Erste Arbeitstage

24.08.16

Montagmorgen um 6:20 Uhr aufstehen. Das ging zu Schulzeiten einfacher und jetzt bin ich einfach nur müde und friere, da das Haus immer kalt ist und die Sonne noch nichts aufwärmen konnte. Jammern bringt aber nichts und sobald alle fünf Mosaic Freiwilligen im Auto saßen, war ich doch wach und aufgeregt und wir wurden direkt quer durch das township Ikageng gefahren. Bis auf die Ledermanufaktur Made by Mosaic und die Bäckerei haben wir also ganz Mosaic Potch kennengelernt und nebenbei die Regeln, die für die Kinder im Afterschoolprogramm gelten beigebracht bekommen. Verstößt ein Kind gegen eine der Regeln bekommt es zum Beispiel einen Red Dot und darf freitags nicht an der besonderen Aktion (wie einen Film schauen oder im Kinderheim schwimmen gehen) teilnehmen. Ich durfte die Regeln direkt wieder vergessen, denn ich landete bei den Juniors, den Kindern im Kindergartenalter. Das war doch sehr anders als erwartet, vor allem weil die meisten besser Setswana als Englisch sprechen konnten und das Prinzip stillsitzen oder zuhören noch nicht verstanden haben. Außerdem stand ich erst einmal etwas ungeschickt daneben, um überhaupt erstmal den Ablauf kennenzulernen, der anscheinend immer variiert. Grundsätzlich soll den Kindern aber erst etwas beigebracht werden wie das Alphabet, die Zahlen oder warum man Zähne putzen muss, es wird etwas vorgelesen und dann gespielt. Das einzig Unangenehme war, dass die Kinder natürlich nicht wie kleine Engel mitgemacht haben, sondern spontan und unwillkürlich geklatscht oder geschrien haben oder aufgestanden sind und dann von ihrer Betreuerin geschlagen wurden. Das war kein fester Schlag ins Gesicht, sondern „nur“ ein leichter auf die Hand und obwohl ich darauf vorbereitet war, dass das hier Sitte ist (NICHT bei den großen Kindern im Afterschoolprogramm),  war es doch irgendwie krass. Besser gehört haben sie trotzdem nicht..

Müde vom ersten Tag, fielen wir schon um sieben ins Bett (gefühlte 10 Uhr) und zumindest ich schlief prima, sodass wir am nächsten Tag direkt mit unseren eigenen Ideen ins Afterschoolprogramm starten konnten. Für die Juniors wurde ein Winnie Pooh Buch herausgesucht und das Lied Head and Shoulders trainiert, während wir uns für die gemeinsame Zeit nach den Hausaufgaben und dem Lernen unter dem Thema Arts and Crafts Anleitungen für Papierflieger ausdruckten. Mitzugestalten und mitzumachen hat dann direkt mehr Spaß gemacht als nur zuzuschauen und ich glaube unser kleiner Papierfliegerwettbewerb kam bei den Kindern auch recht gut an. Viele kannten noch nicht einmal einen simplen Papierflieger, sodass wir sie vielleicht auf eine destruktive  Idee gebracht haben, was den Schulunterricht angeht ;).
Nach nur zwei Tagen kennenlernen und liebgewinnen mussten Lars und ich uns schon wieder verabschieden und haben zu einem Gruppenfoto genötigt, dass irgendwie alles einfängt. Niemand kann still stehen und ein Teil ist überbelichtet.

Mittwoch ging es endlich nach Kapstadt! Beziehungsweise nach Wellington und ins dortige township Mbekweni.  Nach einem zweistündigen Flug wurden wir von Meyer abgeholt und sind direkt weitergefahren zur Baustelle von Mosaic. Dort werden gerade mit Hilfe von 24 weiteren deutschen Freiwilligen (ganzen Familien) die ersten Häuser gebaut und wir wurden direkt mit eingespannt und durften verputzen. Genau das richtige nach einem langen Flug und viel rumsitzen!

Danach wurde noch etwas die Gegend bewundert. Im Gegensatz zu Potch ist es hier wunderschön grün mit tollen Bergen! Eine Stunde entfernt sollen wir schon am Strand sein, also werde ich mich als ewig unentschlossener Meer.- und Bergfan sehr wohl fühlen!
Morgen fliegt Meyer wieder zurück nach Potch, sodass Lars und ich direkt alle Arbeiter abholen und zur Arbeit bringen dürfen, nachdem uns der Weg einmal gezeigt wurde. Zum Glück ist der Weg nicht zu schwer, also sollte das machbar sein und am Freitag kommen Meyer und Louise schon wieder nach Wellington, da dort gerade eine große Ablösung stattfindet und wir so schnell wie möglich eingearbeitet werden sollen.

Blick aus dem Zimmer!

Trotzdem haben wir morgen bis zum Afterschoolprogramm Zeit unsere Zimmer einzurichten, die bisher noch recht trist aussehen und deren Schränke schon besser ausgesehen haben. Im Vergleich zu den Unterkünften in Potch sehen sie ziemlich traurig aus, aber ich glaube sobald die Wände behängt sind, wird das langsam wohnlicher. Louise kommt nach dem Wochenende mit uns die nötigsten Sachen wie einen Mülleimer und einen Kühlschrank einkaufen.

One Reply to “Erste Arbeitstage”

  1. Ich druecke fest die Daumen, (and cross my fingers – also doppelt gemoppelt), dass alles klappt. Und wuensche eine schoene Zeit. Ich musste bei instagram ueber den blauen Himmel lachen, ich muss mich immer an den oft grauen Himmel ‚zuhause‘ (Hunsrueck) erinnern, den ich fast vergessen habe, denn genug Sonne und gutes Wetter haben wir hier auf der Ostkueste der USA auch.
    Liebe Gruesse und viel Erfolg von der ehemaligen newjerseyoma Ruth