Mein Projekt

Mein Einsatzort ist im township Mbekweni (ausgesprochen Mm-buh-kway-nie -Zunge wieder entknoten) in der Nähe von Wellington/Paarl, wobei mit township meist ärmere Stadtteile bezeichnet werden, die im Zuge der Rassentrennungspolitik entstanden sind. Untergebracht bin ich mit meinem Mitfreiwilligen Lars in einer WG in Wellington. Das bedeutet wir haben zwar eigene Zimmer, benutzen aber die Bäder und die Küche mit den anderen Hausbewohnern, die meist auch nur kurzfristig dort wohnen. Bisher hatten wir schon eine bunte Mischung an Mitbewohnern vom südafrikanischen Student bis hin zum englischen Piloten. Das Tolle daran ist, dass wir als WG die Wochenenden gemeinsam verbringen und braaien, Geheimtipps verraten bekommen und uns überhaupt ein bisschen sozial integrieren können.

UnbenanntIn dieser Region wird sehr viel Afrikaans gesprochen, meistens wird Englisch jedoch verstanden und die Kinder mit denen wir arbeiten werden ermutigt Englisch zu lernen und zu sprechen, da die meisten höheren Schulen dies vorraussetzen. Afrikaans ist eine der Amtssprachen in Südafrika und hat Wurzeln im Holländischen. Afrikaans zu lesen ist als Deutscher also kaum ein Problem und viele Wörter sind auch nahezu identisch nur die Aussprache verkompliziert das Ganze. Da viele Leute einen aber erst einmal auf Afrikaans ansprechen und auch die Kinder gerne Afrikaans sprechen, hoffe ich ein wenig von der Sprache aufzuschnappen. Mit viel Konzentration kann man simplen Gesprächen eigentlich folgen, also hoffe ich, dass sich mein Afrikaansverständnis schnell verbessert.

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Meine Aufnahmeorganisation in Wellington ist das Mosaic Paarl Valley, diese versucht Familien zu finden, die sich um Waisenkinder kümmern und diese aufnehmen. Die Pflegefamilien werden dann von Mosaic unterstützt, indem sie eine Unterkunft gestellt bekommen, geschult werden und ihnen die Möglichkeit gegeben wird bei Made by Mosaic oder in der Bäckerei zu arbeiten. Zumindest in Potch, denn in Mbekweni gibt es weder eine Bäckerei noch eine Lederwerkstatt dafür aber neu eingeführt eine Zusammenarbeit mit Betafence und die Häuser für die Pflegefamilien werden gerade gebaut. Dafür ist schon das Afterschoolprogramm für die Kinder der Familien angelaufen bei dem die Kinder in ihren Schulaufgaben und Englischkenntnissen unterstützt werden und somit bessere Zukunftschancen haben können. Lars und meine Aufgabe ist es das Afterschoolprogramm mit den Mitarbeiterinnen Nozuko und Yolandi weiterzuführen. Von Montag bis Mittwoch machen wir mit den Kindern 40 Minuten Hausaufgaben, dann 40 Minuten in Kleingruppen abwechselnd Sport, Computerunterricht oder Basteln zusammen und in  den letzten 40 Minuten werden englische Bücher gelesen, die je nach Schwierigkeit in ein A-Z System gestaffelt sind. Donnerstags wird immer etwas Größeres zum Wochenthema gebastelt oder gespielt und dafür das Lesen weggelassen. Alle Kinder, die sich gut benommen haben und sich an die Regeln gehalten haben, dürfen freitags mit auf einen Ausflug kommen, einen Film schauen oder mitpicknicken. Außer es ist Swopshop! Das ist eine sehr cool gemachte Sammelaktion von Plastikflaschen, die jeden zweiten Freitag stattfindet. Die Kinder werden ermutigt im township leere Plastikflaschen zu sammeln und sie dann gegen Spielzeug, Essen oder Kleidung einzutauschen.

Ein normaler Arbeitstag geht von morgens um 7:30 bis ca. halb sieben und beginnt mit dem Abholen und Absetzen der Bauarbeiter an der Baustelle. Dort werden gerade die ersten zwei Häuser für Pflegefamilien gebaut und das bedeutet, dass wir hin und wieder auch Besorgungen dafür machen müssen wie z.B einen Generator abholen oder Werkzeuge hin- und hertransportieren. Gestartet wurde der Bau dieser Häuser von einer deutschen Gemeinde, die dann auch zu Beginn mitgebaut hat, sodass Lars und ich den Vormittag komplett auf der Baustelle verbracht haben und mithelfen durften. Im November kommt dann eine amerikanische Gruppe vorbei und baut die nächsten zwei Häuser. Eigentlich arbeiten wir ab 8 Uhr im Büro und helfen bei administrativen Dingen wie Belegsortierungen, Ausflüge planen oder die Werkstatt- und Materiallager aufräumen oder eben alles was anfällt. Nach der Mittagspause holen wir die Kinder von Zuhause ab und haben Afterschoolprogramm, bringen die Kinder wieder nachhause und im besten Fall auch die Arbeiter, was jedoch zeitlich nie wirklich klappt.

Das Wochenende haben wir frei und wir dürfen das Auto von Mosaic nutzen, um kleinere Ausflüge zu machen. Dabei müssen wir nur das Benzin bezahlen und da wir nicht ganz abgelegen sind, haben wir so die Möglichkeit viel in unserer Freizeit  zu sehen. Mit dem Urlaub wird es schon schwieriger, wenn wir außerhalb der Ferien frei haben wollen, da Lars und ich nicht gleichzeitig Urlaub nehmen dürfen und wir uns dann mit den anderen Freiwilligen in Potch absprechen müssen.