Anne allein zu Haus

Melde dich mal bitte wieder, sagte mein Opa und hiermit gibt es ein kleines Update aus Wellington:

Für zwei Wochen bin ich das erste Mal alleine im Projekt unterwegs, Lars macht nämlich gerade Urlaub in den Drakensbergen.
An sich ist die Arbeit alleine zu bewältigen (es ist eben anstrengender), nur bei unserer Building Site bin ich nicht gerne alleine und werde dort von Nielen unterstützt.
Etwa mehr Arbeit als sonst gibt es auch, weil wir pünktlich zu Lars Abreise mit einem weiteren Teil des Mosaic Programmes, der Job Creation starteten. Zwar können wir gerade keine Bäckerei oder Lederwerkstatt wie in Potchefstroom eröffnen, aber zumindest zwei unserer Mosaic Omas konnten einen kleinen Job bekommen.
Die Firma Betafence hat uns das Angebot gemacht, uns dafür zu bezahlen Probeboxen für sie herzustellen. Wie der Name verrät produziert Betafence weltweit Sicherheitszäune und bevor der Kunde einen Zaun wirklich kauft, kann er die Qualität erfühlen und sich eine grobe Vorstellung von Farbe und Aussehen machen, indem er unseren Minizaun in der Probebox bekommt. Zwei unserer Omas bekommen also die großen Zaunteile handlich kleingeschnitten, feilen, schmirgeln, bessern die Farbe aus und packen sie ansprechend in die Boxen.

Eine nicht allzu anstrengende und perfekte Arbeit für die beiden und Lars und ich drücken die Daumen, dass sich Betafence nach diesen Probewochen für uns entscheidet.
Bisher läuft es natürlich noch nicht glatt und ich pendele zwischen Betafence und dem Mosaic Center hin und her, auch unser Arbeitsplatz ist noch nicht ideal. So wollen wir einen weiteren Container-Anbau als Werkstatt neben unser Center stellen, damit wir mehr Platz und Lich haben. Derzeit arbeiten wir provisorisch mit dem alten Gerätecontainer, der sowohl düster als auch staubig ist, sodass wir keine fertigen Materialen dort lagern können.
Falls jemals wieder langweilige Phasen am Center aufkommen, kann ich jetzt also einfach mithelfen Zäune zu feilen und dabei mein Afrikaans verbessern, weil beide Oumas nicht einsehen Englisch zu reden. Ich glaube sie mögen es einfach, wenn ich mich mit gebrochenem AfrikaansEnglischDeutsch abmühe, denn zumindest eine der beiden kann sehr wohl Englisch verstehen und sprechen :D!

Im Afterschool läuft es wie immer geplant und chaotisch, die erste Examensphase hat für die älteren Schüler begonnen und wir versuchen ein paar ihrer Schulen zu besuchen und nach Arbeitsmaterialien oder Lehrbüchern zu fragen, um einen besseren Überblick zu bekommen, wo wir wie helfen können.
Lars Abwesenheit wurde im Afterschoolprogramm kaum bemerkt, denn wir hatten direkt belgische Unterstützung durch Max, der zufällig an einer der Schulen in der Umgebung zu tun hat und uns freiwillig ausgeholfen hat, um seine Praktikumsstunden zu füllen.

Ansonsten planen wir eifrig einen Flohmarkt, um Geld für unser Ferienprogramm zu verdienen und eine kleine Talentshow für die Eltern/Oumas/Tannies der Kinder. Ich bin gespannt wie das alles so klappt und hoffe, dass zur großen Aufführung auch wirklich alle kommen können, da manche unserer Kinder weiter weg wohnen und der Transport schwieriger werden könnte.

Die Wochenenden ohne Lars habe ich mir direkt mit Lisa, dem neuen AuPair und Alex-Ersatz verplant. Wir hatten viel vor, denn perfekt zum Ende des Sommers haben wir endlich die Pools im Bainskloof Pass entdeckt und uns in sie verliebt.

Bisher haben wir nur zwei Wanderer getroffen und hatten sogar am Wochenende den kleinen Pool für uns.

Natürlich haben wir direkt einen Ausflug mit den älteren Kindern des Afterschoolprogamms zu den Pools gemacht und jeder Ab- und Aufstieg zur Straße ist die Mühe wert!

Hoffentlich halten die sonnigen Tage noch ein klein wenig an, damit wir unser kleines Paradies noch ein wenig genießen können.
Und ein wenig Vorfreude habe ich auch: Bald kommt die Familie zu Besuch!

 

2 Replies to “Anne allein zu Haus”

  1. Hallo,

    schade dass der interessante Kommentar im letzten Posting gelöscht wurde. Ich wartete gespannt auf eine Antwort, die nun leider bestimmt nicht mehr kommt. :/

    Viele Grüße und eine schöne restliche Zeit in Afrika!

  2. Hey Anne! Du gibst einen super tollen Eindruck in deinen Alltag dort. Ich bin Kristin und ich werde diesen Sommer deinen Platz im Mosaic Projekt übernehmen. Vielleicht möchtest du mir ja mal deine Emailadresse geben. Dann könnten wir vielleicht mal schreiben. 🙂