Einleben :)

Grüße an das Alltagsleben zuhause! Eine der Dinge, die ich noch nicht vermisse: den Alltag, denn noch ist alles neu und aufregend, sodass ich jede kleinste Kleinigkeit spannend und erwähnenswert finde. Sollte ich also zu sehr ausschweifen liegt das vor allem an meiner Begeisterung :D.

Unser erstes Wochenende hier in meinem neuen Zuhause wurde direkt mit einem Ausflug zum West Coast National Park begonnen. Denn nur für drei Wochen im Jahr blüht dort alles und genau jetzt ist eben Blümchenzeit! Um 11 Uhr schnappten Lars und ich etwas Brot oder besser gesagt etwas gesünderes Toast, etwas Käse und fuhren los! Laut Google Maps brauchen wir 2 Stunden dorthin und nachdem wir das Autoradio zum funktionieren gebracht hatten, wurde die Fahrt auch nicht zu langweilig. 1km vor der Abzweigung standen dann plötzlich sehr viele Autos auf dem Seitenstreifen und nach kurzem Überlegen verstanden wir, dass alle diese Leute auch zum Park wollten! Das hätte uns eigentlich vorher klar sein können, schließlich ist Wochenende und es gibt nur diesen schmalen Rahmen für die Blumenzeit. Etwas dreist quetschten wir uns in die Reihe und machten uns ein wenig Sorgen um den Wohnwagen zwei Autos hinter uns, der unablässig dampfte wie Trockeneis. Nach einer knappen Stunde warten konnten wir endlich in den Park hinein und über den Hinweis schmunzeln, dass Schildkröten hier Vorfahrt haben. DSC_0263

Neben vielen Blumen, gibt es in dem Nationalpark auch einen fantastischen Strand und Viehzeug! Ich bereue es doch ein wenig keine echte Kamera oder ein Fernglas mitgenommen zu haben, denn mein Handyzom ist grauenhaft und die Tiere meist weiter weg. Leider auch das Zebrababy 🙁
Alles in allem gab es sehr viel zu sehen und wer weiß vielleicht nutzen wir nächstes Mal auch eine der Braai-Feuerstellen am Strand oder bringen Badeklamotten mit:

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Die Woche startete mit vollem Einsatz und wir wurden direkt eingespannt! Was sehr gut tut und viel mehr Spaß macht als erstmal nur zuzuschauen.
Bis auf einen kleinen Ausflug nach Malmesbury und der Tatsache, das es hier regnen und kalt sein kann, lief die erste Woche sogar schon so ab wie es in den nächsten Monaten laufen soll und ich es aktualisiert in meine Projektbeschreibung geschrieben habe. Natürlich haben wir noch nicht alles selbstständig geplant und es wird noch dauern bis alles reibungslos läuft (falls das jemals der Fall sein sollte) und wir uns auch mit den anderen Mitarbeitern Tuz und Yolandi eingespielt haben.

Freitag wurde ich dann ins Belegsystem eingeführt. Alle Ausgaben müssen belegt werden und dann beschriftet nach Potch geschickt werden. Mit einem Scanner und Internet wäre das kein Problem, ohne fotografierte ich sie mit dem Handy ab und es ging mit Nielen nachhause, um sie zu versenden. Mein Handy ist jetzt also voller Bilder von Belegen und ich musste sehr viele Emails schicken, weil die Bilder so viel Platz verbraucht haben. Wlan sollte eigentlich schon letzte Woche eingerichtet werden, aber hier braucht alles etwas länger und auf jeden Fall lerne ich hier geduldig zu sein.
Danach wäre eigentlich Möbel kaufen angesagt, aber kurzfristig schauten wir uns einfach eine komplett neue Wohnung an. Für das gleiche Geld hätten wir dann neben eigenen Zimmern auch Küche und Bad. Das wäre zwar richtig cool, aber der Vermieter will ausdrücklich keine Studenten und es gibt noch einen weiteren Interessenten. Also heißt es abwarten und hoffen. Unsere jetzige Wohnung ist zwar fantastisch, um neue Leute kennenzulernen, aber ein paar Kleinigkeiten wie die Küche, in der man alles nochmal abspülen muss bevor man es benutzt , machen es etwas unwohnlich. Klar kann man sich arrangieren, doch eine Alternative wäre prima vor allem jetzt, wenn man weiß das sie existiert!

Freitagnachmittag ging es mit einem Teil der Kinder zu einem der wöchentlichen „Outings“ auf eine Krokodilfarm namens „Le Bonheur“. In welchem Zusammenhang das französische Wort für Glück mit Krokodilen steht, hat sich mir zwar noch nicht ganz erschlossen, aber ich war genauso aufgeregt wie die Kinder. Zuerst dachte ich, dass wäre ein Touristenausflugsziel bis unser Führer dort erklärt hat, das die Farm eigentlich dazu da ist Krokodile zu züchten und dann  das Fleisch zu verkaufen und dass das Touristengeschäft nebenher läuft. Mittlerweile kann man in einem Käfig ähnlich wie beim Hai-Beobachten mit den Nil-Krokodilen ins Wasser gehen. Unsere Tour hingegen blieb über der Wasseroberfläche auf einem Steg hin zu den Krokodilkindern, die man auch anfassen durfte, wenn ihnen das Maul mit einem Gummi zugebunden wurde. Dazu wurde uns wirklich viel über Krokodile erzählt und uns wurde empfohlen im Sommer noch einmal vorbeizuschauen, da dann die Krokodile gefüttert werden können, da sie in den Wintermonaten kein Essen verdauen. Praktischerweise gab es alle Erklärungen auf Afrikaans und nachdem ich wohl sehr verloren ausgesehen habe auch auf Deutsch.

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Das Wochenende wurde zum Entspannen genutzt, um Lars und meine Erkältung auszukurieren. Die südafrikanischen Killer-Schnupfenviren haben uns voll im Griff und ich bin sehr glücklich über meinen Nasensprayvorrat und die Onleihe, die mich mit Büchern versorgt. Eigentlich wollten wir noch Wellington erkunden, ein paar Geschäfte anschauen und eine Post, einen Buchladen und einen Waschsalon oder ähnliches ausfindig machen. Die kleineren Geschäfte schließen samstags aber schon um 12:00 Uhr und da wir viel zu spät (4 Uhr) losgelaufen sind, waren wir direkt unmotiviert weiterzusuchen und landeten in der Gecko Lounge. Dort haben wir dann etwas getrunken und sehr früh zu Abend oder zu spät zu Mittag gegessen :D.

Soweit so gut, der Sonntag wurde vor allem verschlafen und verlesen und morgen geht es wieder los mit der Action!