2 Monate schon :0

Seit zwei Monaten bin ich jetzt schon in Wellington und es kommt mir einerseits sehr kurz vor, die Zeit ist schon ein wenig verflogen und dann kommt es mir so lang vor, weil schon so viel passiert ist. 

Noch 10! Monate to go und heute mal wieder ein kleines Update was so passiert ist, leider mit sehr wenigen Bildern.

Das Afterschoolprogramm ist wieder angelaufen, wir sortieren gerade fleißig die Zeugnisse der Kinder, um sie besser unterstützen zu können und planen ein Outing zum Krankenhaus. Außerdem suchen wir neue Familien, die wir in unser Programm aufnehmen können und luden zu einer kleinen Infoveranstaltung ein. 

Wenn alles klappt kommen dann nochmal gut 10 Kinder mehr zum Afterschoolprogramm und dann wird sowohl Afrikaans als auch isiXhosa gesprochen und Englisch als Verständigungssprache noch wichtiger. Mit dem English-Wednesday versuchen wir das etwas strikter durchzuziehen und sprechen mittwochs nur noch Englisch. Nielen fasste das schön zusammen: „You are not allowed to speak Afrikaans, isiXhosa, German or nonsense, only English!“ (übersetzt: du darfst kein Afrikaans, isiXhosa, Deutsch oder Unsinn reden, nur Englisch). Natürlich wirde ich direkt dabei ertappt wie ich Lars in Deutsch nach der Uhrzeit frage. Seitdem erwische ich mich dabei wie ich ihn etwas in English fragen will oder nach dem deutschen Wort für etwas suche.

Vormittags wird der Besuch der Freiwilligengruppe aus den USA geplant, die ab dem 19.11 weitere Häuser bauen und eine Küche mitbringen! Außerdem feierten wir das einjährige Bestehen des Mosaic in Paarl Valley und sortierten alle Werkzeuge und Baumaterialien mit Sallie. Sallie ist einer der Arbeiter und leider kannte weder er noch wir manchmal die englische Bezeichnung des Werkzeuges. Auf unserer Bestandsliste steht jetzt also hin und wieder so etwas wie 3 teeth fork für eine Mistgabel mit 3 Zinken. Kreativ sind wir ja schon :D. Vielleicht müssen wir aber auch nochmal nach den richtigen Bezeichnungen suchen, damit Nielen nicht an uns verzweifelt.

Wie bereits erzählt haben wir vor ein paar Wochen ein kleines Mittagessen für die Kinder vor dem eigentlichen Start des Programms eingeführt und wenn Nozuko Zeit und Lust hat, wird für die Kinder gekocht. Sehr praktisch für mich, um mich einmal durchzuprobieren und Samp, Papp oder eine frittierte Fischsoße kennenzulernen. Alles natürlich mit Fleisch oder Fisch ;),  denn wie Yolande so schön gesagt hat, sonst ist es zu gesund und macht nicht satt. 😀 

Stück für Stück werden wir also in einen winzigen Teil der südafrikanische Küche engeführt und noch will ich auch alles probieren. Ein wenig Überwindung hat mich nur der kleine Snack hier gekostet:

Gegrillte (was sonst, es lebe das braaien!) Hühnerfüße mit einer braunen Soße! Es schmeckte zwar oder zum Glück? nur nach der Soße und ich wollte den Fuß nich ganz in den Mund nehmen, aber es war eigentlich ganz lecker und lustig zu essen. Gerne nochmal, nur dann bitte mit Servietten! Die hatten wir nämlich vergessen und das kleine Stück Taschentuch reichte nicht aus, um die fettigen Finger loszuwerden.
Freitag Abend waren wir zum Essen bei einer deutschen AuPair Alex eingeladen. Lustigerweise haben wir von ihr über zwei Besucherinnen aus Marysburg erfahren, die sobald sie erfuhren, dass wir Deutsche sind uns ihre Nummer gaben :D.  Da Alex Gasteltern in Las Vegas sind lud sie alle spontan zu sich aufs Weingut ein und machte fantastische Wraps. 

Zuerst waren wir alle etwas schüchtern, aber als wir nach etwas gezwungenem Smalltalk feststellten, dass wir Deutsche vor dem gefährlichen Südafrika gewarnt werden und Daphey und Tiffany (die Südafrikanerinnen aus Marysburg)  erzählten, dass sie in der Schule vor dem bösen Deutschland erzählt bekommen war das Eis gebrochen. Jetzt wollten wir wissen warum und fingen wirklich an uns zu unterhalten. Wir versuchten deutsche Kulturen und unser Leben dort zu erklären, während Daphney und Tiffany wiederrum uns von ihrer Kindheit im township erzählten und versuchten Xhosa Rituale zu beschreiben. Irgendwann konnten wir aber nicht mehr viel zum Thema beitragen, denn vor allem als Daphney uns erzählte wie es im township in Marysburg zugeht, konnten Alex und ich nur noch schlucken. Im Nachhinein versteht man jetzt auch, was die Südafrikaner, die beim Zwischenseminar waren meinten, wenn sie von der Sicherheit in Deutschland schwärmen. Natürlich ist es nur in bestimmten Gegenden so unsicher, was uns auch Daphney und Tiffany immer wieder versicherten, aber gerade in Marysburg ist „Krieg“. 

Trotz beklemmender Themen war der Abend sehr sehr schön und hat gut getan!

Nächste Woche ziehen wir bei Nielen ein, solange er mit seiner Familie Urlaub macht und dann ist eine Einladung zum Abendessen bei uns geplant. Ich freue mich sogar richtig darauf kochen zu können und zur Abwechslung einmal Nozuko, Yolande und Alex einzuladen. 

3 Replies to “2 Monate schon :0”

  1. Ich trau mich ja gar nicht zu schreiben, weil ich denke, dass die Kommentarfunktion nur aus Versehen auf ist.
    Trotzdem: ich lese sehr gerne hier. Vielen Dank für die interessanten Geschichten aus dem Alltag in Südafrika.

  2. Auch ich möchte mich bedanken und freue mich jedes Mal, wenn ein neuer, sehr interessanter Artikel online ist!