Swopshop!

Würde ich meine Artikel veröffentlichen anstatt sie in den Papierkorb zu verschieben, könnte ich sogar behaupten mich wöchentlich zu melden!
Heute gibt es also zwei Beiträge, einer frisch geschrieben der andere aus dem Papierkorb recycelt und von letzter Woche.

Der Montag fing an wie geplant mit einer Bürostunde. Alle Mitarbeiter sollen sich montags über den Verlauf der Woche absprechen, sodass diese geplant ist und jeder bescheid weiß. Das hat nicht wirklich geklappt und es ging dennoch drunter und drüber, aber wir haben uns nett unterhalten und uns fest vorgenommen mit Nielen joggen zu gehen. Hat auch nicht geklappt und letztendlich waren Lars und ich alleine unterwegs. Leider passt unser Tempo nicht, ich muss also eine andere sportliche Betätigung finden, denn hinter Lars herzuhecheln macht weder mir noch ihm Spaß.

Apropos, hier einmal das Afterschool-Team!DSC_0380

Ganz rechts Lars, dann Yolandi, Nozuko (Ich wurde belehrt wie man ihren vollen Namen richtig schreibt) und ich 🙂

Diese Woche war ich für den Sport zuständig und das Sportprogramm zu gestalten macht deutlich mehr Spaß als die Kinder an den Computern zu beaufsichtigen! Wir haben keinen richtigen Sport wie Fußball spielen gemacht, sondern uns mit Zombieball, Hahnenkampf (frei von mir in chickenfight übersetzt) und Ausbrechen vergnügt. Mittwoch fing dann das Chaos an als wir plötzlich mit allen Kindern nochmal Sport gemacht haben, was nicht geplant war und die Abmachung an einem Mittwoch nur Englisch zu sprechen irgendwie torpediert hat, da man alle Spiele erklären musste und das auch verständlich für die Jüngeren. Vielleicht klappt es ja nächste Woche…

Zwischendurch haben wir versucht Blut zu spenden, was leider nicht geklappt hat, weil wir zu spät ankamen und haben unsere Sachen gewaschen! Ich habe noch nicht ganz aus meinen früheren Erfahrungen mit dem Waschen gelernt und prompt meine einzigen Handtücher abgegeben um dann zu erfahren, dass wir die Wäsche erst am nächsten Tag abholen können. Duschen und auch nur das Händewaschen macht ohne Handtuch nicht viel Spaß 😀 und natürlich wollte ich genau an dem Tag duschen. Vorausdenken kann ich also immer noch nicht., aber immerhin habe ich nicht wie beim letzten Mal wirklich alle Klamotten abgegeben. Ich bilde mir ein, dass das schon ein kleiner Lernerfolg ist.

Donnerstag wurde dann ein wenig gebastelt und danach in den Bible Studies viel gesungen- alles eher unaufregend nur sehr angenehm ruhig.
Am Freitag startete der herbeigesehnte SWOPSHOP!

Dafür wurde einer der Container aufgeräumt und Lebensmittel, Spielzeuge und Hygieneartikel je nach Wert in die Kategorien 5, 10, 15, usw eingeteilt.

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Dann wurden noch Pizzaböden abgeholt, die eine Pizzeria in Wellington extra für diesen Anlass aufhebt und Karotten gekauft. Obwohl die Aktion erst um halb drei startete, sammelten sich die Kinder und auch Erwachsenen schon ab 1 Uhr vor dem Tor und warteten geduldig bis es losging. Als der Müllwagen ankam durften die ersten Leute ihre Müllsäcke abgeben. Die werden dann erst Art des Leerguts, das sich darin befindet, gewogen und dann in Punkte umgerechnet. Für 10 Punkte darf man sich dann etwas aus der Kategorie 10 aussuchen oder eben zwei Dinge aus der Kategorie 5 und so weiter. Vorher müssen allerdings die Hände gewaschen werden, denn den Kindern werden direkt das Pizzabrot und eine Karotte in die Hand gedrückt. Reicht das Gewicht der Flaschen nicht einmal für 5 Punkte aus was vor allem bei den wirklich kleinen Kindern vorkommt, die nur ein oder zwei Flaschen mitbringen, steht noch eine kleine Kiste mit Krimskrams bereit.

DSC_0375 - Kopie

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Bis 5 Uhr wurde umgetauscht und ausgesucht und ich machte eifrig von meinen zwei Sätzen Afrikaans gebrauch : Ek is jammer, ek kan net Afrikaans praat nie (hoffentlich so geschrieben und nichts anderes als: Es tut mir leid, ich kann kein Afrikaans sprechen). Die Leute mussten also mit mir Englisch reden oder zumindest verstehen, wenn ich ihnen das System erklärt habe. Hat bis auf ein paar mal aber prima geklappt und viel Spaß gemacht 🙂
Manche Mütter haben ganze Haushaltseinkäufe mit dem Swopshop erledigt und davor auch über 100 Punkte an Flaschen gesammelt, was ungefähr 30kg an Plastikflaschen ist. Der Shoüp wird also schon als richtiger Einkaufsladen betrachtet 😉 . In erster Linie ist er aber dazu da den Kindern eine Beschäftigung zu geben, gleichzeitig ein wenig Müll zu beseitigen und dann die Sammler zu belohnen.

Samstag kamen dann Mitarbeiter der ENP, einer kirchlichen Organisation aus der Gegend, um Blumentöpfe mit den Pleinkies (den Kindern aus dem township) zu bepflanzen. Ab 9 Uhr standen wir also wieder im Mosaic Center und gaben Schaufeln und Schubkarren aus.

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Leider gab es für uns danach nicht mehr viel zu tun und es wurde sehr sehr anstrengend zu warten, da keine Hilfe gebraucht wurde und wir nur im Weg herum standen. Nach Hause gehen konnten wir aber auch nicht, da wir die nach dem Programm alles wieder abschließen sollten . Dazu wurde ich noch richtig hungrig und wer mich kennt, weiß dass ich dann sehr schlecht gelaunt werde. Umso glücklicher war ich also als die letzte Pflanze in den Pott gesetzt war und wir abschließen konnten. Duschen, essen, lesen, schlafen und dann war der Tag auch schon wieder vorbei. Sonntag ist mal wieder nichts geplant außer das nächstes freie  Wochenende zu verplanen!

4 Replies to “Swopshop!”

  1. Liebe Anne,
    vielen Dank, dass Du uns wieder teilhaben lässt.
    Alles Gute und viel Freude weiterhin bei Allem was Du tust.

    Deine
    Oma Eis

  2. Das klingt ja wunderbar. So ein schönes Projekt!
    Ein so kleines Krokodil hatte ich auch schon in den Händen, es wand sich sehr und hatte viel Kraft.

  3. Das mit der Wäsche wirst du schon noch auf die Reihe kriegen 🙂
    Winziger Afrikaans-Tipp: „ek kan nie Afrikaans praat nie“ – „net“ heisst nur, nicht „nicht“ 😉
    Die Sammelaktion klingt echt interessant.