues zu sehen, zu erleben und diese Chance zu haben ein anderes Land richtig kennenzulernen und dort zu leben. Vielleicht gehört das einfach zu einem Abschied dazu und gerne würde ich dieses ganze denken einfach abschalten und in Südafrika gelandet sein. Dann ist es egal ob ich Zweifel habe oder die zweite Regenjacke nicht mit im Koffer ist, einfach weil es dann kein Zurück mehr gibt. Dann wird der Freiwilligendienst durchgezogen und ich glaube (auch wenn mein Bauch sich da nicht so sicher ist), dass es einfach eine riesige und großartige Erfahrung sein wird.

Bis ich dann endlich im Flieger sitze, wird aber noch viel gezweifelt, gefreut, am Gepäck herumgewogen umd gepackt und vielleicht auch ein bisschen geweint. Um halb 5 geht es dann los zum Flughafen, wo wir als große Gruppe gemeinsam einchecken und uns noch ein bisschen verrückt machen können, weil jeder ein bisschen anders gepackt hat. Ich bin recht zuversichtlich, dass ich jemanden finden werde, der mit mir in Panik verfällt. Zu zweit macht das viel mehr Spaß und man kann sich besser reinsteigern ;D

Dann heißt es 11 Stunden fliegen und hoffentlich trotz Aufregung schlafen können, denn wir kommen früh morgens an und dann möchte ich wach genug sein, um alle ersten Eindrücke auch mitzubekommen. 

Ich melde mich sobald ich angekommen bin und WLan habe und sei es nur, um ein Lebenszeichen zu geben!

Erstes Bild von mir + Projektpartner Lars:

10 Replies to “Abflug (fast)”

  1. Was für ein großartiges Abenteuer dir da bevorsteht! Hab eine wunderbare Zeit und genieße die großen, aber auch die kleinen Momente…

  2. Alles Gute!
    Möge Glück, Lebensfreude, Flexibilität, Humor, Schaffenskraft, Stabilität und vieles andere positiv in diesem Jahr vorhanden sein!

  3. Das wird bestimmt eine ereignisreiches, aufregendes, tolles Jahr! Viel Glück, eine gute Reise und einen guten Start!

  4. Alles Gute, liebe Anne. Genieße es, es wird dein Leben prägen!
    Ich schicke die besten Wünsche und bin ganz sicher, dass du das wunderbar schaffen wirst.
    (erz)Angie

  5. Liebe Anne,
    alle die Gedanken werden kommen, von Hilfe, ich versteh gar nix hier, über 1Jahr ist soo ewig lang, zu ich pack das nicht und schmeiss es hin. Und sie gehen auch wieder vorbei und am Ende wird es eine wunderbare Erfahrung und es gibt auch wieder Tränen bei Abschied weil es so eine intensive Zeit war und Du Freunde gefunde hast…
    Ein tolle Zeit wünsche ich Dir!

  6. Liebe Anne, dieser Eintrag klingt richtig typisch für dich. Aber Du wirst sehen, das klappt alles wunderbar.
    Und hier sind ganz viele Menschen, die dir die Daumen drücken und dich in Gedanken begleiten.
    Einen guten Start!

  7. Liebe Anne,

    ich kann diese Sorgen gut nachvollziehen, da ich auch eher der planende Kopfmensch bin. 😉
    Meist ist es ja doch so, dass die Dinge, über die man sich vorher so viele Gedanken gemacht hat, hinterher (fast) von alleine laufen. Das wünsche ich dir! Genieße die Zeit!
    Schon jetzt vielen Dank fürs Teilhaben lassen!

    Liebe Grüße
    Anja

  8. Alles Gute! Ich kann es so nachfühlen wie es dir geht – ich habe diese Erfahrung vor exakt 20 Jahren gemacht. Und was soll ich sagen? Es war die beste Zeit meines Lebens. Genieß es – mit allem was dazugehört – und das wird auch Heimweh und Zweifel an der Entscheidung sein.

  9. Heimweh ist ganz normal und wenn es kommt, dann lass es zu und halte durch! So ein Jahr ist eine große Chance, du wirst daran wachsen und viel mitnehmen!
    Alles Gute und ganz viel Spaß!!!